Westend Verlag (Medienpräsenz)

1:23:18

Was passiert hinter den Kulissen des Bundestages, wenn Kameras und Mikrofone ausgeschaltet sind? Wie werden Entscheidungen getroffen? Und wie leicht macht es der Bundestag seinen Abgeordneten, sich selbst zu bevorteilen? Warum gelingt es selbst neuen Parteien nicht, das System aus Lobbyismus und Korruption zu umgehen? Über diese und viele weitere Fragen haben Joana Cotar und Ulrike Guérot gesprochen.

Joana Cotar war von 2017 bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages, die letzten Jahre davon partei- und fraktionslos. Im Parlament setzte sie als digitalpolitische Sprecherin und Obfrau im Ausschuss Digitale Agenda klare Akzente für Bürgerrechte, digitale Freiheit und gegen staatliche Überwachung. Sie gründete die Initiative "Bitcoin im Bundestag", um die politische Debatte über digitale Währungen und Dezentralisierung voranzutreiben. Vor ihrem Mandat war sie viele Jahre beruflich in leitenden und koordinierenden Funktionen tätig. Nach ihrem Studium der Politologie und Germanistik arbeitete sie zunächst in der Finanzbranche - im Handel, im Eventmanagement internationaler Finanzhäuser und später im IT-Projektmanagement der Deutschen Börse Group. Parallel zu ihrer beruflichen Entwicklung engagierte s

Ulrike Guérot studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie in Bonn, Münster und Paris. Sie ist Politikwissenschaftlerin, Professorin und Publizistin in den Themenbereichen Europa und Demokratie, mit Stationen in Think Tanks und an Universitäten in Paris, Brüssel, London, Washington, Berlin, Wien und Bonn. 2014 gründete sie das European Democracy Lab e. V., eine Denkfabrik zum Neudenken von Europa. 2016 wurde ihr Buch Warum Europa eine Republik werden muss. Eine politische Utopie europaweit ein Bestseller genauso wie 2022 Wer schweigt, stimmt zu und Endspiel Europa. Sie forscht zur Entwicklung von Konzepten für die Zukunft des europäischen Integrationsprozesses.

35:15

Die globale Ordnung, wie wir sie kennen, gerät ins Wanken. Während westliche Staaten weiterhin an etablierten Machtstrukturen festhalten, fordern immer mehr Länder des Globalen Südens Mitsprache, Gerechtigkeit und ein Ende wirtschaftlicher Abhängigkeiten.

Im Gespräch mit Markus J. Karsten analysiert Patrick Kaczmarczyk die Ursachen dieser historischen Verschiebung. Er zeigt, wie wirtschaftliche Ungleichgewichte, marktliberale Dogmen und geopolitische Interessen über Jahrzehnte ein fragiles System geschaffen haben – und warum dieses nun zunehmend unter Druck gerät.

Was bedeutet dieser Wandel für Europa, für Deutschland und für die Zukunft der internationalen Politik? Stehen wir vor einer neuen multipolaren Welt – oder vor einem Rückfall in globale Unsicherheit?

Ein Gespräch über Macht, Interessen und die Zukunft der Weltordnung.

15:57

Die industrielle Landwirtschaft zerstört die wertvolle Ressource Boden in rasantem Tempo und ertränkt Ackerböden in Dünger, Gift und Gülle. Die Folgen sind katastrophal: Über Jahrtausende gewachsene Humusböden werden durch Missachtung und Misshandlung innerhalb weniger Jahre vernichtet. Die Gesundheit der Böden und damit auch der Tiere und Menschen, die von ihnen leben, ist aus dem Blick geraten. 
Florian Schwinn fordert ein sofortiges Umdenken, um unsere Lebensgrundlage zu retten und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und dem Erhalt der Artenvielfalt zu leisten. Mit der Humuswende könnte die Landwirtschaft vom Klimazerstörer zum Klimaretter werden. Welch grandioser Imagewandel!

26:37

Wir finden ihn unser gesamtes Leben lang unter den Füßen und dennoch wissen wir eigentlich wenig über ihn: Der Boden. Auf der Bühne der Buchkomplizen (https://www.buchkomplizen.de/) erläutert Florian Schwinn unser Verhältnis zur Basis, auf der wir tagtäglich stehen und gehen. Dass sich unsere Beziehung zu ihm zunehmend verschlechtert, liegt an der Sorglosigkeit um unsere Lebensgrundlage.

Die moderne Landwirtschaftsindustrie nutzt den Boden nur noch als bloßes Substrat, in das die Überproduktion von Exkrementen der industriellen Fleischfabrikation als Dünger eingebracht wird. Dabei vergessen wir die Gesundheit der Böden und der Menschen, die seine Früchte täglich essen. Was wir tun können, um sie zu retten, erklärt uns der Autor Florian Schwinn. Denn unser Leben ist nur möglich, wenn auch der Boden unter uns lebendig bleibt!

44:27

Was passiert im Bundestag, wenn die Kameras ausgeschaltet sind? Wie entstehen politische Entscheidungen wirklich – und welche Rolle spielen Fraktionszwang, Privilegien und Machtkalkül?

Joana Cotar war fast acht Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages – zunächst für die AfD, später fraktionslos. In ihrem Buch und im Gespräch mit Markus J. Karsten gibt sie einen seltenen Einblick in den parlamentarischen Alltag: in interne Abläufe, strukturelle Zwänge und die Distanz zwischen politischem Betrieb und Bürgern.

Sie schildert persönliche Erfahrungen, beschreibt Mechanismen der Macht und stellt die Frage, ob echte politische Erneuerung innerhalb des bestehenden Systems möglich ist. Ein Gespräch über Demokratie, Verantwortung und die Realität hinter den Kulissen der deutschen Politik.

39:17

Judith Sevinç Basad empört sich – und stemmt sich vehement gegen die sich aufgeklärt wähnende Meinungsmache, gegen Denkverbote und Unschärfen in den Argumenten einer selbsternannten kulturellen Elite. Ist es denn, genau betrachtet, wirklich so, dass die „Privilegierten“ den sozialen Aufstieg von Migrantenkindern verhindern? Kann nur eine Frau wissen, wie man Politik für Frauen macht? Ist „MeToo“ eine durchgängig lautere Bewegung? Ist es im Kampf gegen Rassismus mit der Entmachtung des „alten weißen Mannes“getan? Tatsächlich wird es fast schon modisch, dass man Andersdenkenden ein „Schäm dich“ zuruft und ihnen damit den Mund verbietet.

3:11

Eine Linke Alternative ist möglich

Die gesellschaftliche Linke steckt seit Jahren in der Krise und schafft es nicht, als Regierungsalternative wahrgenommen zu werden. Daran hat natürlich auch die neoliberale Kampagne gegen linke Politik einen Anteil, aber Roberto De Lapuente zeigt in seiner kritischen Analyse auch, dass viele Probleme der Linken hausgemacht sind: Ausladende Gender-Debatten und ewige Marx-Exegesen, aber vor allem die Selbstgefälligkeit und Abgehobenheit, mit der sich manche Linke präsentieren, vergraulen selbst diejenigen, die eigentlich zur Stammklientel gehören sollten. Um wieder mehrheitsfähig zu werden, fordert De Lapuente eine Rückbesinnung auf alte Stärken und einen neuen, ergebnisoffenen Diskurs mit allen Beteiligten.

Wir haben mit Roberto J. De Lapuente gesprochen und Ihn nach seinen Ideen für eine bessere linke Politik befragt.

1:09:04

Was kann Diplomatie heute noch leisten – und was riskiert, wer sie vergisst? In Zeiten weltpolitischer Spannungen sprechen Erich Vad, ehemaliger Brigadegeneral und sicherheitspolitischer Berater der Kanzlerin, und Thomas Geisel, früherer Oberbürgermeister von Düsseldorf, über den schmalen Grat zwischen Eskalation und Verständigung. Gemeinsam mit Klaus von Dohnanyi veröffentlichte Vad das Buch „Krieg oder Frieden. Deutschland vor der Entscheidung“ – ein leidenschaftliches Plädoyer für strategische Vernunft und eine Rückkehr zu realpolitischer Diplomatie.