Glenn Diesen Deutsch (Medienpräsenz)

49:44

Prof. Michael Hudson, ein weltweit renommierter klassischer Ökonom, spricht über die US-Strategie der Energiekonflikte, da die USA nicht mehr mit China konkurrieren können. Doch im Iran ist die US-Politik in eine Sackgasse geraten. 

35:54

Prof. Jeffrey Sachs spricht über seinen offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz, AUFGEZEICHNET AM 31. MAI 2026. 

42:27

Zeitmarken

  • 00:00 – Einleitung & Eskalationsfrage: Vorstellung des Gastes Ray McGovern und Diskussion über die aktuelle Eskalation zwischen NATO und Russland.
  • 01:34 – Tektonische Verschiebungen: Russland & China: Rückblick auf den sino-sowjetischen Konflikt und die heutige Annäherung zwischen Russland und China.
  • 05:11 – Militärische Kräfteverhältnisse: Einschätzung russischer und amerikanischer Militärfähigkeit sowie neuer russischer Waffensysteme.
  • 07:10 – Putin, Trump & Krisenmanagement: Diskussion über Putins Umgang mit Trump und die Rolle direkter Gespräche zur Vermeidung von Eskalation.
  • 10:46 – Historische Ursachen der Annäherung: Diskussion über Grenzfragen, wirtschaftliche Integration und langfristige russisch‑chinesische Kooperation.
  • 15:10 – Nixon, Kissinger & Geopolitik: Rückblick auf die US‑Strategie der 1970er Jahre, China und Russland gegeneinander auszuspielen.
  • 17:00 – Russlands Zurückhaltung & westliche Wahrnehmung: Debatte darüber, ob der Westen russische Vorsicht als Schwäche interpretiert.
  • 19:05 – USA, Europa & Putins Strategie: Unterscheidung zwischen US‑ und europäischer Politik sowie Putins Umgang mit beiden Seiten.
  • 21:38 – Vergeltung, Abschreckung & NATO‑Risiko: Diskussion über russische Reaktionen, Artikel 5 und die Frage einer möglichen Eskalation gegenüber NATO-Staaten.
  • 25:04 – Atomkrieg & Abschreckungsdebatte: Gespräch über taktische Nuklearwaffen, öffentliche Debatten in Russland und Abschreckung.
  • 27:39 – Deutschland & antirussische Politik: Frage nach Deutschlands Rolle, Medienlandschaft und politischen Entscheidungen.
  • 30:26 – Lettland, Raketen & Warnungen: Aussagen des russischen Auslandsgeheimdienstes zu möglichen Vergeltungsschlägen gegen NATO-Staaten.
  • 34:16 – Putin, Xi & langfristige Strategie: Einschätzung von Putins Vorsicht und der engen persönlichen Beziehung zu Xi Jinping.
  • 35:56 – Frieden oder weitere Eskalation?: Reflexion über Europas Kurs zwischen Diplomatie und Konfrontation.
  • 37:13 – Lehren aus der Kuba-Krise: Rückblick auf John F. Kennedy, nukleare Abschreckung und Risiken direkter Konfrontation.
  • 40:01 – Wirtschaftlicher Druck & russische Reaktionen: Diskussion über Angriffe auf russische Infrastruktur und mögliche Folgen für die Eskalationsdynamik.
  • 40:58 – Abschluss: Putins Prioritäten: Abwägung zwischen geopolitischen Zielen, Stabilität Russlands und Vermeidung eines größeren Krieges.

59:21

Brian Berletic ist ein ehemaliger US-Marine, Autor, Experte für internationale Beziehungen und Moderator von The New Atlas. Berletic erörtert, wie der wirtschaftliche und militärische Krieg der USA gegen den Iran, Russland und China miteinander verbunden sind – als Teil eines größeren Bestrebens, die globale Vorherrschaft wiederherzustellen. 

30:36

Dmitry Polyanskiy ist der Ständige Vertreter der Russischen Föderation bei der OSZE. Polyanskiy argumentiert, dass Europas Eskalation im Stellvertreterkrieg in der Ukraine alle roten Linien überschritten habe und dass in Russland die Diskussion über den Einsatz einer taktischen Atomwaffe gegen Europa kein Tabu mehr sei. 

38:01

Zeitmarken

Ü1 Eskalation und Sicherheitslage in Europa

00:10 Einleitung zur Gefahr eines Krieges zwischen NATO und Russland

00:24 Beschreibung einer schrittweisen Eskalation

00:37 Behauptung zu Drohnenangriffen aus dem baltischen Raum

00:55 Frage nach russischen Reaktionen

Ü2 Europas Russlandpolitik und baltischer Einfluss

01:09 Kritik am Fehlen von Diplomatie zwischen Europa und Russland

01:23 Baltische Staaten und Polen als prägende Stimmen europäischer Politik

02:12 Baltische Staaten würden europäische Politik stark beeinflussen

02:24 Kritik an Deutschland und Frankreich

02:29 Friedrich Merz als Befürworter von Remilitarisierung beschrieben

Ü3 Deutschlands Rolle seit 1990

03:10 Deutschland als zentrale Macht Europas beschrieben

03:42 Verweis auf Zusagen zur NATO-Nichterweiterung

03:52 Minsker Abkommen 2 und deutsche Verantwortung

04:28 Vorwurf gebrochener Zusagen

Ü4 Frankreich, Großbritannien und strategische Autonomie

04:36 Macrons Konzept strategischer Autonomie

05:00 Warnung vor Kriegsrhetorik gegenüber Russland

05:42 Großbritannien als traditionell russlandkritischer Akteur

05:49 Kritik an fehlender Diplomatie

Ü5 Ukrainekrieg und Eskalationsdynamik

06:01 Ukraine-Regierung wird als korrupt und autoritär beschrieben

06:36 These: Ukraine wolle Europa in größeren Krieg hineinziehen

07:18 Angriffe auf russische Nuklearinfrastruktur erwähnt

07:43 Behauptung gezielter Eskalation

08:23 Warnung vor einem 'kolossalen Disaster'

Ü6 Baltikum als Krisenherd

08:32 Baltische Region als gefährlichster Brennpunkt bezeichnet

09:07 Vorwurf einer kriegstreibenden Haltung

09:57 Warnung vor massenhaften Todesopfern

Ü7 Diplomatie und Merkel

10:35 Erste Diskussionen über Diplomatie

10:43 Angela Merkel wird mit Forderung nach Gesprächen zitiert

11:01 Kritik am Boykott von Diplomatie

12:02 Appell, Gespräche aufzunehmen

Ü8 Kriegserzählungen und historische Ursachen

12:37 Parallele zwischen Ukrainekrieg und Nahostkonflikt

13:37 Ukrainekrieg als Folge von Großmachtpolitik beschrieben

13:52 Maidan 2014 und Rolle der USA angesprochen

14:33 Entwicklung zu ethnischem Hass

Ü9 NATO, Sicherheit und Geschichtspolitik

15:39 Verweis auf den 2+4-Vertrag

16:22 Russische Sicherheitsinteressen würden ignoriert

17:12 NATO-Erweiterung und Minsk 2 als Konfliktfaktoren

17:40 Warnung vor eskalierendem Hass

Ü10 Gefahr eines offenen Krieges

18:23 Debatten über Kriegsvorbereitung in Europa

18:49 Warnung vor Kontrollverlust

19:16 Forderung nach Gesprächen mit Russland

Ü11 NATO-Gipfel 2008 und Maidan

20:12 Merkels Haltung zur NATO-Erweiterung 2008

21:21 NATO-Beitrittsperspektive für Ukraine und Georgien

21:44 Maidan 2014 und Sturz Janukowitschs

23:01 Minsk 2 und deutsche Verantwortung

Ü12 Deutschlands Mitverantwortung

25:37 Kritik an Kaja Kallas als Diplomatin

31:19 Russophobie als europäische Selbstschädigung

32:14 Deutschland trage besondere Verantwortung

33:32 Deutsche Unterstützung für NATO-Erweiterung

Ü13 Hoffnung auf Diplomatie

35:12 Forderung nach ehrlicher Aufarbeitung

36:13 Persönliche Gespräche als möglicher Ausweg

37:00 Diplomatie als Beitrag zu europäischer Sicherheit

57:05

Zeitmarken

Geopolitik und die Eskalation zwischen West und Ost

  • Beteiligung des Westens: Die jünsten Drohnenangriffe auf Moskau und den Luftraum um St. Petersburg wären ohne die direkte Beteiligung des kollektiven Westens nicht möglich. Die Technologien wurden im Westen entwickelt, die Produktion findet außerhalb der Ukraine statt und die Geheimdienstinformationen stammen ausschließlich von dort [00:55].
  • Kriegsvorbereitungen in Europa: Große europäische Nationen wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien sprechen offen davon, Russland bis 2029 oder 2030 in einen offenen bewaffneten Konflikt zu verwickeln. Der deutsche Verteidigungsminister Pistorius bezeichnet Russland offen als Feind [02:24].
  • Die Rolle der baltischen Staaten: Die Angriffe auf Russland scheinen über einen "baltischen Korridor" (Estland, Lettland und Litauen) gelaufen zu sein oder dort vorbereitet zu werden [03:34] Die baltischen Staaten haben restriktive Gesetze gegenüber ihrer russischen Minderheit erlassen, was Russland einen Vorwand zum Handeln liefern könnte [39:33].
  • Strategischer Fokus auf Kaliningrad: Es gibt zunehmend Rhetorik und Druck aus Litauen sowie Pläne für Schikanen gegen die russische Schifffahrt in der Ostsee, um die russische Enklave Kaliningrad zu bedrohen [32:39]. Ein Angriff auf Kaliningrad würde laut Einschätzung zur militärischen Einnahme des Baltikums durch Russland führen [34:07].
  • Die Bedeutung des Treffens in China: Das Treffen zwischen Wladimir Putin und Xi Jinping in Peking ist strategisch vergleichbar mit dem Treffen am Vorabend der militärischen Spezialoperation im Februar 2022. Russland und China benötigen sich gegenseitig, und die Chinesen werden auf die kommenden Entwicklungen vorbereitet [26:00].

Technologie, Geheimdienste und Infrastrukturschäden

  • Übernahme und Auswertung von Drohnen: Russland fängt ukrainische Drohnen mittels elektronischer Kriegsführung unbeschädigt ab. Durch die Analyse der intakten Steuerungssysteme und Flugrouten erhält der russische Geheimdienst präzise Belege über die genutzten westlichen Geheimdienstquellen und Startpunkte [31:00].
  • Schäden im russischen Energiesektor: Die ukrainischen Angriffe auf die russische Energie- und Exportinfrastruktur haben zugenommen. Zwischen 10 und 20 % der russischen Exportproduktionskapazitäten wurden beschädigt. Da die Behebung Monate dauert, droht bei anhaltenden Angriffen ein spürbarer wirtschaftlicher Schaden nach dem Aufbrauchen der Reserven [19:28].
  • Militärische Dominanz auf dem Schlachtfeld: Trotz westlicher Berichte, die der NATO und der Ukraine zu viel Anerkennung zusprechen, bestätigt selbst der Bericht des US-Sonderinspektors für die Operation Atlantic Resolve, dass Russland die operative und strategische Dominanz im Abnutzungskrieg behält [06:56].

Die Karaganow-Doktrin und nukleare Verhandlungen

  • Die strategische Nuklearpolitik (Karaganow-Doktrin): Sergei Karaganow leitete im Auftrag des Kremels die Überprüfung der Nuklearstrategie. Die 2025 veröffentlichte neue Doktrin besagt: Wenn eine Atommacht einem Nicht-Atomstaat konventionelle Waffen bereitstellt, um tief in russisches Territorium einzudringen oder strategische Infrastruktur zu bedrohen, ist Russland berechtigt, mit Atomwaffen zu reagieren [10:22].
  • Unkontrollierbare Eskalationsspirale: Der Einsatz von Atomwaffen lässt sich laut Scott Ritter nicht eingrenzen. Einmal eingesetzt, führt die Dynamik unweigerlich zu einem umfassenden nuklearen Schlagabtausch, der die Menschheit auslöscht [42:35].
  • Militärische Vergeltungsszenarien: Es wird erwartet, dass Russland als nächstes harte, präventive Schläge ausführt, um ein Zeichen zu setzen. Dies könnte die vollständige Ausschaltung von Kiew durch konventionelle Iskander-Raketen sowie die Zerstörung eines baltischen Staates als Exempel beinhalten [12:32] sowie [45:35].

Diplomatische Wege und politische Akteure

  • Fehlende diplomatische Reife der EU: Die Europäische Union bietet kurzfristig keine Hoffnung auf eine diplomatische Lösung, da das Militär parallel über Krieg spricht und die EU die Führung an radikale Kräfte übergeben hat [48:40].
  • Diplomatische Rolle von China und Trump: Eine verbleibende diplomatische Chance besteht darin, dass China nach Putins Staatsbesuch Kontakt zu Donald Trump aufnimmt. Trump müsste daraufhin Druck auf Europa und die Ukraine ausüben, um den Kurs zu stoppen [49:25] Trump wird jedoch als politisch geschwächt eingeschätzt [50:23].
  • Fehlen von "Kalten Kriegern": Im heutigen westlichen Militär gibt es keine Führungskräfte mehr, die den Kalten Krieg oder großflächige Bodenkämpfe in Europa unter nuklearer Bedrohung miterlebt haben, weshalb das Risiko einer unkontrollierten Eskalation unterschätzt wird [51:27]

1:04:51

Zeitmarken

Geopolitik

  • Drohnenstreitmacht Ukraine: Die Ukraine baut eine eigene Drohnenstreitmacht auf, um vermehrt Ziele im russischen Kernland anzugreifen, da die Nutzung westlicher Raketen beschränkt wurde (Minute 2:24).
  • NATO-Ziele & Abschreckung: In Russland gewinnt die Position an Zustimmung, konventionelle Angriffe auf europäische NATO-Ziele zu fliegen und bei einem Fehlschlag zu Atomwaffen zu greifen (Minute 3:53).
  • Rote Linien: Der Westen respektiert aus russischer Sicht keine roten Linien mehr, was die Kursk-Offensive und Angriffe auf die strategische nukleare Triade zeigen (Minute 16:28).
  • Verhandlungsspielraum: Ein diplomatischer Verhandlungsspielraum fehlt völlig, da beide Konfliktparteien die Position der Gegenseite als existentielle Bedrohung definieren (Minute 11:23).

Technologie und Schlachtfeld

  • Militärischer Status: Russland hat den Krieg auf dem Schlachtfeld faktisch gewonnen und kontrolliert rund 20 % der Ukraine, die diese nicht zurückgewinnen kann (Minute 22:55).
  • Drohneneinsatz Front: Der russische Vormarsch verläuft jedoch langsam, weil der massive Einsatz von Drohnen es der Ukraine erlaubt, die Front trotz Personalmangel zu halten (Minute 23:19).

Naher Osten und Iran-Konflikt

  • USA vs. Iran: Zwischen den USA und dem Iran gibt es keinen Verhandlungsspielraum, da die öffentlich bekannten Positionen meilenweit auseinanderliegen (Minute 29:50).
  • Wirtschaftsblockade: Weder die erste 40-tägige Bombenkampagne noch die darauffolgende Blockade haben den Iran zur Aufgabe gezwungen; die Blockade schädigt jedoch die Weltwirtschaft (Minute 31:08).
  • Destabilisierung: Eine erneute, intensivere Bombenkampagne der USA würde dem Iran den Anreiz geben, den gesamten Golf und das Rote Meer komplett zu destabilisieren (Minute 34:15).
  • Keine Stellvertreter: Es gibt im Nahen Osten keine Stellvertreterarmee wie die Ukraine in Europa. Ein Krieg der Emirate gegen den Iran würde zur Zerstörung ihres Staates führen (Minute 56:15).

Historische Analysen

  • US-Kriegsführung: Historische Beispiele wie Vietnam und Afghanistan zeigen, dass es den USA leichtfällt, in Kriege zu geraten, aber extrem schwer, eine Niederlage zu akzeptieren (Minute 41:55).
  • Fehleinschätzungen: Während Johnson 1965 pessimistisch in den Vietnamkrieg zog, waren die US-Regierungen im Irak 2003 und im Iran fälschlicherweise von schnellen Siegen überzeugt (Minute 50:24).

32:38

Prof. Seyed Mohammad Marandi ist ehemaliger Berater des iranischen Teams für Atomverhandlungen. Prof. Marandi argumentiert, dass die USA nach Trumps gescheitertem Treffen mit Xi in Peking einen weiteren Angriff auf den Iran vorbereiten. Der Iran hat eine überwältigende Vergeltung vorbereitet.

Zeitmarken

1. Bewertung des Treffens zwischen Trump und Xi Jinping in Peking

  • Realitätsferne der US-Führung: Marandi vertritt die Ansicht, dass das Trump-Regime bei geopolitischen Verhandlungen von der Realität abgekoppelt agiere. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass Trump zahlreiche Regionalexperten für den Iran, China und Russland aus dem nationalen Sicherheitsapparat entfernt habe, weshalb die US-Delegation blind in die Verhandlungen gegangen sei [01:08].
  • Ergebnislosigkeit: Das Treffen habe aus iranischer Sicht keinerlei greifbare Ergebnisse erbracht. Bereits der im Vorfeld stattgefundene Besuch des iranischen Außenministers in China und die Reaktionen in den chinesischen Medien hätten verdeutlicht, dass Chinas Position stabil bleibt und die US-Forderungen nach Druckausübung auf den Iran ins Leere laufen würden [01:59].

2. Ursachen für das Scheitern der Diplomatie und Eskalationsgefahr

  • Fehlender politischer Wille der USA: Die USA setzten die vereinbarten Waffenstillstandsbedingungen nicht um, beendeten die Blockade iranischer Häfen nicht und erwirkten keinen dauerhaften Waffenstillstand im Libanon und in Gaza [03:00], [13:37].
  • Einfluss der zionistischen Lobby: Marandi sieht die eigentliche Entscheidungsmacht für die Fortsetzung des Konflikts nicht bei Trump, sondern beim israelischen Regime und der zionistischen Lobby in Washington. Ministerpräsident Netanjahu verfolge aufgrund seiner innenpolitischen Lage, anstehender Wahlen und laufender Gerichtsverfahren eine persönliche Agenda, die einen Frieden blockiere [03:34], [14:36].

3. Mögliche Angriffsszenarien gegen den Iran

  • Nutzung von Stellvertretern (Proxies): Der Iran stellt sich auf ein Szenario ein, bei dem im Falle eines US- oder israelischen Angriffs gleichzeitig schlafende oder verbliebene Terrorzellen im Landesinneren, kurdische Gruppierungen im Nordirak (ca. 5.000 Kämpfer) sowie takfirisch-salafistische Gruppen im pakistanischen Grenzgebiet mobilisiert werden [04:08].
  • Infrastruktur und Territorium: Das iranische Militär bereitet sich auf Angriffe gegen strategische Infrastruktur, Versuche zur Besetzung von Inseln (wie der Insel Chark) oder begrenzte Vorstöße auf das iranische Festland vor [04:59], [05:56]. Für den Fall einer Bodeninvasion deutet Marandi an, dass der Iran Angreifer gezielt ins Landesinnere locken könnte, um sie in langwierige Abnutzungskämpfe zu verwickeln [27:02].

4. Die iranische Vergeltungsstrategie und regionale Verwundbarkeiten

  • Umfassende Zerstörung regionaler Infrastruktur: Sollte die eigene Infrastruktur angegriffen werden, wird der Iran laut Marandi die kritische Infrastruktur (Strom- und Wasserversorgung) der US-Verbündeten in der Region zerstören. Betroffen wären die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Bahrain, Katar und Saudi-Arabien [08:00]. Aufgrund des extremen Klimas am Persischen Golf würde ein Ausfall dieser Systeme die Evakuierung dieser Länder erzwingen [08:25], [10:55].
  • Seewege und Energieexporte: Durch die Kooperation mit dem Jemen würde das Rote Meer für feindliche Schiffe komplett geschlossen, was die saudischen und regionalen Ölexporte zum Erliegen brächte [18:47].
  • Unterirdische Militärkapazitäten: Der Iran habe seine strategischen Raketen- und Drohnenkapazitäten über Jahrzehnte in tiefen unterirdischen Bunkersystemen ausgebaut. Diese seien durch US-amerikanische B-2-Bomber nicht zerstörbar. Viele dieser Basen seien im bisherigen Konfliktverlauf noch gar nicht geöffnet oder eingesetzt worden [24:25].

5. Globale wirtschaftliche und geopolitische Auswirkungen

  • Globale Wirtschaftskrise: Ein erneuter heißer Krieg in der Region würde die weltweite Wirtschaft unverzüglich in eine tiefe, langanhaltende Depression stürzen, da die Energieversorgung massiv beeinträchtigt wäre [09:17], [31:30].
  • Verschiebung der Kräfteverhältnisse: Marandi betont, dass der Iran den Konflikt aufgrund seiner demografischen und zivilisatorischen Widerstandskraft wirtschaftlich und politisch überdauern werde, während die USA letztlich zum Abzug gezwungen sein würden [13:08], [26:00]. Selbst neokonservative US-Analysten (wie Robert Kagan) räumten inzwischen ein, dass die bisherige US-Strategie gegenüber dem Iran gescheitert sei [29:31].

47:21

Alexander Mercouris erörtert die politische Legitimationskrise unter einer diskreditierten Elite, die Europa in einen vorrevolutionären Moment führt.