Unsere Zeit ist von einem seltsamen Widerspruch geprägt: Obwohl uns der Fortschritt immer mehr Wohlstand und Sicherheit bringt, leiden immer mehr Menschen an Depressionen und Ängsten. Der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer wirft einen Blick auf unsere moderne Gesellschaft und diagnostiziert, dass wir nicht trotz, sondern wegen des Fortschritts immer unglücklicher sind: Geplagt von Verlustängsten und angehalten zum steten Konsum haben wir verlernt, uns selbst zu lieben, und passen stattdessen unsere Körper an gesellschaftliche Wunschbilder an.
Konsum (Thema)
Das Thema Erdöl kindgerecht von allen Seiten beleuchtet. Dieses als Wimmelbuch gestaltete Sachbuch für Kinder stellt die Frage, wie wir in Zukunft leben möchten und wie eine umweltverträgliche Zukunft ohne den enormen Erdölverbrauch unserer heutigen Zeit aussehen könnte. In Zeiten von Plastikmüll im Meer, Straßen voller Autos und weltweiten Klimanotständen hat es sich dieses Buch zur Aufgabe gemacht, von dringend notwendigen, optimistischen Zukunftsutopien zu erzählen und so eine Welt zu entwerfen, die auch in Zukunft lebenswert bleibt. Der Illustrator Jakob Winkler schaut sich unseren Umgang mit Erdöl an und beschreibt, wie eine Welt ohne den massiven Erdölkonsum aussehen könnte.
Kein Fleisch, kein Flugzeug, dafür kälter duschen, weniger konsumieren und auf jeden Fall den CO2-Fußabdruck kalkulieren - mal ehrlich: Hat unter solchen Vorgaben jemand Lust, sich für Klimaschutz zu engagieren? Wohl eher wenige. Dabei ist Klimaschutz überlebenswichtig - für Menschen, Tiere und Pflanzen. Denn die Erde wird heißer. Das führt zu mehr extremen Wetterlagen, Wälder verbrennen, Ernten vertrocknen, die Ozeanpegel steigen. Noch aber geschieht zu wenig. Dabei kann jede und jeder helfen, dem Klimawandel zu begegnen. Oft reichen dafür kleine Schritte. In der Summe bewirken sie Großes. Fangen wir also an! Am besten mit diesen 50 Tipps des Ratgebers. Sie zeigen, wie wir ohne Aufwand aktiv sein können. Die Tipps sind eingebettet in verständliche Erklärungen dessen, was wir schon immer zum Klimagipfel wissen wollten, und bieten uns die Argumente, mit denen wir bei Debatten um Klimaschutz kompetent mitreden können.
Kleingeld, Haus und Saugroboter: Was macht das Haben mit dem Sein? "Ein furioser Rundumschlag durch Kapitalismus und Klasse." Maggie Nelson
Es habe zwei Phasen in ihrem Leben gegeben, schreibt Eula Biss: die Phase vor und die nach dem Kauf einer eigenen Waschmaschine. Ausgehend von feinen Alltagsbeobachtungen und mit selbstironischem Humor stellt sie sich den großen konsumkritischen Fragen: Wie bestimmen Dinge unser Leben? Warum wollen wir immer mehr? Und was macht das Haben mit dem Sein?
Eula Biss fragt, welchen Wert die Dinge wirklich für uns haben und wie unser Alltagsleben mit den großen Wirtschaftsphilosophien unserer Zeit zusammenhängt. So werden - persönlich, subtil und mit überraschenden Wendungen - alte Überzeugungen zu Kapitalismus, Besitz und Identität auf den Prüfstand gestellt.
Bengt Claasen sitzt im Auto, sein ganzes Hab und Gut im Kofferraum. Vor sich, auf dem Armaturenbrett, liegt das Halsband seiner verstorbenen Hündin. Dort, wo es herunterfällt, will er anhalten und ein neues Leben beginnen. Er fährt so langsam und vorsichtig, wie es nur geht, und landet schließlich in Zandschow - einem Nest im äußersten Norden mit einem Feuerlöschteich im Zentrum. Schnell stellt er fest: Die Bewohner des Orts rund um »Getränke-Wolf« folgen einem strengen Wochenplan, donnerstags werden zum Beispiel zwanzig Plastikschwäne auf dem Teich ausgesetzt, und sie feiern an ihrer »Lagune« Festspiele unter künstlichen Palmen. Überhaupt: Mit den prekären Verhältnissen mitten in der Pampa finden sich die Menschen hier nicht mehr ab. Ihr Zandschow ist Sansibar, hier kann man arm sein, aber trotzdem paradiesisch leben, in viel Verrücktheit.
Die Agrar- und Umweltpolitik steht vor gewaltigen Umwälzungen und alle Zeichen stehen auf Grün: Der "Green New Deal" der EU soll mit ungeheuerlichen Milliardensummen gestützt werden, die wirtschaftlichen Möglichkeiten sind immens. Höchste Zeit also, Abschied zu nehmen von einer industrialisierten Land- und Forstwirtschaft, die mit der rücksichtslosen Zerstörung von Lebensräumen und Artenvielfalt krachend gescheitert ist.
Paludikultur, Waldgartensysteme, Feld-Wald-Wirtschaft, Obst- und Nusswälder, essbare Städte, Permakultur - altes Wissen mit neuen Ideen und moderner Technik kann die Welt ernähren und einen Überfluss schaffen an gesunden und schmackhaften Lebensmitteln.
Die Textil- und Bekleidungsindustrie war nach Kriegsende die größte Konsumgüterbranche und die erste Industrie, die ihre Produktion in Länder mit niedrigen Lohn- und Sozialstandards verlagerte. Trotz dieser Herausforderungen organisierte die Gewerkschaft Textil-Bekleidung über 49 Jahre hinweg erfolgreich ihre mehrheitlich weiblichen Beschäftigten. Peter Donath und Annette Szegfü dokumentieren erstmals, wie es der Gewerkschaft unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen gelang, Tarifverträge mit eigenen Akzenten durchzusetzen und gleichzeitig zur anerkannten Sprecherin 'ihrer' Branchen zu werden.
Unfälle und Mord, Umweltkatastrophen und Terroranschläge - Tod und Sterben gehören zum Alltag im deutschen Fernsehprogramm. Doch die Konfrontation mit dem Tod löst nach der Terror Management Theorie (TMT) existenzielle Ängste in uns aus, die es zu bannen gilt. Das Bewusstsein um unsere Sterblichkeit erzwingt (unbewusste) konsumbezogene Abwehrreaktionen. Die vorliegende Arbeit untersucht erstmals den Einfluss todesbezogener TV-Sendungen auf die Einstellungen zu den darin beworbenen Produkten. Kann der mediale Tod die Wirkung von TV-Werbung beeinflussen?
Die Digitalisierung unserer Lebenswelten ist allgegenwärtig und ermöglicht die Überwachung unseres Alltages in bisher ungekannten Formen. Warum aber gibt es dagegen so wenig Widerstand, obwohl Datenschützer immerzu warnen und Whistleblower wie Edward Snowden das ganze Ausmaß der Massenüberwachung öffentlich machen? Nils Zurawski konstatiert, dass solche Fragen am Phänomen selbst vorbeigehen, wenn sie nicht die Bedeutung des Konsums als elementares gesellschaftliches Element ernst nehmen. Er zeigt, welche symbolische Kraft Technologien haben und wieso Digitalisierung zu einer Re-Feudalisierung von Lebenswelten führt.
Die deutsche Wirtschaft ist süchtig nach Exporte.
Das deutsche Wirtschaftsmodell ist unausgewogen und hochgradig riskant. Der Grund: Die starke Abhängigkeit von der Droge Exportismus. Andreas Nölke zeigt die aktuellen Gefahren der Exportlastigkeit der deutschen Wirtschaft und liefert ein fulminantes Plädoyer für ein neues Wirtschaftsmodell, das nachhaltiger, stabiler und im globalen Kontext ausgewogener balanciert ist.