Was ist Faschismus? Eine Bewegung? Ein gleichgeschaltetes Herrschaftssystem? Für Paul Mason ist Faschismus nicht zuletzt ein Gedankengebäude. In dessen Zentrum steht eine ethnisch definierte Mehrheit, die sich als Opfer emanzipatorischer Bestrebungen sieht und alles ablehnt, was sie in ihrem Widerstand dagegen einschränken könnte: liberale Demokratie, Medien, Wissenschaft. Blickt man durch diese Linse auf den Hindunationalismus eines Narendra Modi, auf den queerfeindlichen Kurs bestimmter osteuropäischer Regierungen oder die Lügen eines Donald Trump, sind Übereinstimmungen unverkennbar. Wie der Faschismus der Zwischenkriegszeit gedeihen diese Phänomene in einer Phase tiefgreifender Umbrüche.
Paul Mason (Jahrgang 1960) ist ein britischer Journalist und Autor, der insbesondere durch seine wirtschafts- und gesellschaftsanalytischen Beiträge bekannt wurde. Er arbeitete viele Jahre als Wirtschaftsredakteur für BBC Newsnight und später für Channel 4 News, bevor er als freier Autor tätig wurde. Mason beschäftigt sich in seinen Publikationen mit technologischem Wandel, politischer Ökonomie und Transformation des Kapitalismus. Mit seinem Buch PostCapitalism erlangte er internationale Aufmerksamkeit für Thesen zur Zukunft wirtschaftlicher Systeme im digitalen Zeitalter. Neben Büchern schreibt er regelmäßig Artikel und Kommentare für britische und internationale Medien. Seine Arbeit verbindet analytische Berichterstattung mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen.
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