Wohlstand für Alle (Medienpräsenz)

14:17

In der neuen Speakeasy-Bar sprechen wir zunächst über die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin, denn oft wird das Konzept des taktischen Wählens ventiliert, um angeblich den Rechtsruck zu verhindern. Geht es den Parteien wirklich darum?

Danach diskutieren wir ausführlich über eine ARD-Doku mit dem Titel „Die da unten“, in der es um die Ungleichheit in Deutschland geht. Interviewt werden sowohl Bürger mit wenig Gehalt oder kleiner Rente als auch Millionäre und Milliardäre von der Stiftung Familienunternehmen, bei deren Tagung im Hotel Adlon in Berlin auch Kanzler Friedrich Merz spricht, um den Reichen ein paar Tipps zu geben. Selten war die Klassengesellschaft so transparent zu sehen, dennoch führt dies bei der Durchschnit

Anschließend sprechen wir ausführlich über die Ästhetisierung der Politik und die Politisierung der Kunst anhand von Walter Benjamins berühmten Aufsatz „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“.

46:56

Was wollen die rechten Postliberalen? Wie auch die linken Vertreter des Postliberalismus lesen sich manche Vorschläge solide sozialdemokratisch: Monopole sollen bekämpft, Arbeitnehmerrechte gestärkt und Familien besser unterstützt werden.
Wie bei den linken Postliberalen wollen auch die Rechten das Christentum und seine Werte zur Grundlage der Gesellschaft erklären, dabei sind sie aber wesentlich autoritärer: Patrick J. Deneen, der inzwischen J. D. Vance berät, hat in seinem Buch „Why Liberalism Failed“ zunächst das Scheitern der Liberalen erklärt, um nun in seinem Buch „Regime Change“ einen Aristopopulismus herbeizuschreiben, bei dem Elite und Volk miteinander verschmelzen – nicht im Sinne einer Demokratisierung, lediglich bessere Eliten sollen her. An dieser Stelle wird es endgültig obskur.
In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über den rechten Postliberalismus.

15:57

Der globale Rechtsruck schreitet voran, aber progressive Ökonomen betonen, dass man dagegen etwas tun kann: Benötigt werde eine „antifaschistische Wirtschaftspolitik“.
Die Wirtschaftswissenschaftlerin Isabella Weber hat diesen Begriff geprägt, als Donald Trump zum zweiten Mal zum US-Präsidenten gewählt wurde. Seitdem findet das Projekt in linken Parteien und in der Zivilgeseallschaft viel Zustimmung, doch es gibt auch Widerspruch von jenen, die sich auf Marx beziehen.
Die Marx-Expertin Sabine Nuss hat nun ein Buch mit dem Titel „Der verdrängte Kapitalismus“ vorgelegt, in dem sie sich kritisch mit den Vorschlägen der „antifaschistischen Wirtschaftspolitik“ auseinandersetzt. Vermögens- und Erbschaftsteuer, Preiskontrollen und Steuern auf Übergewinne, grüne Industriepolitik und Investitionen in Bildung – wer kann da schon widersprechen?
Sabine Nuss findet diese Vorschläge durchaus sinnvoll, aber die Grenzen der Umsetzung seien viel enger, als manche wahrhaben wollen; zudem wird die Ungleichheit damit nicht an der Wurzel gepackt. Was, wenn alle nur den Kapitalismus retten wollen? Wolfgang M. Schmitt spricht im neuen WfA-Spezial mit Sabine Nuss über ihre Kritik an den keynesianischen Ansätzen.

38:05

Wer den Aufstieg Chinas verstehen will, muss über die Erfolgsgeschichte von Apple sprechen. Vor 1998 sah es nicht danach aus, als könnte Steve Jobs noch große Taten vollbringen. Apple schwächelte, bis Jobs den iMac vorstellte, der, so erklärte der exzentrische Unternehmer, im Gegensatz zu den anderen Computern nicht hässlich war.
Der iMac war zugleich der Startschuss für die Zusammenarbeit mit Fabriken in China. Diese wurde im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut, vor allem der Konzern Foxconn, der in Taiwan ansässig ist, aber hauptsächlich in China produzierte, spielte dabei die maßgebliche Rolle.
Als die Kooperation mit Apple begann, hatte das Unternehmen von Terry Gou 20.000 Mitarbeiter, innerhalb weniger Jahre waren es 800.000. Auf diese indirekte Weise bildete Apple Millionen Chinesen aus und brachte Know-How ins Land. Irgendwann konnten chinesische Firmen mit diesem perfekt ausgebildeten Personal Apple und anderen US-Konzernen Konkurrenz machen. Was aus einer betriebswirtschaftlichen Logik für Apple Sinn ergab, wurde für die USA zu einem Problem im Kampf um die ökonomische Vorherrschaft.

28:49

Als die Sowjetunion 1991 aufgelöst wurde, war die Bilanz rasch gezogen: Ein wirtschaftliches Fiasko nahm sein Ende. Gewiss, im Vergleich zu Bürgern in Deutschland oder den USA waren die Menschen in der Sowjetunion bedeutend ärmer. Jedoch hilft einem dieser direkte Vergleich nicht weiter, viel wichtiger ist es, in Relationen zu denken.
Vergleicht man die Entwicklungen anderer Länder und erkennt man, dass die globale Ungleichheit zwischen den Ländern während des 20. Jahrhunderts stark gestiegen ist, schneidet das realsozialistische Experiment gar nicht so schlecht ab. Die Sowjet-Wirtschaft startete auf einem viel niedrigeren Niveau als die Ökonomien des Westens, konnte aber gleich schnell wachsen.
In der neuen Folge von “Wohlstand für Alle” sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über einen unkonventionellen Historiker und dessen Blick auf die Dinge. 

24:18

Als die Sowjetunion 1991 aufgelöst wurde, war die Bilanz rasch gezogen: Ein wirtschaftliches Fiasko nahm sein Ende. Gewiss, im Vergleich zu Bürgern in Deutschland oder den USA waren die Menschen in der Sowjetunion bedeutend ärmer. Jedoch hilft einem dieser direkte Vergleich nicht weiter, viel wichtiger ist es, in Relationen zu denken.
Vergleicht man die Entwicklungen anderer Länder und erkennt man, dass die globale Ungleichheit zwischen den Ländern während des 20. Jahrhunderts stark gestiegen ist, schneidet das realsozialistische Experiment gar nicht so schlecht ab. Die Sowjet-Wirtschaft startete auf einem viel niedrigeren Niveau als die Ökonomien des Westens, konnte aber gleich schnell wachsen.
In der neuen Folge von “Wohlstand für Alle” sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über einen unkonventionellen Historiker und dessen Blick auf die Dinge. 

21:19

In der neuen Speakeasy-Bar diskutieren wir zunächst über den neuesten Streich von Wolfram Weimer. Dieses Mal will der Kulturkampfminister Inhalte bei YouTube regulieren – natürlich ganz staatsfern und ohne den Eindruck von Zensur zu erwecken. In einem Zeitungsbeitrag fordert er, YouTube von den Landesmedienanstalten beaufsichtigen zu lassen; zugleich möchte er den privaten Medienhäusern ein Geschenk machen. 

Das zweite große Thema ist das neue Buch des Politikwissenschaftlers Philip Manow. In „Spaltungslinien“ erklärt er, warum auf EU-Ebene das alte Rechts/Links-Schema nicht mehr greift und damit eine neue Konfliktlinie ausgemacht werden muss zwischen jenen, die für die EU sind und damit die ökonomische wie gesellschaftliche Liberalisierung mittragen, und jenen, die gegen die EU sind, aber sich aufspalten in zwei Lager – eines auf der rechten, eines auf der linken Seite. 

Manow provoziert zudem mit der These, dass die rechten Parteien Europas sich ökonomisch nach links bewegen. Des Weiteren sprechen wir über rechte und linke Architektur, über die Aktualität von Marx‘ Werttheorie, über NGOs im Kapitalismus sowie das Staatsverständnis der Querdenker. 

53:10

Verdienen Bundestagsabgeordnete der Partei die Linke zu viel, um weiterhin die Sache der Arbeiter zu vertreten? Die Linken streiten derzeit intern über einen Gehaltsdeckel für alle Abgeordneten der Partei, der in etwa vorsehen soll, dass die Diät auf knapp 3000 Euro netto bzw. 5500 Euro brutto begrenzt wird.
Die Kostenpauschale in Höhe von 5500 Euro soll dabei aber mutmaßlich unangetastet bleiben. Zusätzlich sollen Abgeordnete pro Kind oder zu pflegendem Angehörigen 350 Euro pro Monat erhalten. In anderen europäischen Länder haben sozialistische Parteien lange schon solche Limitierungen der Gehälter.
Bei der Bevölkerung gibt es ohnehin mehrheitlich die Ansicht, dass Politiker zu viel verdienen. Linke könnten hier mit gutem Beispiel vorangehen. Was aber würde das bedeutet? Leidet darunter eine Professionalisierung der Politik? Wird damit verhindert, dass Politiker die Interessen der Arbeiter verraten? Das kann durchaus bezweifelt werden. Wer sich dem Establishment anpasst, tut das nicht unbedingt wegen des Geldes, sondern aus Überzeugung.
Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“.

Sebastian Friedrich über den Gehaltsdeckel: https://www.ueberrechts.de/p/gehaltsdeckel-gegen-rechts

Fabian Lehr über die Debatte: https://www.youtube.com/watch?v=76BF7_mm0GA

4:48:55

Wolfgang M. Schmitt ist Kulturkritiker, Buchautor und einer der schärfsten Beobachter unserer Medien- und Politiklandschaft. In diesem Gespräch sprechen wir über Ideologie und Propaganda, die Mechanismen der Klick-Kultur und warum Politik zunehmend zum Entertainment wird. Wir analysieren, was Filme und Literatur über den Zustand unserer Gesellschaft verraten, machen einen Exkurs in die deutsche Philosophiegeschichte und diskutieren, warum die Verteilungskämpfe in Deutschland gerade erst beginnen.

11:43

In ihrem neuen Roman verspricht Sibylle Berg allen das schöne Leben. Das überrascht, mutet das Werk der Autorin doch in der Regel eher dystopisch an. „PNR: La Bella Vita“ heißt Bergs neuer Roman, in dem der Kapitalismus besiegt ist und in Europa eine neue Gesellschaft entsteht, die sich selbst eine anarchistische Verfassung gibt.

Ein paar Nerds bringen die Revolution auf den Weg, aber wie weitermachen? Was geschieht am Tag danach? Wenn die kapitalistische Ausbeutung Geschichte ist, wenn Staaten ihre Bürger nicht mehr überwachen und die Meinungsfreiheit einschränken, erwachsen daraus nicht automatisch Freiheit und Glückseligkeit.
Stattdessen muss mühsam eine neue Welt aufgebaut werden, in der der Mensch endlich freier und glücklicher wird. Aber das ist ein Prozess. Probleme gibt es dann noch immer – und auch der Tod ist nicht verschwunden. Wer über Jahrzehnte jedoch vom alten System zugerichtet wurde, wird es nicht leicht haben, die neue Unordnung zu akzeptieren und sich das Schöne vorzustellen. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“-Literatur diskutieren Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über den utopischen Roman von Sibylle Berg.