Perspektivwechsel - Ost, West, Welt
auf YouTube (20.03.2026) 1:48:04
Perspektivwechsel - Ost, West, Welt.
Dass wir alle einen Hintergrund haben, ist für manche neu, für andere nicht. Aber müssen daraus gleich Identitäten werden? Und stehen wir nicht vor einem gemeinsamen Horizont?
Behzad Karim Khani und Per Leo, die Herausgeber der Weltbühne, diskutieren mit ihrem Verleger Holger Friedrich: über Stereotype und Eigensinn, über die Welt nach dem Westen und den Osten vor den Wahlen.
Verbunden durch die Lust an der Unruhestiftung und den Wunsch nach besseren Verhältnissen, ist das ungleiche Trio an Fremdzuschreibungen gewöhnt. Doch dabei haben der ostdeutsche FAST-MILLIARDÄR, der westdeutsche SCHLAUMEIER und der weltdeutsche BÜRGERSCHRECK gelernt, dass das Vorurteil nicht nur der Feind der Aufklärung ist, sondern auch ein Verwandter des Kostüms.
Projektionsflächen sind Leinwände – aber wer entscheidet über das Programm?
Zeitmarken
Themenblock: Veranstaltung und Hintergrund der „Weltbühne“
- Verzögerung und Abwesenheit des Verlegers: Die Veranstaltung beginnt zunächst zu zweit, da Holger Friedrich (Verleger der Berliner Zeitung) noch auf dem Weg ist [00:16]
- Freundschaft und Kennenlernen: Die beiden Redner auf der Bühne erklären, dass sie eng befreundet sind und sich während der Corona-Zeit über einen Streit zur Einschätzung der USA kennengelernt haben [02:17]
- Die Geschichte der „Weltbühne“: Das Magazin blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück und änderte mehrfach seine Gestalt. In den 1920er Jahren war es ein linksintellektuelles Magazin zur Verteidigung der Republik, in der DDR eine Nische für geistigen Freiraum [04:19]. Im vergangenen Jahr wurde es unter völlig neuen Voraussetzungen wiedergegründet [05:39].
Themenblock: Publizistische Ausrichtung und Diskurs
- Leitidee der „Störung“ und Vielfalt: Die Publikation versammelt unterschiedliche Stimmen (etwa israelische Juden im Berliner Exil) unter der Prämisse, bestehende Gewissheiten und „Friedhofsruhe“ zu stören [08:27].
- Bereitschaft zum Dissens: Es geht darum, die eigene Weltsicht infrage zu stellen und – im Sinne Holger Friedrichs – die „Verhältnisse zum Tanzen zu bringen“ [10:27]mit Kritik: Auf starke Kritik und Ablehnung durch Mainstream-Medien reagieren die Macher mit der Haltung, dass heftiger Widerspruch oft ein Zeichen dafür ist, publizistisch etwas richtig zu machen [15:15].
Themenblock: Gesellschaftliche Spaltung und Themen im Blatt
- Fehlen innerdeutscher Debattenräume: Es wird beklagt, dass die politische und künstlerische Landschaft in Deutschland stark gespalten sei (Aufteilung in rein linke oder rein rechte Medien). Ein direkter Austausch von Argumenten finde kaum statt, weshalb es schwerfalle, diese innerdeutschen Debatten im Heft abzubilden [01:45:46].
- Literarischer und feiner Ton: Neben politischen Analysen wird Wert auf zarte, melancholische und literarische Texte gelegt, die Stereotype aufbrechen und Sachverhalte differenzierter darstellen [01:46:15]
- Umgang mit der AfD: Ein Redner thematisiert seine Arbeit am Buch „Mit Rechten reden“ und betont die Notwendigkeit, sich konkret mit dem Erstarken der AfD auseinanderzusetzen, anstatt die Augen davor zu verschließen [01:46:57]. Es gehe um strategische Überlegungen und konkrete politische Schritte im Umgang mit Wahlergebnissen [01:47:27]