Westend Verlag (Medienpräsenz)

1:09:36

Wie offen ist unsere Debattenkultur wirklich – wenn bestimmte Positionen gar nicht mehr ausgesprochen werden können, ohne sofort ausgegrenzt zu werden?

Der Begriff „Russlandversteher“ steht heute nicht mehr für Differenzierung, sondern für Stigmatisierung. Wer versucht, komplexe Zusammenhänge zu erklären oder diplomatische Lösungen ins Spiel bringt, gerät schnell unter Verdacht.

Doch kann man über Krieg, Frieden und internationale Politik ernsthaft sprechen, ohne zu verstehen, wie es überhaupt zu Konflikten kommt?

Dieses Video stellt unbequeme Fragen: über den Zustand unserer politischen Kultur, über mediale Narrative – und über die Grenzen des Sagbaren in einer Zeit, in der es eigentlich mehr denn je um Verständigung gehen müsste.

Zeitmarken

  • Warnung vor Fake-Videos: Zu Beginn stellt Krone-Schmalz klar, dass aktuell KI-generierte Fake-Videos von ihr kursieren, und verweist auf ihre offizielle Webseite als authentische Quelle 00:00:23.
  • Kritik an der NATO-Osterweiterung: Sie bezeichnet die Erweiterung der NATO nach Osten als einen der größten Fehler seit dem Zweiten Weltkrieg, da Russland dadurch sicherheitspolitisch nicht einbezogen, sondern isoliert wurde 00:03:54.
  • Vorgeschichte des Ukraine-Konflikts: Krone-Schmalz thematisiert die Rolle westlicher Geheimdienste und Waffenlieferungen bereits vor Februar 2022. Sie betont, dass Russland Sicherheitsgarantien angemahnt hatte, die vom Westen nicht ernst genommen wurden 00:07:58.
  • Realitätscheck der Sanktionen: Sie führt aus, dass Russland international keineswegs isoliert sei (Hinweis auf BRICS) und dass die Sanktionen Deutschland wirtschaftlich stärker schaden würden als Russland 00:18:21.
  • Analyse von Feindbildern: Die Referentin kritisiert eine zunehmende "Moralisierung" der Politik und die mediale Stimmungsmache, die eine faktenbasierte Debatte verhindere 00:24:25.
  • Chancen für Diplomatie: Krone-Schmalz erinnert an die abgebrochenen Friedensverhandlungen in Istanbul kurz nach Kriegsbeginn und plädiert leidenschaftlich für das Prinzip "Wandel durch Annäherung" nach dem Vorbild von Egon Bahr 00:43:00.
  • Verantwortung des Einzelnen: Zum Abschluss zitiert sie Schopenhauer und ruft dazu auf, als mündige Bürger nicht widerspruchslos alles hinzunehmen 01:08:17.

15:17

Die junge Generation gilt als passiv, angepasst und unpolitisch. Doch dieser Eindruck täuscht. Unter der Oberfläche wächst eine neue Kraft heran – kritisch, wach und bereit, alte Strukturen infrage zu stellen.
Simon Hoffmann erklärt, warum die Jugend mehr ist als nur eine Generation im Wartestand Sie ist der Motor gesellschaftlicher Veränderung. In seinem Manifest analysiert er den Generationenkonflikt, die Ursachen der Entfremdung – und die Vision einer neuen Zukunft.

Warum fühlt sich die Jugend überhört?
Was treibt ihren Widerstand an?
Und welche Rolle wird sie in den kommenden gesellschaftlichen Umbrüchen spielen?

56:39

"Putin steht kurz vor Berlin" und "Trump lässt die Europäer im Stich". Mit diesen Argumenten bläst der deutsche Mainstream zur Kriegsertüchtigung. Aber was steckt eigentlich dahinter? Wie steht es um die deutschen Beziehungen zu den USA wirklich? Welchem Zweck dient die Aufrüstung, und wer trägt die Kosten?

Jens van Scherpenberg tritt der gegenwärtigen Kriegstüchtigkeitspropaganda entschieden entgegen. Seine These: 
Deutschland, wirtschaftliche Führungsmacht Europas, nutzt den Ukrainekrieg, um nun auch die stärkste Militärmacht in einer souveränen Großmacht EU zu werden. Er deckt die Interessen auf, die die Außenpolitik der Bundesrepublik seit ihrer Gründung beherrschen. Und er plädiert dafür, sich der Vereinnahmung in das große nationale "Wir" zu verweigern.

7:34

Bereits vor über 20 Jahren erklärte der "SPIEGEL", dass es eine "Revolutions-GmbH" gibt, und Regierungsputsche gezielt von außen gesteuert und finanziert werden. Diese Techniken funktionieren bis heute, und sie haben viel Leid hervorgebracht.

Während sich der Krieg in der Ukraine zuspitzt, nimmt nicht nur die Gefahr einer militärischen Eskalation zu. Auch die Propagandaschlacht wird von allen Konfliktparteien erbittert und mit den modernsten Manipulationswaffen geführt. Von russischer Seite wird immer wieder die Karte einer möglichen atomaren Konfrontation ausgespielt. Der Westen versucht dagegen, diese Gefahr als gering darzustellen.

Dabei gerät ein Aspekt ins Hintertreffen: bereits seit Ende des 2. Weltkrieges simulieren sowohl die USA, Großbritannien und Russland als auch die NATO immer wieder einen möglichen, atomaren Konflikt der Großmächte. Doch über die katastrophalen Folgen einer solchen Konfrontation wird öffentlich kaum gesprochen, obwohl diese Übungen meist von einer vollständigen Zerstörung Deutschlands und weiterer Länder Europas ausgehen. 

47:41

Am 9. November 1989 fiel die Mauer – doch mit ihr verschwand nicht nur ein Staat, sondern auch eine Erzählung. Was wurde wirklich beendet? Und was wurde verdrängt?

Gabriele Gysi blickt zurück auf die DDR – nicht nostalgisch, sondern suchend nach Gerechtigkeit im Erinnern. In persönlichen Reflexionen und politischen Beobachtungen stellt sie die unbequeme Frage, warum der Untergang eines Staates ohne würdige Einordnung blieb – und was das über das vereinte Deutschland sagt.

23:09

Die globale Ordnung steht vor einem historischen Umbruch. Während westliche Staaten an überholten Machtstrukturen festhalten, fordern Länder des Globalen Südens zunehmend Mitsprache, Gerechtigkeit und politische Selbstbestimmung. Die bestehenden wirtschaftlichen und geopolitischen Strukturen geraten ins Wanken.

In seinem Vortrag zeigt Patrick Kaczmarczyk, warum das bisherige System seine Stabilität verliert und welche Kräfte hinter der aktuellen Machtverschiebung stehen. Er analysiert die Rolle von Finanzmärkten, internationalen Institutionen und geopolitischen Interessen – und erklärt, weshalb der Westen seine dominante Stellung nicht mehr selbstverständlich behaupten kann.

Ein Vortrag über den Zerfall der alten Ordnung, den Aufstieg neuer Mächte und die Frage, wie die Welt von morgen aussehen wird.

46:33

Der Krieg in der Ukraine tobt weiter – und mit ihm die Schlagzeilen, Schuldzuweisungen und Narrative. Doch wie kam es überhaupt zu diesem eskalierenden Konflikt? Welche Entwicklungen wurden im Westen zu wenig beachtet – und warum bleibt eine diplomatische Lösung bisher aus?

Markus J. Karsten spricht mit Jacques Baud darüber – und über vieles mehr. Baud, ehemals Geheimdienstanalyst und UN-Berater, legt in seinem neuen Buch eine faktenbasierte Rekonstruktion der Vorgeschichte des Ukrainekriegs vor. Auf Grundlage westlicher, ukrainischer und russischer Quellen kritisiert er die einseitige Berichterstattung und plädiert für eine Rückkehr zur Sachlichkeit, um Wege aus der Eskalationsspirale aufzuzeigen.

Jacques Baud hat einen Master in Ökonometrie und ein abgeschlossenes Nachdiplomstudium in internationaler Sicherheit und internationalen Beziehungen. Er arbeitete als für die Ostblockstaaten und den Warschauer Pakt zuständiger Analyst für den Schweizer Strategischen Nachrichtendienst und leitete die Doktrin für friedenserhaltende Operationen der Vereinten Nationen New York. Dort war er zuständig für die Bekämpfung der Proliferation von Kleinwaffen bei der NATO und beteiligt an den NATO-Missionen in der Ukraine.

1:23:18

Was passiert hinter den Kulissen des Bundestages, wenn Kameras und Mikrofone ausgeschaltet sind? Wie werden Entscheidungen getroffen? Und wie leicht macht es der Bundestag seinen Abgeordneten, sich selbst zu bevorteilen? Warum gelingt es selbst neuen Parteien nicht, das System aus Lobbyismus und Korruption zu umgehen? Über diese und viele weitere Fragen haben Joana Cotar und Ulrike Guérot gesprochen.

Joana Cotar war von 2017 bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages, die letzten Jahre davon partei- und fraktionslos. Im Parlament setzte sie als digitalpolitische Sprecherin und Obfrau im Ausschuss Digitale Agenda klare Akzente für Bürgerrechte, digitale Freiheit und gegen staatliche Überwachung. Sie gründete die Initiative "Bitcoin im Bundestag", um die politische Debatte über digitale Währungen und Dezentralisierung voranzutreiben. Vor ihrem Mandat war sie viele Jahre beruflich in leitenden und koordinierenden Funktionen tätig. Nach ihrem Studium der Politologie und Germanistik arbeitete sie zunächst in der Finanzbranche - im Handel, im Eventmanagement internationaler Finanzhäuser und später im IT-Projektmanagement der Deutschen Börse Group. Parallel zu ihrer beruflichen Entwicklung engagierte s

Ulrike Guérot studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie in Bonn, Münster und Paris. Sie ist Politikwissenschaftlerin, Professorin und Publizistin in den Themenbereichen Europa und Demokratie, mit Stationen in Think Tanks und an Universitäten in Paris, Brüssel, London, Washington, Berlin, Wien und Bonn. 2014 gründete sie das European Democracy Lab e. V., eine Denkfabrik zum Neudenken von Europa. 2016 wurde ihr Buch Warum Europa eine Republik werden muss. Eine politische Utopie europaweit ein Bestseller genauso wie 2022 Wer schweigt, stimmt zu und Endspiel Europa. Sie forscht zur Entwicklung von Konzepten für die Zukunft des europäischen Integrationsprozesses.

35:15

Die globale Ordnung, wie wir sie kennen, gerät ins Wanken. Während westliche Staaten weiterhin an etablierten Machtstrukturen festhalten, fordern immer mehr Länder des Globalen Südens Mitsprache, Gerechtigkeit und ein Ende wirtschaftlicher Abhängigkeiten.

Im Gespräch mit Markus J. Karsten analysiert Patrick Kaczmarczyk die Ursachen dieser historischen Verschiebung. Er zeigt, wie wirtschaftliche Ungleichgewichte, marktliberale Dogmen und geopolitische Interessen über Jahrzehnte ein fragiles System geschaffen haben – und warum dieses nun zunehmend unter Druck gerät.

Was bedeutet dieser Wandel für Europa, für Deutschland und für die Zukunft der internationalen Politik? Stehen wir vor einer neuen multipolaren Welt – oder vor einem Rückfall in globale Unsicherheit?

Ein Gespräch über Macht, Interessen und die Zukunft der Weltordnung.

15:57

Die industrielle Landwirtschaft zerstört die wertvolle Ressource Boden in rasantem Tempo und ertränkt Ackerböden in Dünger, Gift und Gülle. Die Folgen sind katastrophal: Über Jahrtausende gewachsene Humusböden werden durch Missachtung und Misshandlung innerhalb weniger Jahre vernichtet. Die Gesundheit der Böden und damit auch der Tiere und Menschen, die von ihnen leben, ist aus dem Blick geraten. 
Florian Schwinn fordert ein sofortiges Umdenken, um unsere Lebensgrundlage zu retten und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und dem Erhalt der Artenvielfalt zu leisten. Mit der Humuswende könnte die Landwirtschaft vom Klimazerstörer zum Klimaretter werden. Welch grandioser Imagewandel!