Jasmin Kosubek (Medienpräsenz)

1:31:54

Sucharit Bhakdi ist Mediziner und war Professor an der Universität Mainz. Geboren in Thailand, kam er mit knapp 17 Jahren nach Deutschland, wo er studierte, wissenschaftlich arbeitete und schließlich eine Professur erhielt. Während der Corona-Jahre wurde Bhakdi zu einer der bekanntesten und zugleich umstrittensten Stimmen der Maßnahmen- und Impfkritik. Universitäten distanzierten sich öffentlich von ihm, sein Verlag beendete die Zusammenarbeit und wegen Äußerungen aus dem Jahr 2021 wurde er wegen Volksverhetzung angeklagt. Nach einem Freispruch im Jahr 2023 läuft das Verfahren weiter.

Im Gespräch beschreibt Bhakdi, warum er Deutschland einst als Heimat empfand und weshalb er heute glaubt, dass Mitmenschlichkeit, Empathie und Würde verloren gegangen seien. Er spricht über seine buddhistisch geprägte Kindheit, seine Eltern und die Werte, die sie ihm vermittelten, über seine Unterstützung für die AfD und seine Erfahrungen während der Corona-Jahre. Persönlich wird es, als Bhakdi erklärt, warum er Deutschland inzwischen verlassen möchte und welche Sorgen er sich als fast 80-jähriger Vater eines neunjährigen Sohnes über dessen digitale Lebenswelt macht. Außerdem spricht er über sein laufendes Strafverfahren, die Reaktionen ehemaliger Kollegen und eine medizinische Hypothese, die er selbst als möglicherweise größte Entdeckung seiner wissenschaftlichen Laufbahn bezeichnet.

1:46:49

Alexander Teske war über zwei Jahrzehnte für die ARD tätig und arbeitete unter anderem in der Nachrichtenredaktion. Heute blickt er deutlich kritischer auf den öffentlich rechtlichen Rundfunk und seine eigene Zeit innerhalb des Systems. In seinem neuen Buch beschäftigt er sich zudem mit sogenannten Wochenkindern, die in der DDR bereits im frühen Kindesalter mehrere Tage am Stück von ihren Eltern getrennt betreut wurden. Teske war selbst ein Wochenkind.

Im Gespräch geht es um die Frage, wie journalistische Blasen entstehen und welchen Einfluss politische Überzeugungen auf Berichterstattung haben können. Teske spricht über seine Erfahrungen während der Flüchtlingskrise 2015, redaktionelle Grenzen während Corona und den Umgang mit der AfD. Er erklärt, warum er heute manche Entscheidungen seiner früheren Kollegen anders bewertet und weshalb ihm das Ausmaß des Misstrauens gegenüber öffentlich rechtlichen Medien lange nicht bewusst war. Außerdem spricht er über frühe Fremdbetreuung, mögliche Folgen für Kinder, seine eigene Familiengeschichte und darüber, warum sich die deutsche Medienlandschaft aus seiner Sicht langsam wieder öffnet.

Zeitmarken:
00:00 Intro 
00:52 Die Tagesschau und ihre Bedeutung 
08:05 Teskes Wandel nach der ARD 
14:24 Ost West und die Folgen früher Fremdbetreuung 
26:36 Kinderbetreuung heute und der Fall Eva Herman 
37:08 Corona und redaktionelle Grenzen 
42:17 Die Lebenswelt der Tagesschau Redakteure 
53:08 Migration und Berichterstattung seit 2015 
01:11:59 Social Media und alternative Medien 
01:23:56 Die AfD und der Umgang mit unbequemen Positionen 
01:38:56 Journalistische Distanz und der Wandel der Medienlandschaft

1:53:46

Ulrich Siegmund ist AfD-Politiker in Sachsen-Anhalt und spricht in diesem Interview über seinen politischen Anspruch, Verantwortung zu übernehmen und grundlegende Veränderungen anzustoßen. Im Zentrum stehen seine Vorstellungen zu Migration und Remigration, Familie und Demografie, deutscher Identität sowie sein Verhältnis zu Medien und politischen Institutionen. Gleichzeitig wird er mit kontroversen Positionen und Personen aus seinem politischen Umfeld konfrontiert und muss erklären, wo für ihn die Grenzen innerhalb der eigenen Partei verlaufen.

Das Gespräch entwickelt sich von der Frage nach Macht und Vertrauen zu den konkreten Konsequenzen einer AfD-geführten Politik. Jasmin Kosubek fragt nach Abschiebungen und dem Asylrecht, nach Integration und der Bedeutung deutscher Identität, aber auch nach Extremismusvorwürfen und persönlichen Verbindungen innerhalb der AfD. Besonders grundsätzlich wird die Auseinandersetzung beim Thema Corona: Siegmund bezeichnet den damaligen Umgang mit der Bevölkerung rückblickend als „großes moralisches Verbrechen“, wird jedoch zugleich mit früheren eigenen Forderungen nach stärkeren Schutzmaßnahmen konfrontiert. Zum Ende geht es um Regierungsverantwortung, den persönlichen Preis seiner politischen Karriere und die Frage, was mit einem Menschen passiert, wenn aus politischem Aufstieg tatsächliche Macht und Verantwortung werden.

Zeitmarken:
00:00 Intro 
01:01 Macht, Vertrauen und politische Veränderung 
07:00 Angst vor der AfD und gesellschaftliche Spaltung 
19:08 Remigration und Abschiebungen 
32:58 Familienpolitik, Steuern und Fachkräftemangel 
39:49 Identität, Diskriminierung und Integration 
01:01:12 Persönliche Angriffe und politische Konsequenzen 
01:10:27 Extremismusvorwürfe und interne AfD-Grenzen 
01:27:45 Corona: AfD zwischen Kritik und Opportunismus 
01:35:48 Corona-Aufarbeitung und politische Verantwortung 
01:42:23 Ministerien und Wehrpflicht 
01:45:17 Der Mensch hinter dem Politiker

58:53

Christian Stecker ist Politikwissenschaftler und beschäftigt sich mit Parteienwettbewerb, parlamentarischen Mehrheiten und den Folgen politischer Polarisierung. Im Gespräch analysiert er, warum bei vielen Wählern der Eindruck entsteht, dass sich unabhängig von ihrer Wahlentscheidung politisch wenig verändert. Dabei blickt er besonders auf die AfD, die Brandmauer und die bevorstehende Wahl in Sachsen-Anhalt.

Stecker erklärt, warum die politische Isolation der AfD aus seiner Sicht zu deren Stärke beigetragen hat und weshalb das zunehmend fragmentierte Parteiensystem neue Formen der Zusammenarbeit erfordert. Als Alternative zu festen Koalitionsblöcken plädiert er für flexible Mehrheiten, bei denen Parteien je nach Sachfrage unterschiedliche Partner finden. Das Gespräch führt von der Strategie der Union und dem Erfolg Ulrich Siegmunds über die Rolle des Verfassungsschutzes bis zur Frage, wie weit demokratische Institutionen bei der Abgrenzung zur AfD gehen dürfen. Stecker warnt zugleich vor einer zunehmenden Freund-Feind-Logik in der Gesellschaft und argumentiert, dass politische Gegensätze nicht verschwinden werden, sondern konstruktiv organisiert werden müssen.

Zeitmarken:
00:00 Intro 
00:39 Warum sich trotz Wahlen so wenig ändert 
06:03 Der strategische Fehler der Brandmauer 
10:25 Flexible Mehrheiten statt fester Koalitionen 
16:24 Polarisierung und die Gefahr politischer Feindschaft 
21:04 Warum Ulrich Siegmund so erfolgreich ist 
31:08 Verfassungsschutz und die Einstufung der AfD 
39:28 Wie weit darf die Demokratie gegen die AfD gehen? 
50:02 Was passiert nach der Wahl?

1:26:01

Philipp Bagus ist Professor für Volkswirtschaftslehre in Madrid und Vertreter der Österreichischen Schule. Er beschäftigt sich intensiv mit libertärer Wirtschaftstheorie und Javier Milei, den er persönlich kennt und dessen Zentralbankpräsidenten er zur möglichen Dollarisierung und Abschaffung der argentinischen Zentralbank beraten hat. In seinem Buch „Die Ära Milei“ setzt er sich mit Mileis Ideen, dem Anarchokapitalismus, Libertarismus und der Frage auseinander, wie Milei mit diesen Positionen zum Präsidenten Argentiniens aufsteigen konnte. Im Gespräch mit Jasmin geht es um die bisherigen Folgen von Mileis radikalem Reformkurs und die Frage, was ein vergleichbares Modell für Deutschland bedeuten würde. Bagus erklärt, warum er Steuern grundsätzlich als Zwang betrachtet, weshalb er staatlich organisierte Renten, Gesundheit und Bildung infrage stellt und warum er freiwillige Kooperation über den Markt für die bessere Alternative hält. Jasmin konfrontiert ihn mit den sozialen Folgen dieser Positionen: Kürzungen bei Rentnern und Kranken, Arbeitsplatzverlusten und der Frage, wie Menschen abgesichert werden sollen, die vom bestehenden System abhängig sind. Außerdem sprechen sie über Mileis sinkende Zustimmung, Korruptionsvorwürfe in seinem Umfeld, die Abhängigkeit Argentiniens vom IWF und schließlich über die radikalste Frage des Gesprächs: Braucht eine Gesellschaft überhaupt einen Staat? 

Zeitmarken

00:00 Intro 
00:49 Javier Milei persönlich und die Abschaffung der Zentralbank 
06:18 Mileis Bilanz: Staatsausgaben, Inflation und Armut 
14:38 Sozialabbau oder notwendige Reformen? 
32:37 Libertarismus: Steuern, Staat und individuelle Freiheit 
47:46 Können Gesundheit und Bildung dem Markt überlassen werden? 
54:04 Rente, Sozialstaat und die Abhängigkeit vom Staat 
59:39 Mileis Kulturkampf und die Chancen für Deutschland 
01:09:35 Korruptionsvorwürfe, IWF und die Grenzen des Milei-Modells 
01:20:52 Brauchen wir überhaupt einen Staat?

1:43:27

Dirk Sattelmeier ist Rechtsanwalt und Strafverteidiger. Im Gespräch berichtet er von seinen Erfahrungen mit politisch aufgeladenen Verfahren, Corona-Demonstrationen und Meinungsdelikten. Er beschreibt, wie die Corona-Zeit sein eigenes Vertrauen in Teile der Justiz verändert hat und warum er heute insbesondere Strafgerichte, Staatsanwaltschaften und den Umgang mit politischer Gesinnung deutlich kritischer betrachtet.

Im Zentrum des Gesprächs steht die Frage, wie gut der deutsche Rechtsstaat den Bürger noch vor staatlicher Macht schützt. Sattelmeier spricht über die Grenzen der Meinungsfreiheit, den Ausschluss von AfD-Kandidaten von Wahlen und ausführlich über das Verfahren rund um Prinz Reuß, in dem er den ehemaligen Polizisten Michael Fritsch verteidigt. Dabei geht es um jahrelange Untersuchungshaft, Verhältnismäßigkeit, die Unschuldsvermutung und die Frage, welche rechtsstaatlichen Prinzipien gerade dann gelten müssen, wenn Angeklagte politisch oder gesellschaftlich stark umstritten sind.

Timestamps:
00:00 Intro 
00:42 Meinungsfreiheit und die Grenzen des Sagbaren 
06:43 Corona-Demos und Sattelmeiers Erfahrungen mit der Justiz 
22:33 Politische Gesinnung vor Gericht 
35:09 Wie gut funktioniert der deutsche Rechtsstaat noch? 
42:40 AfD-Kandidaten und der Schutz demokratischer Wahlen 
50:53 Der Prinz-Reuß-Prozess und der Vorwurf des Staatsumsturzes 
01:13:29 Untersuchungshaft und die Grenzen der Verhältnismäßigkeit 
01:36:09 Unschuldsvermutung und die Zukunft des Verfahrens

1:31:47

Jasmin Kosubek im Gespräch mit der investigativen Journalistin und ehemaligen Klimaaktivistin Aya Velázquez über ihren politischen Wandel, psychologische Operationen wie den „Sturm auf den Reichstag", die Instrumentalisierung von Protestbewegungen, das Klimanarrativ in Deutschland und die Frage, ob BRICS ein echtes Gegenmodell zur westlichen Ordnung darstellt.

Aya Velazquez lebt in Berlin, hat ein abgeschlossenes sozial- und kulturanthropologisches Studium an der Freien Universität Berlin absolviert und arbeitet mittlerweile als investigativ Journalistin. "Journalistin aus Notwehr", so beschreibt es Aya selbst als Sie inmitten der Coronakrise begann die Maßnahmen zu hinterfragen. Sie befasste sich kritisch mit dem Corona-Regime, aber auch den Querdenken-Demos. So nutzt Aya öfters die Begrifflichkeiten "Psy-Op" oder "kontrollierte Oposition", um die mögliche Unterwanderung von regierungsnahen Organisationen in vermeintlich kritische Demonstrationsbewegungen zu beschreiben. Über diese Thesen wollen wir sprechen, außerdem über Aya und ihre politische Biografie, ihren Klimaaktivismus und neuentdeckten "Alterskonservatismus". 

📖Kapitel 
00:00 Intro 
01:00 Biografie und Vorstellung 
05:10 Anfänge als politische Aktivistin 
20:36 Aya "kontrollierte Opposition" Velazquez 
24:20 Psy-Op: "Sturm auf den Reichstag" 
37:45 Psy-Op: Klimaaktivisten besprühen Brandenburger Tor 
42:40 Aya's Vergangenheit als Klimaaktivistin 
49:36 Das Klimanarrativ in Deutschland 
01:05:35 Müssen wir das Klima schützen? 
01:12:12 Katastrophen-Phantasien 
01:25:02 Motivation, Ziele? 

1:34:56

Marius Krüger (Jahrgang 1994) ist Ökonom, Sozialunternehmer, Demokratieaktivist und Autor.

2017 entwickelte er die Open-Source-App DEMOCRACY, die inzwischen über 500.000-mal heruntergeladen wurde. Für sein Engagement erhielt er 2019 den Innovationssonderpreis Wissenschaft und Bildung seiner Heimatstadt Göttingen.

Heute forscht und entwickelt Marius Krüger mit der GPMK IdeenWerk GmbH an Konzepten des unternehmerischen Altruismus.

34:14

[INTERVIEW] «Deutschland hatte grosse Fortschritte bei Demokratie und Meinungsfreiheit gemacht. Nun scheint es in eine andere Richtung zu gehen.» Der Forscher Andrew Lowenthal hat in Deutschland ein «Zensur»-Netzwerk aus 330 Regierungsbehörden, NGO, universitären Arbeitsgruppen, Faktencheckern, Think-Tanks und Stiftungen dingfest gemacht. Es beeinflusse in industriellem Massstab die Meinungsbildung, sagt er. Elke Bodderas NZZ 12.01.2026

1:01:19

Moritz Enders ist Journalist, Rechercheur und erfahrener Filmemacher. Zu seinen bekanntesten Werken gehört der Dokufilm "Schüsse auf dem Petersplatz"(2015) über das Papstattentat 1981 oder "Tod eines Bänkers" (2017). Ein Film über den Pressesprecher der ältesten Bank der Welt "Banca Monte dei Paschi di Siena", David Rossi, der tod auf der Straße vor seinem Büro aufgefunden wurde. In Enders jüngstem Werk widmet sich der gebürtige Berliner dem Einsatz von Uranmunition im Kosovokrieg 1999 und den gesundheitlichen Folgeschäden in der Bevölkerung. Der Film handelt von einem serbischen Anwalt, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die Verbrechen aufzudecken und vor Gericht zu bringen. Enders erzählt seine Geschichte. Außerdem sprechen wir über geopolitische Verschiebungen, den Ukrainekrieg und die Sprengung der Nord Stream-Pipelines. 

Zeitmarken

00:00 Intro 
01:00 Filme über Intrigen, Verschwörungen und Geheimdienste 
09:55 "Toxic Nato" – Der jüngste Film von Moritz Enders 
31:33 Politische Verbrechen: Ukraine, Nord Stream, Afghanistan 
48:45 Geopolitik: Russland als Großmacht? 
56:00 Die multipolare Weltordnung