russland.RU (Medienpräsenz)

23:53

Sergej Lawrows Rede anlässlich der Eröffnung des IV. Kongresses der Internationalen Russophilen Bewegung, Moskau, 17. September 2026

13:23

Professor John Mearsheimer sagt voraus, dass „Russland einen hässlichen Sieg über die Ukraine erringen wird“, und argumentiert, dass Moskau den Krieg trotz seiner militärischen Einschränkungen langsam für sich entscheidet. Er sagt, Russland sei in der Lage, die Ostukraine zu erobern, schließt jedoch eine russische Eroberung Osteuropas aus.

1:51:49

Rede und Antworten auf Fragen des Außenministers der Russischen Föderation, S. W. Lawrow, anlässlich eines „Runden Tisches“ der Botschaften zum Thema „Die Ukraine-Krise. Die rechtliche Aggression des Westens“, Moskau, 15. September 2026

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

0:00 – Intro/Musik

0:16 – Begrüßung, Eröffnung des Rundtischgesprächs

0:43 – Rede von Außenminister Lawrow beginnt

Rede: Juristische Aggression des Westens gegen Russland

1:31 – Ukraine seit dem Umsturz 2014: Vorwurf der Unterdrückung russischsprachiger Bevölkerung

3:47 – Vorwurf der selektiven Auslegung der UN-Charta (Kosovo vs. Krim)

6:27 – Rückblick auf den Umsturz vom Februar 2014

10:10 – Minsker Vereinbarungen und deren Scheitern

11:57 – Verhandlungen 2022 in Istanbul

13:37 – Konzept der „juristischen Kriegsführung“ (Lawfare)

14:02 – Sanktionen gegen Russland

15:30 – IGH-Verfahren: Vorwurf der Terrorismusfinanzierung (Krim)

18:57 – Zweites IGH-Verfahren: Vorwurf des Völkermords

21:00 – Kritik an UN-Sonderberichterstatter für Minderheitenfragen

22:22 – Schiedsverfahren zum Asowschen Meer/Straße von Kertsch

24:44 – Fazit zu den (aus russischer Sicht) verlorenen ukrainischen Klagen

25:36 – ICAO-Verfahren zum Abschuss von MH17

26:47 – Kritik am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH)

32:33 – Geplantes Sondertribunal zum „Verbrechen der Aggression“

34:22 – Eingefrorene russische Zentralbank-Vermögenswerte bei Euroclear

36:56 – Sekundärsanktionen gegen Drittstaaten

39:42 – Vorwurf illegaler Aufbringung von Schiffen („Schattenflotte“)

42:36 – Internationaler Tag gegen Kolonialismus / Bedeutung für andere Staaten

43:39 – Drohungen Selenskyjs gegen zivile Luftfahrt

44:52 – Sprach- und Religionsverbote in der Ukraine

47:53 – Ende der Rede, Übergang zur Fragerunde

Fragerunde

48:15 – Palästina: Fragen zu neuer Weltordnung, Brexit, US-Vermittlung Iran/Ukraine

50:36 – Antwort: Internationale Ordnung nach dem Kalten Krieg, deutsche Wiedervereinigung

1:00:07 – Reform von IWF/Weltbank, BRICS-Alternativen

1:03:05 – Frage zu einem möglichen Iran-Ukraine-Junktim

1:05:28 – Grundpositionen Russlands zu Verhandlungen mit der Ukraine

1:15:23 – Arabische Liga: BRICS-Gipfel und Ukraine-Gespräche

1:16:39 – Antwort: Verhandlungsverlauf, Referenz auf „Anchorage“-Vereinbarung

1:23:51 – Brasilien: Wege zur Deeskalation

1:29:08 – Antwort: Grundursachen des Konflikts, IWF/Weltbank-Förderzahlen für die Ukraine im Vergleich

1:34:21 – Peru: Wie lange dauert die Militäroperation noch?

1:37:44 – Madagaskar: Literarische Anspielungen, Frage nach konkreten Lösungen

1:51:05 – Abschluss und Dank

9:21

Wladimir Putin äußert sich zu den politischen Entwicklungen in Deutschland und Europa. Im Mittelpunkt stehen seine Kritik an der westlichen Politik gegenüber Russland, die NATO-Osterweiterung und der Ukraine-Konflikt. Zudem spricht er über die europäische Energiepolitik, steigende Gaspreise und die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland. Dabei verweist er auch auf seine früheren Gespräche mit dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und dessen Vorstellungen von einem engen Verhältnis zwischen Europa und Russland.

7:37

Der russische Präsident Wladimir Putin traf sich im Kreml in Moskau mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, als die Gespräche über den schwierigen russisch-ukrainischen Konflikt begannen.
Putin erklärte, die Kontakte zwischen Russland und den Vereinigten Staaten seien stets von Vorteil gewesen, und beschrieb die Zusammenarbeit mit Witkoff und Kushner als einen angenehmen und vertrauensvollen Prozess. Außerdem bat er die US-Gesandten, Präsident Donald Trump seine besten Wünsche und seinen Dank zu übermitteln, da Trump sich weiterhin um eine Lösung des russisch-ukrainischen Konflikts bemühe.
Steve Witkoff dankte Putin für die, wie er es nannte, vorübergehende „Schusswaffenpause“ während des Besuchs der US-Delegation, die den Vermittlern eine sichere Reise ermöglicht habe. Putin erklärte, Russland habe eine offizielle Aufforderung erhalten, die Angriffe auf Kiew einzustellen, und er habe den entsprechenden Befehl erteilt.
Das hochbrisante Treffen im Kreml findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Witkoff und Kushner voraussichtlich ihre diplomatischen Bemühungen unter Einbeziehung Moskaus und Kiews fortsetzen werden, da der Krieg zwischen Russland und der Ukraine nach wie vor eine der weltweit wichtigsten geopolitischen Krisen darstellt.

1:25:22

Rede des Außenministers der Russischen Föderation, S. W. Lawrow, im Rahmen der Vortragsreihe der russischen Gesellschaft „znanie“ am Rande des XI. Östlichen Wirtschaftsforums (#EWF)

58:59

Interview des Außenministers der Russischen Föderation, S. W. Lawrow, mit dem Fernsehsender RBC, Moskau, 28. August 2026

Überblick

Der Wandel der Weltordnung und die Demütigung der 1990er Jahre (00:15) Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die westliche Unipolarität de facto offen proklamiert [752–753]. Francis Fukuyamas These vom „Ende der Geschichte“ spiegelte die Träume der westlichen Eliten wider, dass ihr liberales Modell das einzig dominierende auf dem Planeten sein würde [753–754]. In Russland wurde dieser Kurs anfangs teils enthusiastisch aufgenommen, was dazu führte, dass westliche Berater russische Regierungsbehörden überfluteten und Privatisierungen steuerten [754–755]. Die Folgen dieses Kurses stellten sich jedoch rasch als verheerend für die russische Wirtschaft und Gesellschaft heraus.

Das vergebliche Streben nach europäischer Integration und Putins Münchner Rede (03:36) Lawrow erinnert daran, dass Wladimir Putin Bill Clinton bei ihrer ersten Begegnung vorschlug, Russland in die NATO aufzunehmen, was Clinton jedoch nach Rücksprache mit seinem Stab ablehnte [756–757]. Selbst Russlands spätere Aufnahme in die G8 war keine vollwertige Mitgliedschaft; heikle Finanz- und Handelsentscheidungen wurden weiterhin im exklusiven G7-Kreis beschlossen und Russland erst nachträglich informiert [757–758]. Dieser bewusste Ausschluss markierte den Wendepunkt und führte schließlich zu Putins Münchner Sicherheitsrede 2007, in der er die Lügen des Westens offen anprangerte und die Realität einer multipolaren Welt darlegte [759–761].

Der Betrug der Rüstungskontrolle und die NATO-Osterweiterung (07:15) Trotz mündlicher Zusicherungen an die sowjetische Führung (bestätigt durch die Memoiren des ehemaligen US-Botschafters Jack Matlock), dass sich die NATO nach der deutschen Wiedervereinigung nicht nach Osten ausdehnen würde, schritt die Erweiterung stetig voran. Westliche Partner wiegelten russische Proteste ab, indem sie schriftliche Dokumente (wie das Istanbuler Abkommen von 1999) als „rechtlich nicht bindende, bloß politische Erklärungen“ deklarierten. Auch Russlands spätere Vorschläge für einen rechtlich bindenden europäischen Sicherheitsvertrag (2008 und Dezember 2021) wurden vom Westen arrogant ignoriert [769–770].

Die Ukraine-Krise 2014 und die Sabotage der Diplomatie (10:39) Lawrow verweist auf das Abkommen vom 21. Februar 2014 zwischen Janukowytsch und der Opposition, das von Deutschland, Frankreich und Polen garantiert, jedoch tags darauf durch den Maidan-Putsch gebrochen wurde. Ähnlich verhielt es sich mit den Minsker Vereinbarungen: Führende westliche Politiker (Merkel, Hollande, Poroschenko) gaben später offen zu, dass diese nie umgesetzt werden sollten, sondern nur dazu dienten, Kiew Zeit für die Aufrüstung zu verschaffen [778–780]. Im April 2022 verbot der britische Premier Boris Johnson schließlich der Ukraine die Unterzeichnung des in Istanbul bereits fertig ausgehandelten Friedensvertrags [780–781, 783].

Die Unterdrückung von Sprache und Religion im Kiewer Regime (16:58) Der Westen fordert laut Lawrow derzeit einen bloßen Waffenstillstand an der aktuellen Kontaktlinie, um das Kiewer Regime neu aufzurüsten und Stabilisierungskräfte (unter der Führung von Großbritannien und Frankreich) zu stationieren [781–783]. Dieses Vorhaben dient dem Schutz eines neonazistischen Regimes, welches die russische Sprache und die kanonische orthodoxe Kirche gesetzlich verboten hat [783–784]. Der Vatikan und UN-Vertreter schweigen zu diesen massiven Menschenrechtsverletzungen, obwohl die UN-Charta den Schutz von Sprache und Religion bedingungslos vorschreibt [784–787].

Geheimdienstkanäle und das Anchorage-Abkommen mit Trump (20:39) Lawrow äußert sich zu den Leaks über angebliche amerikanische Unterstützung für ukrainische Angriffe auf die russische Wirtschaftsinfrastruktur . Er betont, dass Donald Trump im Gegensatz zu Biden und den Europäern versucht hat, die Grundursachen des Konflikts zu verstehen, und sich offen gegen die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine positionierte [792–794]. Beim Anchorage-Treffen (August 2025) las Putin Trumps Vorschläge vor, die vollständig akzeptiert wurden [798–800]. Europäische Staatschefs wie Macron und Selenskyj bedrängten Trump jedoch so lange, bis dieser die eigene Vereinbarung begrub. Russland wird bei künftigen Verhandlungen daher keine Waffenruhe mehr ausrufen.

Geopolitik und die neuen Bündnisse mit Nordkorea und dem Iran (29:49) Russland sieht sich heute mit einer geschlossenen Front des kollektiven Westens konfrontiert. Länder wie Nordkorea und der Iran, die vom Westen jahrzehntelang als Außenseiter-Staaten stigmatisiert wurden, sind nun Russlands wichtigste Verbündete. Lawrow verurteilt die westliche Doppelmoral: Während Kiews terroristische Methoden (Angriffe auf russische Raffinerien, Strände und Hochzeitsgesellschaften in Moskau) stillschweigend geduldet werden, wird der Iran für seine legitime Selbstverteidigung gegen US-israelische Aggressionen scharf kritisiert [819–820, 829–831].

Künstliche Intelligenz und die Spaltung in Technologielager (43:53) Die geopolitische Spaltung spiegelt sich auch im Technologiesektor wider, wo die USA eine monopolistische „Pax Silica“ etablieren wollen, um Chinas rasanten Aufstieg einzudämmen [833–834]. Als Antwort auf diese technologische Ausgrenzung hat China eine Weltorganisation für künstliche Intelligenz ins Leben gerufen, an der Russland als Gründungsmitglied aktiv beteiligt ist [835–836]. Auch der Vatikan teilt Russlands Besorgnis über die zunehmend unkontrollierbaren militärischen Anwendungen von KI.

Das eurasische Schicksal Armeniens und Parallelen zur Ukraine (47:49) Lawrow kritisiert die aktuelle armenische Führung unter Paschinjan, die sich einseitig auf die EU ausrichtet, während der armenische Wohlstand der letzten Jahre primär auf der Mitgliedschaft in der Eurasischen Wirtschaftsunion beruhte [840–843]. Er zieht direkte Parallelen zu den Ereignissen in der Ukraine im Jahr 2013, als die überhastete EU-Assoziierung den Maidan-Putsch auslöste. Armenien droht durch den Bruch mit Russland der Verlust von dreifach bis vierfach günstigeren Energieträgern [846–847].

Das Ende des "postsowjetischen Raums" und das Konzept des "nahen Auslands" (55:30) Der Begriff des „postsowjetischen Raums“ ist laut Lawrow längst Geschichte . Für die moderne Politik verwendet das russische Außenministerium stattdessen das neutralere Konzept des „nahen Auslands“ (nahes Ausland) . Er stellt klar, dass Russland im Gegensatz zu westlichen Mächten (wie den USA und Großbritannien), die durch Desinformation und Einmischung (wie beim ersten Maidan 2004) ständig Staatsstreiche inszenieren, niemals anderen Völkern seine Ordnung aufgezwungen hat