Westend Verlag (Medienpräsenz)

47:41

Am 9. November 1989 fiel die Mauer – doch mit ihr verschwand nicht nur ein Staat, sondern auch eine Erzählung. Was wurde wirklich beendet? Und was wurde verdrängt?

Gabriele Gysi blickt zurück auf die DDR – nicht nostalgisch, sondern suchend nach Gerechtigkeit im Erinnern. In persönlichen Reflexionen und politischen Beobachtungen stellt sie die unbequeme Frage, warum der Untergang eines Staates ohne würdige Einordnung blieb – und was das über das vereinte Deutschland sagt.

23:09

Die globale Ordnung steht vor einem historischen Umbruch. Während westliche Staaten an überholten Machtstrukturen festhalten, fordern Länder des Globalen Südens zunehmend Mitsprache, Gerechtigkeit und politische Selbstbestimmung. Die bestehenden wirtschaftlichen und geopolitischen Strukturen geraten ins Wanken.

In seinem Vortrag zeigt Patrick Kaczmarczyk, warum das bisherige System seine Stabilität verliert und welche Kräfte hinter der aktuellen Machtverschiebung stehen. Er analysiert die Rolle von Finanzmärkten, internationalen Institutionen und geopolitischen Interessen – und erklärt, weshalb der Westen seine dominante Stellung nicht mehr selbstverständlich behaupten kann.

Ein Vortrag über den Zerfall der alten Ordnung, den Aufstieg neuer Mächte und die Frage, wie die Welt von morgen aussehen wird.

46:33

Der Krieg in der Ukraine tobt weiter – und mit ihm die Schlagzeilen, Schuldzuweisungen und Narrative. Doch wie kam es überhaupt zu diesem eskalierenden Konflikt? Welche Entwicklungen wurden im Westen zu wenig beachtet – und warum bleibt eine diplomatische Lösung bisher aus?

Markus J. Karsten spricht mit Jacques Baud darüber – und über vieles mehr. Baud, ehemals Geheimdienstanalyst und UN-Berater, legt in seinem neuen Buch eine faktenbasierte Rekonstruktion der Vorgeschichte des Ukrainekriegs vor. Auf Grundlage westlicher, ukrainischer und russischer Quellen kritisiert er die einseitige Berichterstattung und plädiert für eine Rückkehr zur Sachlichkeit, um Wege aus der Eskalationsspirale aufzuzeigen.

Jacques Baud hat einen Master in Ökonometrie und ein abgeschlossenes Nachdiplomstudium in internationaler Sicherheit und internationalen Beziehungen. Er arbeitete als für die Ostblockstaaten und den Warschauer Pakt zuständiger Analyst für den Schweizer Strategischen Nachrichtendienst und leitete die Doktrin für friedenserhaltende Operationen der Vereinten Nationen New York. Dort war er zuständig für die Bekämpfung der Proliferation von Kleinwaffen bei der NATO und beteiligt an den NATO-Missionen in der Ukraine.

1:23:18

Was passiert hinter den Kulissen des Bundestages, wenn Kameras und Mikrofone ausgeschaltet sind? Wie werden Entscheidungen getroffen? Und wie leicht macht es der Bundestag seinen Abgeordneten, sich selbst zu bevorteilen? Warum gelingt es selbst neuen Parteien nicht, das System aus Lobbyismus und Korruption zu umgehen? Über diese und viele weitere Fragen haben Joana Cotar und Ulrike Guérot gesprochen.

Joana Cotar war von 2017 bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages, die letzten Jahre davon partei- und fraktionslos. Im Parlament setzte sie als digitalpolitische Sprecherin und Obfrau im Ausschuss Digitale Agenda klare Akzente für Bürgerrechte, digitale Freiheit und gegen staatliche Überwachung. Sie gründete die Initiative "Bitcoin im Bundestag", um die politische Debatte über digitale Währungen und Dezentralisierung voranzutreiben. Vor ihrem Mandat war sie viele Jahre beruflich in leitenden und koordinierenden Funktionen tätig. Nach ihrem Studium der Politologie und Germanistik arbeitete sie zunächst in der Finanzbranche - im Handel, im Eventmanagement internationaler Finanzhäuser und später im IT-Projektmanagement der Deutschen Börse Group. Parallel zu ihrer beruflichen Entwicklung engagierte s

Ulrike Guérot studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie in Bonn, Münster und Paris. Sie ist Politikwissenschaftlerin, Professorin und Publizistin in den Themenbereichen Europa und Demokratie, mit Stationen in Think Tanks und an Universitäten in Paris, Brüssel, London, Washington, Berlin, Wien und Bonn. 2014 gründete sie das European Democracy Lab e. V., eine Denkfabrik zum Neudenken von Europa. 2016 wurde ihr Buch Warum Europa eine Republik werden muss. Eine politische Utopie europaweit ein Bestseller genauso wie 2022 Wer schweigt, stimmt zu und Endspiel Europa. Sie forscht zur Entwicklung von Konzepten für die Zukunft des europäischen Integrationsprozesses.

35:15

Die globale Ordnung, wie wir sie kennen, gerät ins Wanken. Während westliche Staaten weiterhin an etablierten Machtstrukturen festhalten, fordern immer mehr Länder des Globalen Südens Mitsprache, Gerechtigkeit und ein Ende wirtschaftlicher Abhängigkeiten.

Im Gespräch mit Markus J. Karsten analysiert Patrick Kaczmarczyk die Ursachen dieser historischen Verschiebung. Er zeigt, wie wirtschaftliche Ungleichgewichte, marktliberale Dogmen und geopolitische Interessen über Jahrzehnte ein fragiles System geschaffen haben – und warum dieses nun zunehmend unter Druck gerät.

Was bedeutet dieser Wandel für Europa, für Deutschland und für die Zukunft der internationalen Politik? Stehen wir vor einer neuen multipolaren Welt – oder vor einem Rückfall in globale Unsicherheit?

Ein Gespräch über Macht, Interessen und die Zukunft der Weltordnung.

15:57

Die industrielle Landwirtschaft zerstört die wertvolle Ressource Boden in rasantem Tempo und ertränkt Ackerböden in Dünger, Gift und Gülle. Die Folgen sind katastrophal: Über Jahrtausende gewachsene Humusböden werden durch Missachtung und Misshandlung innerhalb weniger Jahre vernichtet. Die Gesundheit der Böden und damit auch der Tiere und Menschen, die von ihnen leben, ist aus dem Blick geraten. 
Florian Schwinn fordert ein sofortiges Umdenken, um unsere Lebensgrundlage zu retten und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und dem Erhalt der Artenvielfalt zu leisten. Mit der Humuswende könnte die Landwirtschaft vom Klimazerstörer zum Klimaretter werden. Welch grandioser Imagewandel!

26:37

Wir finden ihn unser gesamtes Leben lang unter den Füßen und dennoch wissen wir eigentlich wenig über ihn: Der Boden. Auf der Bühne der Buchkomplizen (https://www.buchkomplizen.de/) erläutert Florian Schwinn unser Verhältnis zur Basis, auf der wir tagtäglich stehen und gehen. Dass sich unsere Beziehung zu ihm zunehmend verschlechtert, liegt an der Sorglosigkeit um unsere Lebensgrundlage.

Die moderne Landwirtschaftsindustrie nutzt den Boden nur noch als bloßes Substrat, in das die Überproduktion von Exkrementen der industriellen Fleischfabrikation als Dünger eingebracht wird. Dabei vergessen wir die Gesundheit der Böden und der Menschen, die seine Früchte täglich essen. Was wir tun können, um sie zu retten, erklärt uns der Autor Florian Schwinn. Denn unser Leben ist nur möglich, wenn auch der Boden unter uns lebendig bleibt!

44:27

Was passiert im Bundestag, wenn die Kameras ausgeschaltet sind? Wie entstehen politische Entscheidungen wirklich – und welche Rolle spielen Fraktionszwang, Privilegien und Machtkalkül?

Joana Cotar war fast acht Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages – zunächst für die AfD, später fraktionslos. In ihrem Buch und im Gespräch mit Markus J. Karsten gibt sie einen seltenen Einblick in den parlamentarischen Alltag: in interne Abläufe, strukturelle Zwänge und die Distanz zwischen politischem Betrieb und Bürgern.

Sie schildert persönliche Erfahrungen, beschreibt Mechanismen der Macht und stellt die Frage, ob echte politische Erneuerung innerhalb des bestehenden Systems möglich ist. Ein Gespräch über Demokratie, Verantwortung und die Realität hinter den Kulissen der deutschen Politik.

39:17

Judith Sevinç Basad empört sich – und stemmt sich vehement gegen die sich aufgeklärt wähnende Meinungsmache, gegen Denkverbote und Unschärfen in den Argumenten einer selbsternannten kulturellen Elite. Ist es denn, genau betrachtet, wirklich so, dass die „Privilegierten“ den sozialen Aufstieg von Migrantenkindern verhindern? Kann nur eine Frau wissen, wie man Politik für Frauen macht? Ist „MeToo“ eine durchgängig lautere Bewegung? Ist es im Kampf gegen Rassismus mit der Entmachtung des „alten weißen Mannes“getan? Tatsächlich wird es fast schon modisch, dass man Andersdenkenden ein „Schäm dich“ zuruft und ihnen damit den Mund verbietet.

3:55

Seit über 100 Millionen Jahren prägt der Bien - also das Bienenvolk mit seinem Stock - das Leben auf unserer Erde, weil er einer riesigen Pflanzengruppe als Bestäuber dient. Doch die Existenz der Bienenvölker ist stark bedroht, gerade weil die industrielle Landwirtschaft mit ihren synthetischen Pflanzengiften unseren wichtigsten Nutztieren immer mehr zum Verhängnis wird. Wir haben Timm Koch bei seiner Arbeit begleitet, der uns in die wundersame aber eben auch verwundbare Welt der Bienen entführt hat.