Jung & Naiv (Medienpräsenz)

4:11:44

Zu Gast im Studio: Ardalan Ibrahim – Philosoph, Coach, Gründer sowie Bundesvorsitzender der „Losdemokratie“-Partei.

Ein Gespräch über Ardalans Weg zum Parteigründer, Biografie und Ausbildung, seine Politisierung und Elternhaus, seine Kritik an unserem Herrschaftssystem und der liberalen Demokratie, Oligarchie und Machtverhältnisse (Arm vs Reich, Oben vs Unten, Eigentümer vs. Lohnabhängige), direkte Demokratie vs. "echte Demokratie" wie die Losdemokratie, die Entstehung, Satzung und Struktur der Losdemokratie-Partei, Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, Berufs- vs Zufallspolitiker sowie die Prinzipien der Losdemokratie wie den Ablauf der Verlosung, dessen Regeln und Kriterien und grundsätzliche Kritik am Konzept + eure Fagen via Hans
 

2:36:49

u Gast im Studio: Elif Eralp, Juristin und Politikerin (Die Linke). Seit 2021 ist sie Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Sie ist Spitzenkandidatin der Linken für die Abgeordnetenhauswahl 2026 und damit Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin.

Ein Gespräch über Elifs Biografie, Jugend, Eltern, deutsch-türkische Identität und Diskriminerungs- wie Rassismuserfahrungen, ihren Weg nach Berlin und in die Linkspartei, ein sozialistisches Berlin, ihre Entscheidung für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin zu kandidieren, Asyl, Migrationspolitik, Integrationsangebote und Abschiebungen aus Berlin, Polizei und Polizeigewalt, die Zukunft des Berliner Verfassungsschutzes, Sicherheit in den U-Bahnen, Drogentaxis, die hohe Arbeitslosigkeit und Armut in der Stadt, Mieten, Wohnen und Vergesellschaftung, Berliner Verkehrspolitik und die zukünftige Rolle von privaten Autos, zerfallene Unis sowie die Aufregung um israelfeindliche Auftritte bei den Neuköllner Linken.

3:02:22

Zu Gast im Studio: Bert Hoffman, Politikwissenschaftler am GIGA German Institute of Global and Area Studies in Hamburg. Er leitet das Berlin-Büro des GIGA, ist Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin, und Präsident des CEISAL (Europäischen Rates für sozialwissenschaftliche Lateinamerikaforschung). Hoffmann forscht zu politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Lateinamerika. Über Kuba hat er eine politische Landeskunde sowie zahlreiche Aufsätze über die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung geschrieben.

Ein Gespräch über Berts Faszination für Lateinamerika und speziell Kuba, seine Biografie und seinen Werdegang, die aktuelle Lage Kubas und die dramatische Energieversorgung, die Regime-Change-Versuche der USA, das jahrzehntelange US-Embargo und die Machtlosigkeit der anderen Staaten, die Kolonialgeschichte Kubas und den Weg von Fidel Castro an die Macht 1959, die Castro-Dynastie und den heutigen Präsidenten Miguel Diaz-Canel, die Rolle des kubanischen Militärs, die wichtigsten Wirtschaftssektoren des Landes, den weltbekannten Gesundheitssektor, die heutige Rolle von Frauen und Afrokubanern uvm. + eure Fragen via Hans

2:19:17

Zu Gast im Studio: Michael Lüders. Er war von 2015 bis 2022 Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. Außerdem war er Beiratsmitglied des Nah- und Mittelost-Vereins (NuMOV) und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Orient-Stiftung. Er gehört seit Januar 2024 dem Parteivorstand des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) an, seit Dezember 2025 als einer von sieben stellvertretenden Bundesvorsitzenden. Er war Spitzenkandidat des BSW Sachsen-Anhalt zur Bundestagswahl 2025. Zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 bildet er mit Alexander King das Spitzenkandidaten-Duo seiner Partei.

Ein Gespräch über Michaels Weg ins BSW und in dessen Parteivorstand, das BSW-Chaos um Thüringen und Mario Voigts Plagiatsaffäre, die Ermöglichung eines AfD-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt durch das BSW-Abstimmungsverhalten in einem möglichen dritten Wahlgangs, den Unterschied zwischen der AfD und den etablierten Parteien wie Union, SPD, Grüne und FDP, die BSW-Bundespartei als "Sekte", Michael und die "Fleischtöpfe" in den Parlamenten, die BSW-Positionen zu den drängensten Fragen in Berlin wie Mieten & Wohnen, mehr Polizei, Berlins Weg zu Klimaneutralität, die hohe Arbeitslosigkeit in Berlin, Integration, Verkehrspolitik, Rüstungsindustrie in Berlin sowie die KI-generierten BSW-Plakaten + eure Fragen via Hans

Zeitmarken:
00:00 Intro 
01:06 Michael im BSW 
05:02 Ukrainekrieg, Energiepolitik und Kritik an der Berliner Politik 
07:24 BSW in Thüringen, Mario Voigt und die CDU-Koalition 
10:44 AfD, Höcke und der Vorwurf politischer Taktik 
12:17 Sahra Wagenknecht, Bundespartei und Berliner Landespolitik 
18:15 Sachsen-Anhalt: BSW, AfD und der mögliche Ministerpräsident 
24:52 Brandmauer, dritter Wahlgang und überparteilicher Kandidat 
30:00 Warum ist die AfD stark? 
34:28 Sektenvorwurf, Bundesvorstand und Sahra Wagenknecht 
37:00 Fleischtöpfe, Kandidaturen und politischer Anspruch 
45:00 Warum Berlin statt Sachsen-Anhalt? 
49:02 Wohnungspolitik, Privatisierungen, Linke und SPD 
51:30 Deutsche Wohnen & Co. enteignen und Vergesellschaftung 
54:10 BSW-Eckpunkte vs. 66-Seiten-Wahlprogramm 
59:31 Leerstand, Neubau und Spekulation mit Wohnungen 
1:01:38 Polizei, Sicherheit und konservative Forderungen 
1:09:33 Mindestlohn, Tarifbindung und öffentliche Aufträge 
1:13:54 Schwedt, Russlandpolitik und Grenzen der Landespolitik 
1:16:34 Integration, Sprachkurse und Einwanderungspolitik 
1:25:13 Verkehrspolitik, Autos, ÖPNV und Kopenhagen 
1:29:30 Rüstungsindustrie, Rheinmetall und Landesverteidigung 
1:35:00 Ukraine-Hilfen, Oligarchen und der Vorwurf der Abzocke 
1:41:00 Nord Stream, Wahlplakate und Energiepolitik 
1:44:46 Gaza, Israel-Sanktionen und deutsche US-Hörigkeit 
1:50:33 Hans mit Publikumsfragen: freies Mandat und imperatives Mandat 
1:55:21 Präsidium des BSW, Verantwortung und Sozialstaat 
2:00:00 Wahlprogramm-Check: Vergesellschaftung und Integrationskurse 
2:05:00 Ukrainische Geflüchtete, Bürgergeld und Integration 
2:10:05 Piroc, Patronenproduktion und Rüstungskooperationen 
2:11:51 Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Rundfunkrat 
2:15:00 Wunschposition im Abgeordnetenhaus und Oppositionsrolle 
2:16:27 Katja Wolf, BSW-Schaden und Schluss

3:51:35

Zu Gast im Studio: Susan Neiman, Philosophin und seit dem Jahr 2000 Direktorin am Einstein Forum in Potsdam. Sie hat die amerikanische, israelische und deutsche Staatsbürgeschaft.

Ein Gespräch über Hoffnung als Prinzip, Universalismus, die Ideale der Aufklärung, Ungleichheit, demokratischer Sozialismus, Aufstieg des Faschismus, Biden vs Trump, die Politik des Status Quo, den Nahostkonflikt, eine Ein-Staaten-Lösung für Israelis und Palästinenser, den 7. Oktober, Hamas und Netanjahu, Susans Biografie, Werdegang und Großwerden in den USA sowie Wokeness und Susans Kritik an linker Identitätspolitik und vieles mehr.

1:08:11

Zu Gast in Jerusalem vor den Toren der Altstadt: Dror Etkes, israelischer Aktivist und einer der profiliertesten Beobachter der israelischen Siedlungspolitik im Westjordanland. Aufgewachsen in Jerusalem und früher selbst in einem religiös-zionistischen Umfeld sozialisiert, begann er nach seinem Militärdienst und längeren Auslandsaufenthalten, die Realität der Besatzung und der Siedlungen systematisch zu dokumentieren. Ab 2002 leitete er bei Peace Now das Projekt „Settlement Watch“, später arbeitete er für Yesh Din an juristischer Arbeit gegen Siedlungspolitik. 2012 gründete er Kerem Navot, eine Organisation, die Landnahme, Außenposten, Infrastruktur und staatliche Unterstützung des Siedlungsprojekts recherchiert und kartiert. Etkes’ Arbeit macht sichtbar, wie Besatzung nicht nur militärisch, sondern auch über Planung, Landverwaltung und politische Entscheidungen verfestigt wird.

Tilo spricht mit Dror über Israels Besatzungs- und Siedlungspolitik, die Realität in Ostjerusalem und der Westbank, Apartheid, jüdisch-israelische Privilegien, die Rolle von Armee, Bildungssystem und politischer Kultur – und darum, warum Etkes die Zwei-Staaten-Lösung für praktisch gescheitert hält. Er erzählt von seiner eigenen Politisierung in der Ersten Intifada, vom Aufwachsen in Ostjerusalem und von der Arbeit seiner Organisation, die Landnahme, Außenposten und Siedlergewalt dokumentiert. Am Ende steht die Frage, ob Veränderung aus Israel selbst kommen kann – oder nur durch internationalen Druck.

Zeitmarken

00:00 Teaser 
00:54 Vorstellung Dror Etkes 
03:50 Warum Etkes von Apartheid spricht 
05:55 Zionismus, Migration und Familiengeschichte 
11:15 Besatzung seit 1967 und der Beginn des Siedlungsprojekts 
14:14 Apartheid, Diskriminierung und Demokratiefrage 
17:37 Aufwachsen in Ostjerusalem und verdrängte Geschichte 
25:29 Armeezeit und Erste Intifada als politische Prägung 
30:52 Der ökonomische Aspekt der Besatzung 
35:01 800.000 Siedler und das Ende der Zwei-Staaten-Lösung 
39:51 Bildung, Ignoranz und gegenseitige Indoktrination 
46:17 Kerem Navot, Peace Now und linke Illusionen 
51:14 Israels innerer Faschismus und seine gesellschaftlichen Träger 
55:15 Privilegien nutzen: Arbeit in palästinischen Dörfern 
56:15 Außenposten, Landnahme und Siedlergewalt 
60:04 Finanzierung und Arbeit von Kerem Navot 
65:00 Warum Israel nur durch Druck seine Politik ändern wird 
65:38 Abschied und Ende der Israel/Palästina-Reise

1:07:08

Zu Gast im Studio: Ai Weiwei, chinesischer Konzeptkünstler, Bildhauer und Kurator. Der Menschenrechtler und Dissident war nach regierungskritischen Äußerungen während der Proteste in China 2011 von April bis Juni 2011 inhaftiert und hatte bis 2015 Reiseverbot. Im Anschluss verließ er das Land, lebte bis 2019 in Berlin, danach in England und seit 2021 in Portugal.

Ein Gespräch über Freiheit, Sprache und Denken, das Leben und Tod, Weiweis Isolationshaft, die Bedetung von Geld, Kapitalismus und Kommunismus in China, Meinungsfreiheit, Zensur und die Verantwortung eines Künstlers.

Zeitmarken

00:00 Vorstellung: Ai Weiwei in Berlin 
03:10 Vergangenheit und Erinnerung abschneiden 
04:15 Was bedeutet Freiheit? 
05:28 Freiheit als Nicht-Beherrschung 
07:08 Freiheit heißt Kampf 
09:45 Westliche Gesellschaften und Kapitalismus 
13:35 Medienmacht und Selbstzensur 
16:22 Neoliberalismus und das Fischglas 
20:00 Ehrlichkeit und ihr Preis 
22:16 Denken in einer zweiten Sprache 
24:05 Lesen, Kulturrevolution und deutsche Logik 
28:00 Entscheidungen, Sprache und Denken ohne Worte 
30:38 81 Tage geheime Haft 
33:50 Isolation und das Bedürfnis nach Kommunikation 
35:53 Vater, Mutter und frühe Prägungen 
39:21 Geld, Gebrauch und Kapitalismus als Krankheit 
42:11 China, Kommunismus und Staatskapitalismus 
45:36 Zensur, Israel/Palästina und Deutschland 
51:50 Absagen, Geflüchtete und der deutsche Rechtsruck 
55:06 Geschichte, Angst und der Kampf um Freiheit 
59:36 Sinn des Lebens und Tod 
1:02:15 Künstler, Verantwortung und Kunstmarkt

1:17:40

Unser Gast ist Sari Nusseibeh. Er ist palästinensischer Philosoph, Akademiker und öffentlicher Intellektueller aus Jerusalem. Nusseibeh war Präsident der Al-Quds-Universität und gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten palästinensischen Stimmen, die für Dialog, Gewaltfreiheit und eine politische Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts eintreten. Seine Familie ist seit Jahrhunderten mit der Geschichte Jerusalems verbunden, unter anderem durch die Rolle als Hüter des Schlüssels zur Grabeskirche.

Tilo spricht mit Sari über das Leben in Ostjerusalem unter israelischer Herrschaft, Besatzung, palästinensische Identität, Gewalt und Gewaltfreiheit, Fatah, Jassir Arafat und Mahmud Abbas, die Oslo-Jahre und das Versagen politischer Führung auf beiden Seiten. Es geht um den Krieg in Gaza, die Frage des Genozids, IGH und internationalen Druck sowie die Grenzen von Ein-Staaten- und Zwei-Staaten-Lösungen. Außerdem reflektiert Nusseibeh über Philosophie, Würde, Angst, Rache und darüber, warum Israelis und Palästinenser sich am Ende direkt miteinander auseinandersetzen müssen.

00:00 Teaser 
00:53 Intro: Sari Nusseibeh in Ostjerusalem 
01:14 Ostjerusalem unter israelischem Recht 
05:24 Zuhause, Sicherheit und Druck in Jerusalem 
06:17 Jericho, Checkpoints und Alltag der Besatzung 
10:37 Kann man sich unter Besatzung sicher fühlen? 
12:20 Gewalt, Macht und die Besetzten 
14:39 Menschlichkeit bei Ben-Gvir und Smotrich? 
15:54 Moral und Entsetzen 
19:35 Den Kreislauf der Gewalt durchbrechen 
22:12 Warum politische Führer Gewalt wählen 
25:47 Oslo, Rabin und die Wende zum Frieden 
28:17 Die Erste Intifada und Gewaltfreiheit 
30:28 Gefängnis 1991 und israelische Vorwürfe 
33:38 Ddie Nationalbewegung 
36:16 Der 7. Oktober 
40:21 Israels Reaktion, Schock und Rache 
44:46 Gaza, Genozid und Fakten vor Ort 
46:59 Deutschland, IGH und internationales Recht 
52:00 Das Scheitern der internationalen Ordnung 
54:39 Sicherheit gegen Freiheit 
55:41 Ein Staat, zwei Staaten, irgendeine Lösung? 
1:00:46 Ein unverbundener palästinensischer Staat? 
1:02:33 Abbas, Abu Mazen und Arafat 
1:09:41 Führung, harte Wahrheiten und Angst 
1:14:18 Philosophie: selbst denken

1:30:31

Unser Gast ist Ami Ayalon. Er war Kommandeur der israelischen Marine, Direktor des Shin Bet (Israels Inlandsgeheimdienst) und Mitglied der Knesset. Geboren 1945, wurde Ayalon zu einer der bekanntesten Sicherheitsfiguren Israels — und später zu einer der deutlichsten Stimmen aus dem israelischen Sicherheitsestablishment, die für eine politische Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts eintreten. Nach seinem Ausscheiden aus dem Shin Bet initiierte er gemeinsam mit dem palästinensischen Intellektuellen Sari Nusseibeh einen israelisch-palästinensischen Friedensvorschlag und äußert sich bis heute öffentlich zu Besatzung, Sicherheit, Demokratie und der Zukunft Israels. In dieser Folge spricht Ami über seine Jahre beim Militär und in den Geheimdiensten, über die Logik und die moralischen Kosten des Krieges, die israelische Besatzung palästinensischer Gebiete, den Krieg in Gaza und darüber, warum Israel aus seiner Sicht den eigenen Sieg nicht anerkannt hat. Er spricht über das Versagen der israelischen Führung, die Notwendigkeit, den eigenen Feind zu verstehen, und darüber, warum Israels langfristige Sicherheit aus seiner Sicht von palästinensischer Freiheit und einer politischen Perspektive für beide Völker abhängt.

44:31

Zu Gast in Tel Aviv: Anat Saragusti. Sie ist eine israelische Journalistin, Publizistin und Juristin. Saragusti ist bei der Journalistengewerkschaft in Israel für die Pressefreiheit zuständig. Zu Anats beruflicher Laufbahn gehören unter anderem ihre frühere Tätigkeit als Geschäftsführerin von Agenda (Israeli Center for Strategic Communications) sowie als Nachrichtenredakteurin, Reporterin und Fotografin. Anat ist als Friedensaktivistin und Menschenrechtsverteidigerin bekannt.

Wir sprechen über den Zustand des israelischen Journalismus, die Pressefreiheit im Land, Zensur und Selbstzensur, den Krieg in Gaza, den Krieg mit dem Iran, Benjamin Netanyahu und die ständigen Angriffe seiner Regierung auf Israels Medienorganisationen.