Ulrike Guérot (Medienpräsenz)

23:50

In dieser Folge des Panoptikums suche ich nach Antworten darauf, wie wir die zunehmende Vereindeutigung der Welt beenden können und wie wir gerade als Europa wieder neue Zwischenräume in der Welt finden und zulassen können. Des Weiteren bitte ich dieses Mal zu entschuldigen, dass meine Kamera etwas wackelt.

26:41

In meinem Panoptikum möchte ich einfach über aktuelle Dinge sprechen, die mich bewegen. Ich versuche, zweimal die Woche ein Video hochzuladen – immer montags und freitags.

Siehe European Peace Project

39:41

Crowdfunding für die Wissenschaftsfreiheit
„Nein, wir sind nicht immer mit Frau Guérot einer Meinung. Aber wir haben sie als streitbare und kluge Frau erlebt und wünschen uns, dass sie ihre Professur an der Universität Bonn zurückerlangt: solche Professoren braucht das Land!"

Philip Hopf, Markus Krall, Dominik Kettner und Max Otte

Die Kündigung von Frau Prof. Guérot ist ein Skandal in einem Land, das die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit garantiert. Deswegen unterstützen wir sie bei ihrem Verfahren vor dem Treuhandkonto Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt.

1:12:55

Hellbecks Buch ist ein Meilenstein der Gegenwartshistoriografie und ein radikaler Einschnitt in die deutsche Erinnerungskultur.
Es rekonstruiert den deutschen Vernichtungskrieg im Osten anhand von Tagebüchern, Briefen, Protokollen und der frühen sowjetischen Dokumentation – und öffnet ein Fenster in eine historische Realität, die in Westeuropa weitgehend verdrängt wurde.

Im Zentrum steht die These:
Der Kern des nationalsozialistischen Projekts war nicht primär der Antisemitismus – sondern der Antibolschewismus.
Der Antisemitismus diente als ideologisches Vehikel, um die Arbeiterklasse von einem sozialistischen Projekt abzubringen und einen „Kreuzzug gegen den Bolschewismus“ zu legitimieren.

Hellbeck zeigt damit eine erschütternde Revision der gängigen Geschichtsschreibung – und macht sichtbar, wie sehr die westliche Erinnerungskultur die Opfer und Rolle der Sowjetunion marginalisiert hat.

🔍 Themen dieser Folge:
– Der Vernichtungskrieg als ideologische Finalschlacht: Faschismus vs. Sozialismus
– Warum der Antisemitismus als „Köder“ eingesetzt wurde
– Die Sowjetunion als Träger universeller Ideen: Aufklärung, Humanismus, Universalismus
– Die Rolle der Roten Armee: Befreiungskampf statt ethnische Mobilisierung
– Wie das NS-Regime Straffreiheit, Hunger und Massenexekution als Kriegsinstrumente einsetzte
– Partisaninnen und Partisanen: Widerstand, Würde, Dokumentation
– Ilja Ehrenburgs Tagebücher und die sowjetische Kriegschronik
– Die Genickschussanlagen, Gaswagen und die Vernichtungspolitik im Detail
– Westukraine und Kollaboration: historische Linien, die bis heute wirken
– Erinnerungskultur in Deutschland, den USA und Osteuropa – und ihre Blindstellen
– Warum die Gleichsetzung von Faschismus und Sozialismus („Totalitarismus-Theorie“) historisch verkürzt ist
– Was diese Revision für das heutige Europa bedeutet – politisch, moralisch und geopolitisch

52:26

In dieser Folge setzen Ulrike Guérot und Hauke Ritz das Wintersemester 2025/26 fort mit dem Buch
Werner Rügemer – Verhängnisvolle Freundschaft. Wie die USA Europa erobert haben

Das Buch zeichnet ein scharfes, detailreiches und oft verstörendes Bild der amerikanisch-europäischen Beziehungen – von der Kolonialzeit bis zum Kalten Krieg.
Es erzählt die Geschichte eines Kontinents, dessen politische und wirtschaftliche Entwicklung seit über 100 Jahren von amerikanischen Interessen geprägt wurde – und wirft die Frage auf, ob Europa je wirklich souverän war.

Im Zentrum steht die These:
Die USA haben Europa nicht befreit – sie haben es kolonisiert.
Doch nur wer diese Geschichte kennt, kann heute ein eigenständiges, friedliches Europa denken.

Im Zentrum steht die These:
Der Westen verliert seine Orientierung, wenn er Geschichte, Kunst und Humanismus preisgibt – Europa braucht eine Re-Europäisierung seiner Kultur.

🔍 Themen dieser Folge:
– Wie die USA zur Oligarchie wurden: von Sklaverei bis United Fruit Company
– Amerikanischer Imperialismus: Konzernmacht, Banken und Kriege als Geschäftsmodell


– Unterstützung faschistischer Regime in Europa (Mussolini, Franco, Hitler)
– Hollywood und Goebbels: Die unsichtbare Propaganda
– Die Wall Street und der Aufstieg des Faschismus
– Großbritannien und die „Nazi-Sympathien“ der High Society
– Der Kalte Krieg als Fortsetzung ökonomischer Machtpolitik
– „Sovereign Capital vs. Sovereign State“ – Warum Europa Staatlichkeit bewahrte
– Die Rolle der USA bei Versailles, Reparationsplänen und Nachkriegspolitik
– Vom Wilson-Plan bis zur Pax Americana – der Traum vom „American Century“
– Wie die USA den europäischen Föderalismus verhinderten
– Warum Europa seine Abhängigkeit heute verstehen muss
 

Was heißt es wirklich, frei zu sein? In der letzten Folge vor der Sommerpause analysiert Ulrike Guérot Hannah Arendts kleines, aber wegweisendes Werk „Die Freiheit, frei zu sein“ – ein leidenschaftlicher Aufruf zur republikanischen Mitgestaltung, jenseits von Not, Zwang und bloßer Konsumfreiheit.

Was unterscheidet die Freiheit von Not von der Freiheit von Herrschaft? Und warum kann es wahre politische Freiheit nur unter Gleichen geben? Ulrike Guérot führt durch Arendts Theorie der Republik, vergleicht sie mit Revolutionen, modernen Demokratien – und stellt uns die Frage: Geben wir die Utopie auf, oder kämpfen wir weiter für sie?

In dieser Folge diskutieren Ulrike Guérot und Hauke Ritz das Buch „Zwischen Globalismus und Demokratie“ (2021) von Wolfgang Streeck, einem der führenden deutschen Ökonomen und langjährigen Kritiker der neoliberalen Entwicklung Europas.

Streecks Analyse verknüpft ökonomische Theorie mit einer tiefgreifenden Kritik an der EU-Governance. Ein engagiertes Gespräch über Kapitalismus, Demokratie, die Zukunft Europas – und die Frage, ob „Kleinstaaterei“ vielleicht die bessere Idee ist.

🔍 Themen dieser Folge:
– Die EU als Projekt des ausgehenden Neoliberalismus
– Kleinstaaterei vs. Großraumdenken: Kann Demokratie nur im Kleinen funktionieren?
– Warum Streeck für ein neues Staatensystem in einer multipolaren Welt plädiert
– Kritik an Governance-Strukturen und der Rolle der EZB
– Polanyi, Keynes und die Suche nach Alternativen zur Globalisierung
– Die USA als universales Imperium – und ihr möglicher Niedergang
– Subsidiarität, Souveränität und die Renaissance der Republik?