Digitalisierung und Automatisierung vernichten unsere Arbeitsplätze. Die dramatischen Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben: Millionen "überflüssiger" Arbeitnehmer, der Wegfall erheblicher Steuermittel, kollabierende Sozialkassen. Die wirtschaftliche Basis unserer Gesellschaft droht wegzufallen, Fortschritt und Freiheit sind in einem noch nie dagewesen Ausmaß bedroht.
Doch Sina Trinkwalder sieht im Wandel auch große Chancen für ein neues Miteinander.
Mindestlohn (Thema)
Paketlieferungen - für wen bequem? Und für wen gar nicht?
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Schwere Last, leichter Lohn Es wird so viel bestellt wie nie, vor allem vor Weihnachten: Paketboten werden dringend gesucht und arbeiten meist trotzdem unter prekären Bedingungen. Von Bernd Kramer → die ZEIT 20. Dezember 2018
Nicht nur zur Weihnachtszeit: → Das neue Arbeiterlied
Der Text:
Trepp auf, wir sind die Versandsoldaten!
Trepp auf, Logistikproletariat!
Ding-Dong, immer liefern, niemals warten,
keiner da, Zettel rein, Treppe ab!
Bring im Schneesturm auf Kommando, Bikini von Zalando.
Auch wenn man mir’s nicht ansieht, ich wohne im Ford Transit.
Pakete schwer, Pakete groß, wenigstens nicht obdachlos.
Nix Mindestlohn, nix Pausenzeit, gefangen in Selbständigkeit!
Trepp auf! Wir sind die Versandsoldaten!
Trepp auf! Logistikproletariat!
Ding-Dong, immer liefern, niemals warten,
keiner da, Zettel rein, Treppe ab!
Ich klage nie, dass Arbeit Mist ist, bin doch sachgrundlos befristet.
Wenn Sushi an der Haustür läutet, werden Menschen ausgebeutet!
Meine Baracke kalt und sehr verdreckt, mein Standort wird per App getrackt!
Vom Schutz des Arbeitsrechts befreit, gefangen in Selbständigkeit!
Trepp auf, wir sind die Versandsoldaten! (Guten Tag!)
Trepp auf, Logistikproletariat! (Dankeschön!)
Ding-Dong, immer liefern, niemals warten, (Wiedersehen!)
keiner da, Zettel rein, Treppe ab! (Ding Dong)
Was trennt noch Trebegänger, vom Sub-Sub-Sub-Sub-Sub-Unternehmer?
Er ist kein Mensch, er ist kein Tier. Nein, er ist Paketkurier.
Ich bin kein Mensch, ich bin kein Tier. Nein, ich bin Paketkurier.
Ich bin kein Mensch, ich bin kein Tier. Nein, ich bin Paketkurier.
Trepp auf, wir sind die Versandsoldaten!
Trepp auf, Logistikproletariat!
Ding-Dong, und wir dürfen niemals warten,
keiner da, Zettel rein, Treppe ab!
"Ein Buch voller Fakten, Zorn und Herzblut." Anthony Loewenstein
Seit Dekaden hören wir, Entwicklung hilft: Die südlichen Länder der Welt schließen zum reichen Norden auf, die Armut hat sich in den vergangenen 30 Jahren halbiert, bis zum Jahr 2030 ist sie verschwunden. Das ist eine tröstliche Geschichte, die von Politik und Wirtschaft gerne bestätigt wird. Aber sie ist nicht wahr. In Wirklichkeit hat sich die Einkommenslücke zwischen Nord und Süd seit 1960 verdreifacht, 60 Prozent der Weltbevölkerung verdienen weniger als 4,20 Euro am Tag. Armut ist kein Naturphänomen, sie wird gemacht.
Airbnb, Uber und andere Unternehmen der Sharing Economy geben sich als Speerspitze eines neuen Wirtschaftens. Sie künden von einer Epoche, in der wir Eigentum und Dienstleistungen unter Gleichen teilen und tauschen. Die altbekannten Probleme des Kapitalismus - Überproduktion, Ressourcenverschwendung und Umweltzerstörung - könnten auf diese Weise gelöst werden, so das Versprechen, und Vertrauensbeziehungen zwischen vormals Fremden würden zu einer neuen, besseren Gesellschaft führen.
Soziale Ungleichheit ist das Grundproblem unserer Zeit. Zwischen Superreich und Bettelarm klafft heute weltweit ein Abgrund, der tiefer und breiter ist denn je. Was sollten, was können, was müssen wir tun? Seine Antwort darauf bringt Atkinson in einem epochemachenden Meisterwerk auf den Punkt.
Ein globaler Mindestlohn von 1 Dollar pro Stunde würde die Schande menschenunwürdiger Armut in kürzester Zeit und weltweit in die Geschichtsbücher verbannen. Ein ganzes Bündel weiterer Menschheitsprobleme würde mit verschwinden: Flucht, Unterernährung, kriegerische Konflikte und Umweltzerstörung. Die gesamte Menschheit könnte vom ersten wirklich sozialen Weltwirtschaftswunder enorm profitieren.
Politisches Denken ist bewusst, rational und objektiv - diese althergebrachte Vorstellung geistert bis heute über die Flure von Parteizentralen und Medienredaktionen und durch die Köpfe vieler Bürger. Doch die Kognitionsforschung hat die 'klassische Vernunft' längst zu Grabe getragen. Nicht Fakten bedingen unsere Meinungen, sondern Frames. Sie ziehen im Gehirn die Strippen und entscheiden, ob Informationen als wichtig erkannt oder kognitiv unter den Teppich gekehrt werden. Frames sind immer ideologisch selektiv, und sie werden über Sprache aktiviert und gefestigt - unsere öffentlichen Debatten wirken wie ein synaptischer Superkleber, der Ideen miteinander vernetzen kann, und zwar dauerhaft. In der Kognitionsforschung ist man sich daher schon lange einig: Sprache ist Politik. Höchste Zeit also, unsere Naivität gegenüber der Macht politischer Diskurse abzulegen.
Der "Erfurter" erläutert mehr als 40 wichtige arbeitsrechtliche Gesetze für den Rechtsalltag. Dabei gibt er nicht nur einen verlässlichen Überblick über den aktuellen Meinungsstand zu allen wesentlichen Normen des Arbeitsrechts, sondern legt auch eigene Ansätze dar und bietet Vorschläge zu offenen oder neuen Fragen. Stets einbezogen sind die Auswirkungen des Sozialversicherungs- und des Steuerrechts.
