Der Leib der Mutter
Roman

Erstmals 1924 als Fortsetzungsroman in der Arbeiter Zeitung in Wien, 1931 dann in Buchform - erschienen. Einer trüben Zeit verhaftet, im Ton des Erzählens am Leben de "kleinen Leute" orientiert, schildert die Autorin, wie sie sich durchfristen, wie sie scheitern an der Bitterkeit dieser Jahre, die ahnen lassen, daß es noch schlimmer kommen wird. In einer Zeit, in der soziale Not und Rassismus wieder ungeahnte Formen annehmen, kann der Roman von Else Feldmann als sensible Zeit- und Milieustudie, die auch heute - wieder - Gültigkeit hat, gelesen werden.

ISBN 978-3-903460-47-8 27.08.2025 25,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover)

Der Journalist Absalon Laich kehrt aus New York nach Wien zurück. Der empathische Absalon wird tagtäglich Zeuge der Bitterkeit des Lebens der „kleinen Leute“, einer Welt voller Armut, die stark auf das Gemüt der Menschen abfärbt. Absalon Laich, Mitte dreißig, ist Journalist in Wien. Nach einigen Jahren in New York kehrte er in seine Heimatstadt zurück und verfasst dort Reportagen. Er lebt in der Wohnung der Hutfabrikarbeiterfamilie Miczek zur Untermiete, deren Leben er hautnah mitbekommt. Und es ist kein gutes Leben. Er wird Zeuge von häuslicher Gewalt, Kindsmord, Abtreibung und fortschreitender Verwahrlosung. Auch der eigenen, als er seine Arbeit in der Zeitung verliert. Angezogen von dem Elend, wird er immer weiter in diese Welt der kleinen Handwerker, Fabrikarbeiter, Kellnerinnen, Blumenmädchen, Hausierer, Zuhälter und Prostituierten hineingezogen, bis ihm schließlich seine Solidarisierung mit den Außenseitern zum tödlichen Verhängnis wird. 

Nachwort von Adolf Opel und Marino Valdéz

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Leseprobe beim Verlag

Auszug

Der Journalist Absalon Laich kehrt nach einigen Jahren in New York nach Wien zurück und verfasst dort Reportagen. Er lebt zur Untermiete in einem schäbigen Viertel und wird Zeuge von häuslicher Gewalt, Kindsmord, Abtreibung und fortschreitender Verwahrlosung – auch der eigenen, als er seine Arbeit in der Zeitung verliert. Ein Auszug aus dem ersten Kapitel. [hinter der Bezahlschranke] Von Else Feldmann jungle.world 29.01.2026

Rezension

Warum die Arbeiterschriftstellerin zu Unrecht vergessen ist: Die Auslöschung und Wiederfindung der Else Feldmann: In ihren Artikeln und Romanen schilderte die jüdische Autorin Else Feldmann, die später von den Nazis ermordet wurde, das Leben in Armut, das sie selbst kannte. Die literarische Anerkennung blieb ihr verwehrt. Aber ganz vergessen ist ihr beachtliches Werk nicht: Die wenigen biographischen Angaben über Else Feldmann, die – einer vor dem Untergang ausgesetzten Flaschenpost gleich – nach dem Holocaust erhalten geblieben sind, hat vor allem Herbert Exenberger vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes in geduldiger Spurensuche gesammelt: Melde­auskünfte, deren dürre Daten ein menschliches Schicksal brutal aufspießen, einige wenige Briefe und viele Zeitungsbeiträge der Journalistin Else Feldmann, aus denen sich Bezüge zu ihrer eigenen Lebensgeschichte herauslesen lassen. Sie wurde am 25. Februar 1884 in Wien geboren. ­Der Vater: Ignaz Feldmann, geboren 1848 (nach anderen Angaben: 1842) in Nyírbátor, einer Kleinstadt in der ungarischen Puszta, bei Debrecen; sein Beruf wird als »gewerblicher Kaufmann« angegeben, aber auch als Handelsagent und Kassier – die längste Zeit dürfte er jedoch arbeitslos gewesen sein; in seiner Todfallsaufnahme vom 4. April 1935 heißt es lapidar: »Der Verstorbene war Befürsorgter der Gem. Wien. Das Büchel ist bereits zurück gestellt worden. Außer alter u. wertloser Kleidung u. einer alten zerbrochenen Uhr kein Nachlaß. Die Begräbniskosten sind von der israelit. Kultusgemeinde bezahlt worden.« [hinter der Bezahlschranke] Von Adolf Opel und Marino Valdéz jungle.world 29.01.2026

Weitere Pressestimme

Eine düster-genaue Sozialreportage und ein großer expressionistischer Stadtroman, eine erschütternde Studie über das proletarische Wien und ein phantastisches Prosagemälde voll visionärer Szenen des Grauens – das alles ist "Der Leib der Mutter". (ZEIT)

Die Autorin

Else Feldmann geboren 1884 in Wien, Tochter jüdischer Eltern, wuchs in ärmsten Verhältnissen auf. Von 1912 an war sie als Journalistin und Schriftstellerin tätig, schrieb vor allem über sozialkritische Themen, die Armenviertel Wiens und über das Milieu des jüdischen Proletariats. 1938 setzten die Nationalsozialisten ihr Werk auf die Liste des "schädlichen und unerwünschten Schrifttums". 1942 wurde sie deportiert und im Vernichtungslager Sobibór ermordet.

Die Autorin auf Wikipedia

Else Feldmann: Ein Portrait von Elisabeth H. Debazi → litkult März 2018

Nachwort von

Adolf Opel (1935 - 2018) war ein österreichischer Schriftsteller, Filmemacher und Herausgeber.

Wikipedia (DE): Adolf Opel

Autoren
Verlag

Erstellt: 29.03.2021 - 07:51  |  Geändert: 05.07.2026 - 18:28