Luiz Ruffatos Roman erzählt mit lakonischer Präzision vom alltäglichen Überlebenskampf eines Migranten in Europa und zeigt uns ein Bild der Stadt Lissabon fernab von touristischen Klischees. Eine moderne Parabel.
Portugal (Thema)
Drei Jahre nach Beginn der Ereignisse in Nordafrika und dem Nahen Osten, die mit dem Namen Arabischer Frühling belegt wurden, ist die damalige Aufbruchstimmung weitgehend verflogen. Einige autoritäre Regime wurden gestürzt.
Saramagos Antwort auf Die Pest von Albert Camus. Ein Mann steht an einer Ampel. Von einer Sekunde auf die nächste, ohne erklärbaren Grund, erblindet er. Wie ihm ergeht es immer mehr Menschen in seiner Heimatstadt.
Lobo Antunes' "Schicksalslied" über den portugiesischen Machismo. Zehn Jahre nach der Nelkenrevolution von 1974, die in Portugal die Demokratie einläutete, treffen sich fünf Kriegsveteranen zu einem Abendessen mit anschließendem Besäufnis im Rotlichtbezirk Lissabons.
Maria ist achtzehn und möchte raus aus Portugal. Mitte der Siebzigerjahre bietet das Land einer jungen Frau wenig Perspektiven. Maria aber will nicht heiraten und Kinder kriegen, sie will mehr vom Leben.
Ein zerrissenes Land. Eine zerrissene Seele. Im Werk des weltberühmten Schriftstellers Lobo Antunes haben die Kolonialkriege seines portugiesischen Heimatlandes schon immer einen festen Platz. Nun geht er einen Schritt weiter und schreibt über das postkoloniale Angola, über die Zeit nach der Befreiung von der portugiesischen Herrschaft, als die damalige kommunistische Regierung auf brutale Weise gegen Oppositionelle in den eigenen Reihen vorging.
Fernando Pessoa (1888 - 1935), der Begründer der portugiesischen Moderne, hinterließ uns ein rätselhaftes Werk, das - so der französische Philosoph Alain Badiou von nichts in der Philosophie des 20. Jahrhunderts eingeholt wurde.
Sparen, sparen, sparen ist die Devise der meisten europäischen Politiker, denn nur dadurch sei die Krise zu bewältigen und der Wohlstand zu sichern. In Wirklichkeit geht es aber um etwas ganz anderes: Unter dem Deckmantel der Krisenbewältigung findet ein stiller Putsch gegen die europäischen Bürger statt.
Der Schriftsteller Waclaw Slovacki ist auf der Suche nach der Frau, die er einst liebte und die im faschistischen Portugal unter Salazar spurlos verschwand. Zwischen Lissabon, Macao und Neapel sucht er jene, die Isabel kannten, darunter ihre Kinderfrau, ein philosophierender Fotograf und ein Dichter, mehr Geist als Mensch.
"Falsche Papiere" hat die junge mexikanische Autorin Valeria Luiselli ihre erzählerischen Essays genannt, eine persönliche, originelle, spielerische Welterkundung. Das alltägliche Leben, das diese Stadtnomadin mit uns durchstreift, ist bevölkert von den Geistern der Literaturgeschichte, von ihren speziellen literarischen Hausgeistern, und so wird das Flanieren mit Luiselli zu einem großen intellektuellen und sprachlichen Vergnügen.