Deutsche Leser, Hörer oder Fernsehzuschauer sind angesichts der spärlichen Nachrichtenlage gelegentlich überrascht, wenn sie mit ungewöhnlichen nationalen und internationalen Vorgängen bekannt gemacht werden, die mit China zusammenhängen. Der Autor, der seit 1997 dort als ausländischer Experte hilft, vermutet, dass der Herbst 2017 als wichtiger Meilenstein in die Geschichte Chinas eingehen wird und informiert über geschichtliche Zusammenhänge sowie aktuelle Beschlüsse der obersten Ebene seit dem XIX. Parteitag der regierenden Kommunistischen Partei Chinas 2017 und der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses, dem chinesischen zentralen Parlament, im März 2018.
Peking (Thema)
Xi Jinping - der mächtigste Mann in China seit Mao - höchste Zeit zu wissen, was er denkt!
Er ist der mächtigste Mann der Welt: Chinas Staatschef hat eine Machtfülle erreicht wie vor ihm nur Mao Zedong, er ist Staatschef auf Lebenszeit. Sein "Gedankengut für das neue Zeitalter des Sozialismus chinesischer Prägung" ist die neue Leitlinie, Kritik an Xi gilt als verfassungswidrig. Sicher ist: Xi Jinping wird nicht nur China in den nächsten Dekaden lenken und leiten, er wird unser aller Zukunft bestimmen. Höchste Zeit also, uns mit seiner Sicht auf die Welt vertraut zu machen!
China, Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine christliche Aufstandsbewegung überzieht das Kaiserreich mit Terror und Zerstörung. Ein junger deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des riesigen Reiches helfen will, reist voller Idealismus nach Nanking, um sich ein Bild von der Rebellion zu machen. Dabei gerät er zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er am Ende alles zu verlieren droht, was ihm wichtig ist. An den Brennpunkten des Konflikts - in Hongkong, Shanghai, Peking - begegnen wir einem Ensemble so zerrissener wie faszinierender Persönlichkeiten: darunter der britische Sonderbotschafter, der seine inneren Abgründe erst erkennt, als er ihnen nicht mehr entgehen kann, und ein zum Kriegsherrn berufener chinesischer Gelehrter, der so mächtig wird, dass selbst der Kaiser ihn fürchten muss.
Im alten China war der Hasendrache eine mit Sprengstoff gefüllte Granate, mit der sich auch die dicksten Mauern brechen ließen. Das ist zwar gar nicht wahr, doch immerhin eine tolle Metapher für ein Buch, das ähnlich explosiv daherkommt. Die Kapitel zu den chinesischen Dissidenten Ai Weiwei, Liao Yiwu und dem Dalai Lama riefen bei Erscheinen als Kolumne in der taz wütende Proteste hervor. Als Versöhnungsangebot schildert Christian Y. Schmidt in gewohnt komischer Weise, wie er in Peking unter anderem auf Giorgio Armani, Angela Merkel und die Machtmaschine Gerhard Cromme trifft. Außerdem werden bisher unbekannte chinesische Phänomene wie Drahtpenisfrauen, Backsteinopium und Pekingpalmen vorgestellt.