Bastian Barucker (Medienpräsenz)

1:10:41

In diesem Interview mit Bastian Barucker erläutert der Autor und politische Satiriker CJ Hopkins seine Thesen zur Entstehung eines globalen ideologischen Machtsystems, das er als "New Normal Reich" bezeichnet.

Das Gespräch gliedert sich im Wesentlichen in zwei Teile: die aktuelle juristische Verfolgung von Hopkins in Deutschland und seine tiefere systemische Analyse des globalen Kapitalismus.

Zeitmarken

1. Juristische Auseinandersetzung und Hausdurchsuchung

Hopkins berichtet von einer aktuellen Hausdurchsuchung, die kurz vor dem Interview stattfand [02:18].

  • Hintergrund: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm die Verbreitung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vor. Grund ist das Cover seines Buches The Rise of the New Normal Reich, das ein Hakenkreuz hinter einer medizinischen Maske zeigt [01:48].
  • Kritik am Rechtsstaat: Hopkins sieht darin eine "Machtdemonstration" [20:14]. Er argumentiert, dass die Verwendung des Symbols im Rahmen der Kunstfreiheit und der Kritik an totalitären Tendenzen (ähnlich wie beim Spiegel oder Stern) legal sein müsste [04:24]. Er interpretiert das Vorgehen als Versuch, Dissidenten einzuschüchtern und ein Exempel zu statuieren [13:50].

2. Das Konzept des "New Normal Reich"

Hopkins analysiert die Welt nicht über einzelne Akteure, sondern als ein sich entwickelndes System:

  • Post-Ideologie: Mit dem Ende des Kalten Krieges gebe es keine äußeren ideologischen Gegner mehr für das globale kapitalistische System ("Global Cap") [24:07].
  • Totalitarismus des 21. Jahrhunderts: Da kein äußerer Feind mehr existiert, richtet sich das System nach innen, um jeglichen Widerstand (ob von links, rechts oder religiös) zu konsolidieren [25:27]. Dieser neue Totalitarismus nutze keine marschierenden Kolonnen, sondern definiere "Realität" [38:00].
  • Abwertung von Opposition: Wer das System kritisiert, werde nicht als politischer Gegner, sondern als "abnormal", "Verschwörungstheoretiker" oder "psychisch krank" gerahmt [38:33].

3. Die Rolle von Werten und der Markt

  • Entkernung von Werten: Hopkins argumentiert, dass das System tatsächliche Werte (religiöse, kulturelle, moralische) durch "Marktwerte" ersetzt [54:16]. Simulierte Werte seien erlaubt, solange sie den globalen Marktfluss nicht stören [55:06].
  • Kulturkämpfe als Ablenkung: Die Spaltung der Gesellschaft in Lager (z.B. "Team Rot" gegen "Team Blau") dient laut Hopkins dazu, die Aufmerksamkeit vom zugrundeliegenden Machtsystem abzulenken [40:03].

4. Handlungsmöglichkeiten

Trotz seiner düsteren Analyse plädiert Hopkins nicht für Resignation:

  • Verständnis als erster Schritt: Er betont, dass man zuerst die tatsächlichen Machtverhältnisse verstehen müsse, bevor man effektiv handeln kann [01:00:05].
  • Wellen schlagen: Jede kleine Handlung, wie die Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen oder journalistische Recherche, erzeuge Wellen und sei daher sinnvoll [01:02:09].

1:02:30

Ich spreche mit dem Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen und Europäische Politik über sein neues Buch und die Abkehr von Kriegstüchtigkeit hin zu einer defensiven Sicherheitspolitik.

Das Thema Kriegstüchtigkeit ist derzeit in aller Munde. Fast alle Parteien fordern Aufrüstung und verkünden das Ziel, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts – also knapp die Hälfte des gesamten Bundeshaushalts – für „Verteidigung” auszugeben. Diese fortschreitende Militarisierung beschränkt sich jedoch nicht auf Verteidigung, sondern umfasst auch Möglichkeiten eines Erstschlags.

Das medial permanent präsentierte Feindbild ist dabei stets Russland mit angeblich imperialen Bestrebungen. Doch, welche sicherheitspolitischen Interessen? hat Russland? und Wie könnten diese Auch in Bezug auf Die Ukraine-Krise gewahrt bleiben, um sicherheitspolitisch für Entspannung zu sorgen? Oder ist genau diese Entspannung nicht gewollt und wird dadurch der Krieg in der Ukraine immer wieder verlängert – auf Kosten Hunderttausender Soldaten auf beiden Seiten?

Mein Gesprächsgast Johannes Varwick beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit sicherheitspolitischen Fragen. In seinem neuen Buch «Stark für den Frieden: Was jetzt für eine rationale Sicherheitspolitik zu tun ist» fordert er eine rationale Sicherheitspolitik. Seine realistischen Einschätzungen bezüglich des Ukraine-Kriegs haben ihn laut seinem Buch ins politische Abseits manövriert. «Wer sich zu weit vom Mainstream entfernt, der wird kaltgestellt», berichtet Varwick.

Mit ihm spreche ich über eine realistische Lösung für den Krieg in der Ukraine und die Grundlagen einer Sicherheitspolitik, die sich nicht ausschließlich auf Wettrüsten und Abschreckung stützt. Laut Varwick wird man „mit immer mehr Rüstung keine Sicherheit erringen”.

14:04

In seinem neuen Buch zeigt Professor Rainer Mausfeld, wie das moralisch aufgeladene, pseudo-demokratische Kartenhaus des sogenannten „wertorientierten Westens“ eigentlich nur ein Schwindel ist. Absolut lesenswert.


In his new book, Professor Rainer Mausfeld dismantles the morally charged, pseudo-democratic house of cards of the so-called "values-based West." Highly recommended.
 

58:51

Der freie Journalist und Islamwissenschaftler Fabian Goldmann hat sich intensiv mit der Berichterstattung zum Thema Gaza auseinandergesetzt. Dafür hat er unter anderem 5.000 Schlagzeilen deutscher Leitmedien analysiert. Ein Teilfazit seiner umfangreichen Recherche lautet wie folgt: „Es mag schwer sein, unabhängige Informationen aus Gaza zu bekommen. Doch deutsche Medien scheinen es nicht einmal zu versuchen.”

Seine Analysen hat er in dem Buch „Staats(räson)funk – Deutsche Medien und der Genozid in Gaza” zusammengefasst. Die dazugehörige Ankündigung lautet wie folgt:: «Israels Krieg im Nahen Osten gilt in vielerlei Hinsicht als der verheerendste des 21. Jahrhunderts: ermöglicht durch Bomben, Blockaden und eine beispiellose mediale Unterstützung. Wie in kaum einem anderen Land haben Medien in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023 die tödliche Realität in der Region verharmlost, gerechtfertigt oder gleich ganz verschwiegen. Welche Methoden Tagesschau, BILD, Spiegel, taz und Co. dabei angewandt haben und wie aus gut ausgebildeten Journalisten Propagandisten eines Genozids werden konnten, zeigt diese Untersuchung. Anhand eigens erhobener Daten und sorgsamer Recherchen liefert das Buch die Anatomie eines Systemversagens irgendwo zwischen Stereotypen, Selbstzensur und Staatsräson.»

1:10:43

CJ Hopkins ist ein preisgekrönter Dramatiker und Romanautor, der seit über 20 Jahren in Berlin lebt. Er ist auch politischer Satiriker und mit einer jüdischen Frau verheiratet. Sein Bestseller „The New Normal Reich” aus dem Jahr 2022 beschreibt eine neue Form des globalen Totalitarismus, die im 21. Jahrhundert aufkommt. Schon früh hat Hopkins die autoritäre Covid-Politik als Teil des sogenannten „New Normal Reich“ beschrieben. Sein Buch, auf dessen Cover eine Gesichtsmaske mit einem durchsichtigen Hakenkreuz zu sehen ist, wurde in Deutschland aber praktisch verboten.

Die Berliner Staatsanwaltschaft warf Hopkins wegen Twitter-Posts mit dem Buchcover die Verbreitung von Symbolen verfassungsfeindlicher/nationalsozialistischer Organisationen vor. Nach einem Freispruch legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein und gewann den Fall im September 2024. Hopkins legte daraufhin Revision ein, und der Fall ist noch anhängig.

Richterin Clivia von Drewitz, die eine Doktorarbeit über das Nazi-Symbolverbot geschrieben hat, kommentierte die Rechtsfrage wie folgt: „Nach dem Symbolverbot (§ 86 Abs. 1 Nr. 4, 86a Abs. 1 Nr. 1 StGB) können nur Personen strafrechtlich verfolgt werden, die NS-Symbole verbreiten oder öffentlich verwenden, „die nach ihrem Inhalt dazu bestimmt sind, die Bestrebungen einer früheren nationalsozialistischen Organisation fortzuführen”.

Kürzlich tauchten drei bewaffnete Polizisten mit einem Durchsuchungsbefehl vor Hopkins' Haustür auf. Sie durchsuchten seine Wohnung, verhörten ihn und seine Frau und beschlagnahmten seinen Computer. Der Grund für dieses Eindringen ist, so absurd es auch klingen mag, der Verkauf und Vertrieb seines Bestsellers. Laut Hopkins „instrumentalisieren und pervertieren die deutschen Behörden das Gesetz“.

Lena Böllinger, eine Journalistin, die über den Fall Hopkins und ähnliche Fälle berichtet, sagt: „In letzter Zeit scheinen diese Anti-Nazi-Gesetze aber zu einem Mittel geworden zu sein, um unliebsame Stimmen zu unterdrücken. Sie treffen Leute, die eindeutig keine Nazis sind, sondern lediglich kritische, polemische oder satirische Kommentare zu aktuellen Ereignissen abgeben.“

Ich habe mit Hopkins über die Ereignisse vom 26. November 2025 gesprochen und vor allem über seine Definition des „New Normal Reich“ und des globalen kapitalistischen Systems diskutiert. Anstatt das Buch nach seinem Einband zu beurteilen, wie es die Staatsanwaltschaft offenbar tut, wollte ich wissen, wie Hopkins den Aufstieg einer neuen Form des Totalitarismus beschreibt, die allumfassend und daher schwer zu fassen ist.

Globocap (das globale kapitalistische System), wie Hopkins es manchmal nennt, braucht keine Ideologie, weil es sich als unerschütterliche Realität präsentieren kann. Kritiker des Systems sind nicht einfach Leute mit einer anderen Meinung; ihnen wird vorgeworfen, die Realität zu leugnen, Verschwörungstheoretiker oder Antisemiten zu sein.

In seiner Analyse konzentriert sich Hopkins nicht auf Zahlen und konkrete Institutionen, obwohl er weiß, dass diese wichtig sind. Als Dramatiker betrachtet er die Rollen, die Menschen innerhalb des Systems spielen. Er räumt auch ein, dass Personen in Machtpositionen leicht durch neue Figuren ersetzt werden können, die bereit sind, die von „Globocap” geforderten Rollen zu erfüllen.

Seine Analysen bieten keine Lösungen oder Empfehlungen, sondern versuchen, die Dynamik der Gesellschaft so zu beschreiben, wie er sie sieht. Indem er seine Perspektive darlegt, ermöglicht er seinem Publikum, selbst zu entscheiden, wie es mit dem Aufstieg einer neuen Form des Totalitarismus umgehen will.


CJ Hopkins is an award-winning playwright and novelist who has lived in Berlin for more than 20 years. He is also a political satirist and is married to a Jewish woman. His 2022 bestseller The New Normal Reich describes a new form of global totalitarianism emerging in the 21^(st) century. Early on, Hopkins described authoritarian Covid politics as part of the so-called ‘New Normal Reich’. However, his book, featuring a face mask bearing a transparent swastika on the cover, has effectively been banned in Germany.

The Berlin state prosecutor accused Hopkins of disseminating symbols of unconstitutional/National Socialist organisations due to Twitter posts featuring the book cover. Following an acquittal, the state prosecutor’s office appealed and won the case in September 2024. Hopkins then lodged an appeal, and the case is still pending.

Judge Clivia von Drewitz, who wrote a doctoral thesis on the Nazi ban on symbols, commented on the legal matter as follows: «According to the ban on symbols (Section 86(1) No. 4, 86a(1) No. 1 StGB), only individuals who disseminate or publicly use Nazi symbols ‘which, according to their content, are intended to continue the efforts of a former National Socialist organisation’ can be prosecuted.»

Recently, three armed police officers arrived at Hopkins’ door with a search warrant. They searched his home, interrogated him and his wife, and confiscated his computer. The reason for this intrusion is, as absurd as it may sound, the selling and distribution of his best-selling book. According to Hopkins, «The German authorities are instrumentalising and perverting the law.»

Lena Böllinger, a journalist covering the Hopkins case and others like it, states: «Recently, however, these anti-Nazi laws seem to have become a tool for repressing unwelcome voices.’ They affect people who are clearly not Nazis but who merely offer critical, polemical or satirical commentary on current events.»

I talked to Hopkins about what happened on 26 November 2025, and, most importantly, we discussed his definition of the ‘New Normal Reich’ and the global capitalist system. Rather than judging the book by its cover, as the state prosecutors seem to do, I wanted to know how Hopkins describes the rise of a new form of totalitarianism that is all-encompassing and therefore hard to grasp.

Globocap (the global capitalist system), as Hopkins sometimes calls it, does not need an ideology because it can present itself as an unshakable reality. Critics of the system are not just people with a different point of view; they are accused of denying reality, being conspiracy theorists or antisemites.

In his analysis, Hopkins does not focus on figures and concrete institutions, even though he knows they are significant. As a playwright, he considers the roles that people play within the system. He also acknowledges that individuals in powerful positions will easily be replaced by new figures who are ready to fulfil the roles required by ‘Globocap’.

His analyses do not offer solutions or recommendations; they attempt to describe the dynamics of society as he perceives them. By offering his perspective, he enables his audience to decide how they wish to deal with the rise of a new form of totalitarianism.

1:12:10

Der emeritierte Professor für Politikwissenschaft und  Öffentliches Recht sowie ehemalige außenpolitische Sprecher der Partei Die Linke, Norman Paech, hat zusammen mit der Politikwissenschaftlerin und Journalistin Helga Baumgarten im Mai 2025 ein Buch mit dem deutlichen Titel „Völkermord in Gaza” veröffentlicht. Die Autoren nähern sich darin aus juristischer und politischer Perspektive einem durchaus brisanten Thema.

Denn Deutschland, die USA und andere Länder haben die israelische Regierung lange Zeit bei ihrer militärischen Antwort auf den Terroranschlag der Hamas vom 7. Oktober 2023 unterstützt. Doch nun äußern sich vermehrt international angesehene Genozid-Experten (1,2,3) und Menschenrechtsorganisationen, die zu derselben Einschätzung gelangen: Israels Vorgehen im Gazastreifen erfüllt klar diverse Kriterien für einen Völkermord.

Laut meinem heutigen Interviewgast Norman Paech geschieht seit dem 7. Oktober 2023, dem Tag des Angriffs der Hamas auf israelische Soldaten und Zivilisten auf israelischem Gebiet, ein «unvorstellbarer Völkermord», der als Rachefeldzug begann. Die enormen zivilen Opfer, darunter zehn- oder hunderttausende Kinder, sowie die systematische Zerstörung lebensnotwendiger ziviler Strukturen wie Krankenhäuser und Schulen seien bereits seit Beginn der israelischen Kampfhandlungen, die von der Regierung «Operation Eiserne Schwerter» genannt wird,  Indizien für Völkerrechtsverbrechen.

Mit Paech spreche ich über den völkerrechtlichen Status des Gazastreifens, die innenpolitische Lage in Israel, die bereits vor dem 7. Oktober 2023 sehr angespannt war,  sowie über die Frage, inwiefern die israelische Kriegsführung und bestimmte Äußerungen führender israelischer Regierungsvertreter den Tatbestand eines Völkermords erfüllen.

1:07:27

Das – an das Gesundheitsministerium weisungsgebundene – Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Es ist zuständig für die Überwachung von Impfstoffen, in den letzten Jahren insbesondere für die neuartigen modRNA-Injektionen gegen Covid-19.

Diese „Impfstoffe“ wurden öffentlich als nebenwirkungsfrei, sicher und wirksam propagiert. Das PEI, welches die Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen sammelt und analysiert, müsste in der Lage sein, diese Behauptungen mit validen Daten zu untermauern. Doch bereits seit einigen Jahren gibt es wiederholt fundierte Kritik an der Qualität der Arbeit des PEI, weil gesetzlich vorgeschriebene Auswertungen hinsichtlich der Impfstoffsicherheit bis heute nicht veröffentlicht wurden.  Auch hier steht der Verdacht im Raum, dass das weisungsgebundene PEI, ähnlich dem Robert-Koch-Institut, durch die Politik vereinnahmt wurde.

Die ehemalige Richterin und praktizierende Anwältin Dr. Franziska Meyer-Hesselbarth, die sich seit Jahren in gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem PEI befindet, hielt am 24. Mai 2025 in Bremen einen Vortrag mit dem Titel „Das Paul-Ehrlich-Institut und die Pharmakovigilanz – Erkenntnisse zu den STIKO-Empfehlungen“. Darin widmete sie sich der Frage, inwiefern das PEI seinem gesetzlichen Auftrag bezüglich der Überprüfung der Sicherheit der modRNA-Impfstoffe (Pharmakovigilanz) nachgekommen ist. Im Folgenden sehen Sie den ca. einstündigen Vortrag.

58:34

"Wir haben es mit einem Komplettversagen zu tun." Mit diesen drastischen Worten fasst der Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie Prof. Dr. med. Paul Cullen die Corona-Impfkampagne auf einem aktuellen Vortrag in Bremen zusammen.

Veranstalter: Dr. med. Jürgen Borchert für den ÄBVHE Ärzteverband Hippokratischer Eid e.V.

1:23:00

Dr. Thomas Voshaar zählt zu den renommiertesten Experten in Deutschland, wenn es um die Behandlung von Covid-19 Patienten geht. Er war seit 1993 Chefarzt der Lungen- und Bronchialheilkunde sowie der Allergologie im Bethanien-Krankenhaus in Moers und ist seit Oktober 2023 im Ruhestand. Voshaar hat in seiner Abteilung 2020 von Anfang an schwere Corona-Verläufe behandelt – und dabei schnell festgestellt, dass die von der Weltgesundheitsorganisation unbedingt empfohlene frühzeitige Intubation von solchen Patienten ein „medizinischer Jahrhundertfehler“ war. Diese Fehleinschätzung hat laut Voshaar zu vielen zusätzlichen Todesfällen geführt.

Thomas Voshaar, der bereits vor Corona die medizinische Sinnhaftigkeit der frühen invasiven Beatmung in Frage stellte, entwickelte dann das sogenannte Moerser Modell, welches er so beschreibt:  „Wir haben eine Strategie verfolgt, bei der wir eine invasive Beatmung erst vornehmen, wenn andere Maßnahmen zu keiner Stabilisierung des Patienten führen und eine Intubation unausweichlich zur Lebensrettung scheint.“

Voshaars der WHO-Leitlinie widersprechender Ansatz erfuhr weltweit schnell viel Aufmerksamkeit und stellte sich schließlich als die weitaus erfolgreichere Behandlung heraus. In unserem Gespräch rekapituliert der Lungenspezialist, wie es in der Ära der evidenzbasierten Medizin dazu kommen konnte, dass in Deutschland und weltweit Ärzte auf eine Leitlinie pochten, die medizinisch nicht fundiert war. Auch kommt er auf die vielen, teilweise extremen Angriffe aus der Ärzteschaft nach der Veröffentlichung seines Behandlunskonzepts zu sprechen.

Zum Schluss unseres Gespräch geht es um die große Frage, wie das Corona-Geschehen fundiert aufgearbeitet werden kann, so dass bei neuen Notlagen nicht wieder die Politik die Wissenschaft vereinnahmt und es beim staatlichen Notfall-Management nicht noch einmal zu Entscheidungen mit fatalen Folgen kommt.

1:28:16

Die Corona-Maßnahmen basierten auf verschiedenen Annahmen bezüglich der Verbreitungswege und -weisen eines Erregers namens SARS-Cov2. Dazu zählen die früh postulierte “asymptomatische Übertragung“ oder die Theorie der Verbreitung des Virus mithilfe von Aerosolen. Praktisch bedeuteten diese Erklärungen, dass bei diesem Infekt auch gesunde Menschen eine potenzielle Ansteckungsgefahr darstellen und dass die Übertragung nicht wie bei anderen Atemwegserregern über Tröpfchen, sondern über kleinste Luftpartikel stattfindet.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Pandemie-Managements war die – der bisherigen Evidenz widersprechende – Behauptung, wonach das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit einen Eigen- oder sogar Fremdschutz leistet. In meinem Gespräch mit der Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie sowie für Hygiene und Umweltmedizin, Prof. Dr. Ines Kappstein, geht es um das größtenteils nicht vorhandene wissenschaftliche Fundament all dieser Annahmen, die Grundlage für die Corona-Maßnahmen waren, welche jahrelang Millionen von Menschen betrafen.

Ines Kappstein, die sich seit Jahrzehnten mit der Übertragung von Erregern beschäftigt und diesbezüglich Krankenhäuser berät, veröffentlichte im Mai 2020 einen viel beachteten Fachartikel, der die plötzlich vom Robert-Koch-Institut aufgestellte Behauptung einer Wirksamkeit des Masketragens in der Öffentlichkeit evaluierte. Der aussagekräftige Titel dieses Artikels lautete „Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit: Keine Hinweise für eine Wirksamkeit“.

In der Folge dieser Veröffentlichung erlebte Kappstein Aspekte von Cancel Culture, Verleumdung und sogar Kriminalisierung – Dinge, die in den Corona-Jahren viele Wissenschaftler mit kritischer Meinung erdulden mussten. Beratungsverträge mit Krankenhäusern wurden ihr plötzlich aufgrund ihrer vermeintlichen politischen Untragbarkeit gekündigt, sie wurde angefeindet und es wurde sogar ihr Haus von der Polizei durchsucht. Kappstein war nämlich eine von drei Gutachtern in dem historischen „Weimarer-Urteil“, bei dem Richter Christian Dettmar die Maskenpflicht für zwei Kinder aufhob und diese insgesamt für verfassungswidrig erklärte.(Beschluss)

Genauso wie Dettmar (der mittlerweile in letzter Instanz eine Haftstrafe auf Bewährung wegen Rechtsbeugung erhalten hat), bekam auch sie Tausende Zuschriften voller Dankbarkeit und Wertschätzung, weil sie im Einklang mit der Faktenlage die Sinnhaftigkeit des Masketragens in der Öffentlichkeit in Frage stellte. Mit der Veröffentlichung der RKI-Protokolle vor einem Jahr zeigte sich dann ironischerweise, dass die Experten im RKI ähnlich dachten wie Kappstein.

Auf meine Frage, ob es jemals eine gesundheitliche Notlage gab, welche die Pandemiepolitik notwendig machte, antwortet Ines Kappstein im Gespräch, dass sie anhand der Daten des RKI keinen Hinweis auf irgendeine besondere Gesundheitsgefahr durch einen Atemwegsvirus erkennen kann.


00:00 Intro
01:12 Beginn des Corona-Geschehens
14:37 Die wissenschaftlich unbelegte Aerosol-Theorie
28:07 Übertragung durch Tröpfchen
34:18 Die asyomptomatische Übertragung 
40:40 Das RKI und die Maskenempfehlung
45:20 Masken als Fremdschutz
47:47 Die FFP2-Maskenpflicht
53:54 Maskendeals als Scheinaufklärung
57:35 Gutachten für den "Weimarer-Prozess"
01:06:18 Hausdurchsuchng durch die Polizei
01:16:37 der nicht vorhandene Killer-Virus
01:19:30 RKI-Protokolle und Masken
01:21:30 RKI-Daten zeigen kein besonderes Krankheitsgeschehen
01:22:58 Aufarbeitung der Pandemiepolitik