Kommunisten Kneipe (Medienpräsenz)

2:00:25

Im Gespräch mit Georg Fülberth gehen Ann-Sofie und Harro auf die Spuren des 1848'er Revolutionärs, Wilhelm Liebknecht. Als einer der größten Kenner der deutschen Arbeitergeschichte entwickelt Georg Fülberth einen Zeitstrahl durch das 19. Jahrhundert und wirft immer wieder das Licht auf dunkle Flecken sozialistischer Geschichte. Neben biographischen Aspekten, geht Fülberth auf Liebknechts politische Haltung ein und lässt auch den ein oder anderen Gossip der jungen kommunistischen Bewegung, nicht außer Acht.

1:54:40

In der neunten Folge des Roten Fadens begeben sich Jörg und Harro wieder auf das große geopolitische Schachbrett. Im Zentrum des Gesprächs steht der US-israelische Angriffskrieg gegen den Iran und seine globalen Folgen. Der Gesamtkomplex beinhaltet die Interessen der Angriffsstaaten, des Irans, der Golfstaaten, die Rolle der EU und die von China. Außerdem geht es um die neue deutsche militante Welle, die strategische Position Chinas, Entwicklungen im Krieg in der Ukraine und den Würgegriff der USA auf Kuba. Ein Gespräch über Krieg, Propaganda und die Verschiebung der globalen Machtverhältnisse. 

Zeitmarken

0:00 Intro/Begrüßung 
0:40 Vorgeplänkel 
11:23 Themenüberblick 
13:48 Kurz-Herleitung Iran Krieg 
22:03 Iran-Krieg aktuell 
26:03 EU: die alte Welt des Völkerrechts 
36:45 Exkurs: Amerikanische Räuberpistolen 
44:28 Straße von Hormuz und der Ölpreis 
1:00:39 Interessen der Golfstaaten 
1:15:04 Gesamtkomplex Iran-Krieg 
1:18:10 Die neue deutsche militante Welle 
1:25:22 Strategischer Partner China 
1:31:14 Volkskongress und 5-Jahresplan 
1:37:57 Ukrainekrieg und Ungarn 
1:45:57 US-Würgegriff gegen Kuba 
1:53:23 Abschied

1:42:08

Bei der heutigen Folge handelt es sich um die Veröffentlichung einer Veranstaltung von Flora für Alle mit Leadros Fischer vom 17.12.2025. 
Leandros Fischer stellt in seinem Vortrag die Frage, ob es sich bei den sogenannten Antideutschen um deutsche Befindlichkeiten handelt oder um den speziellen Ausdruck einer imperialen Linken. Er zeichnet die historische Entstehung der Antideutschen nach, deren Grundargumentation sich bereits in der Sozialdemokratie der zweiten Internationalen finden lässt und sich in der heutigen Linken fortsetzt. 

Leandros fasst die Antideutschen als innerlinken Ausdruck der Befürwortung eines liberal-imperialistischen Projekts zusammen. Diese entspringt sowohl aus ideologischer Überzeugung als aus Opportunismus und Regierungswillen. 

Um dieser immer noch wirksamen Strömung entgegenzuwirken muss die Palästinasolidarität, so die Schlussfolgerung, konsequent antikapitalistisch und antimilitaristisch ausgerichtet sein.

1:43:16

In dieser Folge senden wir einen besonderen Gastbeitrag aus einer Veranstaltungsreihe, aufgezeichnet in einem vollbesetzten Saal in Marburg, so voll, dass wir am Ende auf dem Boden sitzen mussten. Danke an die DKP Marburg für die Organisation und die Möglichkeit zur Aufzeichnung.
Unser Stammgast Georg Fülberth nimmt euch mit in die Zeit direkt nach 1945:
➡️ Wie kehrten KPD und SPD nach dem deutschen Faschismus zurück?
➡️ Was bedeutete das für linke Politik in Marburg und bundesweit?
➡️ Wie prägt Wolfgang Abendroth diese Auseinandersetzungen – innerhalb der SPD, im SDS und darüber hinaus?
Ein lebendiger Vortrag über politische Konflikte, Parteigeschichte und außerparlamentarische Opposition in der frühen Bundesrepublik Deutschland

1:20:36

In der siebten Folge des Roten Fadens sprechen Jörg und Harro über die militärischen US-Angriffe gegen Venezuela, offen artikulierte Regimewechsel-Fantasien, einen explodierenden US-Rüstungshaushalt und eine US-Regierung, die nicht länger gewillt ist, die Fassade zur eigenen Legitimierung aufrechtzuerhalten. Was wir derzeit erleben, ist kein Betriebsfehler einer ansonsten intakten Weltordnung, sondern die Fortsetzung eines militanten Normalzustands. In dieser Folge sprechen wir über offen zutage tretenden US-Imperialismus: über die militärischen Ereignisse rund um Venezuela, die historische Kontinuität US-gestützter Militärputsche, die Monroe-Doktrin in neuer Gestalt, die lange Linie der sogenannten Jakarta-Methode sowie die Rolle Lateinamerikas als vermeintlicher „Hinterhof“ der Vereinigten Staaten. Auch Kolumbien gerät ins Fadenkreuz, die USA lassen Kuba am langen Arm verhungern und Grönland soll – zu einem guten Preis – wie eine Immobilie gekauft werden. Wir ordnen die aktuelle Eskalation in der Hegemoniekrise der unipolaren Weltordnung ein, sprechen über wirtschaftliche und geopolitische Interessen, von Öl über Handelsrouten bis hin zur globalen Machtkonkurrenz mit China und fragen, wo die Bundesregierung bei all dem steht.

18:24

In der ersten Folge des Kurzformats Rote Frauenstimmen geht es um Olga Benario Prestes.

Olga Benario war Kommunistin, Internationalistin und Widerstandskämpferin. Sie organisierte sich in der kommunistischen Jugend in Berlin, kämpfte international – und blieb auch unter Haft, Folter und im Konzentrationslager standhaft.

Diese Folge ist keine vollständige Biografie, sondern konzentriert sich auf Olgas politischen Weg, ihre Haltung und ihre Bedeutung für den kommunistischen Widerstand.

Rote Frauenstimmen erzählt die Geschichte kommunistischer Frauen aus der Perspektive der Bewegung –
nicht aus der Sicht bürgerlicher Geschichtsschreibung, die den organisierten Widerstand der Arbeiterbewegung oft ausblendet oder umdeutet.

1:12:13

Hat Engels den Marxismus verfälscht? In dieser Folge fragen wir, wie eng Marx und Engels tatsächlich zusammenarbeiteten, welche theoretischen Konzepte sie gemeinsam entwickelten und wie sehr Engels’ eigene Beiträge, von der Lage der arbeitenden Klasse in England bis zu seinen historischen und naturwissenschaftlichen Studien, Marx’ Werk überhaupt erst ermöglichten. Wir untersuchen, ob die oft behauptete Arbeitsteilung zwischen einem „eigentlichen“ Marx und einem popularisierenden oder vereinfachenden Engels der historischen Realität entspricht. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Kritik seit den 1950er Jahren, die Engels unterstellt, die Dialektik auf Natur ausgeweitet, Marx’ Ansatz systematisiert oder in den späteren Kapital-Bänden durch seine Redaktion verfälscht zu haben. Dabei gehen wir der Frage nach, ob diese Vorwürfe haltbar sind oder ob sie vor allem politisch motivierte Mythen darstellen.

1:36:01

In dieser Folge an unserem Kulturstammtisch widmen wir uns einem der bedeutendsten Antikriegsromane des 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit unserem Gast Daniel – Jurist, Literaturkritiker und Publizist – vom Literaturkollektiv nous für konfrontative Literatur, sprechen wir über den historischen Kontext des Ersten Weltkriegs, die Entstehungszeit des Romans im Jahr 1929 und die Kriegsentwicklungen in der Gegenwart.

Wir gehen der Frage nach, wo die Linien verlaufen zwischen einem pazifistischen Roman und einem dezidiert antimilitaristischen bzw. antiimperialistischen Werk. Dabei betrachten wir, wie sich die 10 Prinzipien der Kriegspropaganda, die oft tiefer in der Zivilgesellschaft verankern als im Schützengraben selbst – und weshalb dieser Mechanismus bis heute relevant ist. Schließlich knüpfen wir an Rosa Luxemburgs berühmten Auszug in der Junius Broschüre „Sozialismus oder Barbarei“ an.

Eine Folge für alle, die Literatur, Geschichte und politische Analyse im Zusammenspiel erleben möchten.

1:16:22

1944 veröffentlichte Eric E. Williams sein Werk Kapitalismus und Sklaverei. Darin arbeitet er drei grundsätzliche Argumente heraus: Die Abschaffung der Sklaverei war kein Akt moralischer Einsicht, sondern das Ergebnis ökonomischer Interessen. Rassismus gegen Schwarze entstand nicht als Ursache, sondern als ideologische Rechtfertigung der Versklavung. Und der transatlantische Sklavenhandel wie auch die Sklavenarbeit in der Karibik leisteten einen maßgeblichen Beitrag zur industriellen Entwicklung Großbritanniens und wurden zu einer tragenden Säule seines Kapitalismus.

Über dieses Buch, das nun in deutscher Übersetzung im Manifest-Verlag vorliegt, und darüber, warum Sklaverei und Kapitalismus historisch wie gegenwärtig keine Gegensätze bilden, sprechen wir mit Bafta Sarbo und René Arnsburg.