Bereits als Elfjähriger verschrieb sich der aus einer jüdischen Familie stammende Theodor Bergmann der kommunistischen Idee, trat dem Jungspartakusbund und dem Sozialistischen Schülerbund bei. Später schloss er sich der neu gegründeten Jugendorganisation der KPD-Opposition an.
Nach Hitlers Machtübernahme musste er aus Deutschland fliehen, kehrte nach Exil u.a. in Palästina und Schweden 1946 zurück und schloss sein Studium der Agrarwissenschaften ab. 1973 erhielt er an der Universität Stuttgart-Hohenheim eine Professur für International Vergleichende Agrarpolitik.
Theodor Bergmann (1916–2017) war ein deutscher Agrarwissenschaftler, Buchautor und Hochschullehrer, der vor allem als Professor für international vergleichende Agrarpolitik an der Universität Hohenheim wirkte und sich intensiv mit der Geschichte der Arbeiterbewegung und kommunistischen Strömungen beschäftigte. Er wurde 1916 in Berlin geboren, engagierte sich früh politisch und emigrierte nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, studierte Agrarwissenschaften im Exil und kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland zurück, wo er seine akademische Laufbahn fortsetzte und zahlreiche Bücher zu Agrarpolitik und politischer Theorie veröffentlichte. Nach seiner Emeritierung 1981 setzte er sich weiterhin mit historischen und politischen Themen auseinander und gehörte zu linken intellektuellen Kreisen, wobei er sich besonders der marxistischen Bewegung und der Geschichte der KPO widmete. Bergmann blieb bis ins hohe Alter aktiv, hielt Vorträge und schrieb, bevor er 2017 im Alter von 101 Jahren in Stuttgart starb.
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