Hintergrund 3/4 2026
KI: Kapitalismus digital
»Was wir jetzt mehr denn je brauchen, ist eine neue Kritik der Technologie, der Erfahrung des technischen Lebens.« Das hat der Philosoph Achille Mbembe bereits 2018 in einem Interview erklärt. Das gilt umso mehr angesichts des Propagandaschauspiels, mit dem uns seit einigen Jahren ein neues Macht- und Profitmittel verkauft wird: die sogenannte künstliche Intelligenz (KI). Mit dieser wurde eine neue Entwicklungsstufe des Kapitalismus eingeleitet, die Folgen für alle Bereiche der Gesellschaft hat und offenbar von niemandem haltmacht.
Selbst kritisch denkende Menschen bedienen sich auch dank Bequemlichkeit der KI. Obwohl gerade Hinterfragen, Widerspruch und Kritik wie auch das Nein-Sagen notwendig sind. Denn hinter dem scheinbar faszinierenden neuen Fortschritt stecken alte Interessen: die Gier nach Profit und dessen Sicherung durch Macht und Kontrolle. Auf die Hintergründe dessen, was angeblich intelligenter als der Mensch sein soll, macht diese Ausgabe mit ihrem Schwerpunktthema, dem digitalen Kapitalismus, aufmerksam. Da geht es um das Allgemeine wie um das Spezielle, um die grundlegenden Entwicklungen und ihre konkreten Erscheinungsformen. Unsere Autoren und Gesprächspartner machen deutlich, warum Kritik an der KI begründet und Widerspruch notwendig sind. Die Eigentums- und Machtverhältnisse, die den KI-Programmen betreiben und beeinflussen, sind der Nährboden für den Imperialismus, der den Konflikten und Kriegen gebiert. Deren Hintergründe beleuchten wir ebenso mit dieser Ausgabe, vom »Kalten Krieg« über Venezuela und den Iran bis hin zur EU-Politik.
Wir wünschen interessante Lesestunden.
Die Redaktion