Westend Verlag (Medienpräsenz)

44:27

Was passiert im Bundestag, wenn die Kameras ausgeschaltet sind? Wie entstehen politische Entscheidungen wirklich – und welche Rolle spielen Fraktionszwang, Privilegien und Machtkalkül?

Joana Cotar war fast acht Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages – zunächst für die AfD, später fraktionslos. In ihrem Buch und im Gespräch mit Markus J. Karsten gibt sie einen seltenen Einblick in den parlamentarischen Alltag: in interne Abläufe, strukturelle Zwänge und die Distanz zwischen politischem Betrieb und Bürgern.

Sie schildert persönliche Erfahrungen, beschreibt Mechanismen der Macht und stellt die Frage, ob echte politische Erneuerung innerhalb des bestehenden Systems möglich ist. Ein Gespräch über Demokratie, Verantwortung und die Realität hinter den Kulissen der deutschen Politik.

39:17

Judith Sevinç Basad empört sich – und stemmt sich vehement gegen die sich aufgeklärt wähnende Meinungsmache, gegen Denkverbote und Unschärfen in den Argumenten einer selbsternannten kulturellen Elite. Ist es denn, genau betrachtet, wirklich so, dass die „Privilegierten“ den sozialen Aufstieg von Migrantenkindern verhindern? Kann nur eine Frau wissen, wie man Politik für Frauen macht? Ist „MeToo“ eine durchgängig lautere Bewegung? Ist es im Kampf gegen Rassismus mit der Entmachtung des „alten weißen Mannes“getan? Tatsächlich wird es fast schon modisch, dass man Andersdenkenden ein „Schäm dich“ zuruft und ihnen damit den Mund verbietet.

3:55

Seit über 100 Millionen Jahren prägt der Bien - also das Bienenvolk mit seinem Stock - das Leben auf unserer Erde, weil er einer riesigen Pflanzengruppe als Bestäuber dient. Doch die Existenz der Bienenvölker ist stark bedroht, gerade weil die industrielle Landwirtschaft mit ihren synthetischen Pflanzengiften unseren wichtigsten Nutztieren immer mehr zum Verhängnis wird. Wir haben Timm Koch bei seiner Arbeit begleitet, der uns in die wundersame aber eben auch verwundbare Welt der Bienen entführt hat. 

7:47

Fast alle kaufen bei Amazon – ist ja so bequem. Doch wenn wir nicht schon bald in die absolute Abhängigkeit zu einem Megakonzern mit zweifelhaften Geschäftspraktiken werden wollen, hilft nur zu sagen: „Schnauze, Alexa!" 

3:11

Eine Linke Alternative ist möglich

Die gesellschaftliche Linke steckt seit Jahren in der Krise und schafft es nicht, als Regierungsalternative wahrgenommen zu werden. Daran hat natürlich auch die neoliberale Kampagne gegen linke Politik einen Anteil, aber Roberto De Lapuente zeigt in seiner kritischen Analyse auch, dass viele Probleme der Linken hausgemacht sind: Ausladende Gender-Debatten und ewige Marx-Exegesen, aber vor allem die Selbstgefälligkeit und Abgehobenheit, mit der sich manche Linke präsentieren, vergraulen selbst diejenigen, die eigentlich zur Stammklientel gehören sollten. Um wieder mehrheitsfähig zu werden, fordert De Lapuente eine Rückbesinnung auf alte Stärken und einen neuen, ergebnisoffenen Diskurs mit allen Beteiligten.

Wir haben mit Roberto J. De Lapuente gesprochen und Ihn nach seinen Ideen für eine bessere linke Politik befragt.

1:09:04

Was kann Diplomatie heute noch leisten – und was riskiert, wer sie vergisst? In Zeiten weltpolitischer Spannungen sprechen Erich Vad, ehemaliger Brigadegeneral und sicherheitspolitischer Berater der Kanzlerin, und Thomas Geisel, früherer Oberbürgermeister von Düsseldorf, über den schmalen Grat zwischen Eskalation und Verständigung. Gemeinsam mit Klaus von Dohnanyi veröffentlichte Vad das Buch „Krieg oder Frieden. Deutschland vor der Entscheidung“ – ein leidenschaftliches Plädoyer für strategische Vernunft und eine Rückkehr zu realpolitischer Diplomatie.

58:03

Am 29. Mai 2019 luden die Evangelische Akademie Frankfurt und der Westend Verlag zum Public Viewing der aktuellen Folge von "Die Anstalt" ein. Im Anschluss diskutierten Dietrich Krauß (Die Anstalt), Stephan Hebel (Frankfurter Rundschau) und Jens Berger (NachDenkSeiten) über die Gegenwart und Zukunft des politischen Journalismus. Welchen Beitrag können politische Satireformate wie „Die Anstalt“ leisten? Hat sie eventuell die klassische Berichterstattung bereits abgelöst?

5:11

Teil 6: Rainer Mausfeld spricht über sein neues Buch - Der Westen verdankt seine hegemoniale Position in der Welt der Überlegenheit seiner militärischen und ökonomischen Gewalt. Rainer Mausfeld beschäftigt sich in seinem neuen Buch mit gegenwärtigen Kriegen und Konflikten und belegt anhand von Studien aus der vergleichenden Ökonomie, dass die privilegierte Lebensform des Westens wesentlich auf der Ausbeutung schwächerer Länder beruht. Die schwere Krise des Westens lässt deutlich werden, dass die vom Westen geschaffenen ideologischen Scheinwelten mit den auf eine Multipolarität gerichteten geopolitischen Realitäten nicht mehr in Einklang zu bringen sind. Statt auf diplomatischen Wegen einen Interessenausgleich zwischen Staaten zu suchen, reagiert der Westen auf diese Herausforderung mit einer Steigerung seiner Bereitschaft zu organisierter Gewalt. Aus Angst um einen Machtverlust wechseln seine politischen Eliten in den Endspielmodus blinder Zerstörungsbereitschaft. Sie riskieren lieber eine nukleare Katastrophe, als dass sie eine Begrenzung ihres hegemonialen Anspruchs hinnehmen.