John Rawls (1921–2002) war ein US-amerikanischer Philosoph und einer der einflussreichsten politischen Denker des 20. Jahrhunderts. Nach einem Studium an der Princeton University, das durch seinen Militärdienst im Zweiten Weltkrieg unterbrochen wurde, promovierte er dort 1950 und lehrte anschließend unter anderem an der Cornell University, dem Massachusetts Institute of Technology und ab 1962 an der Harvard University. Rawls gilt als Begründer der modernen liberalen Gerechtigkeitstheorie. Sein Hauptwerk A Theory of Justice (1971) erneuerte die politische Philosophie grundlegend und entwickelte mit dem Gedankenexperiment des „Urzustands“ (original position) und des „Schleiers des Nichtwissens“ (veil of ignorance) ein Verfahren zur Begründung gerechter gesellschaftlicher Institutionen. Daraus leitete er zwei Gerechtigkeitsprinzipien ab: gleiche Grundfreiheiten für alle sowie die Zulässigkeit sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheiten nur dann, wenn sie den am schlechtesten Gestellten den größtmöglichen Vorteil bringen (Differenzprinzip) und allen faire Chancengleichheit offensteht. Zu seinen weiteren Hauptwerken zählen Political Liberalism (1993), The Law of Peoples (1999) und Justice as Fairness: A Restatement (2001). Rawls' Werk prägte die zeitgenössische politische Philosophie nachhaltig und bildet bis heute einen zentralen Bezugspunkt der Debatten über Gerechtigkeit, Demokratie, Menschenrechte und den Sozialstaat.

Wikipedia (DE): John Rawls  |  Wikipedia (EN): John Rawls  |   Stanford Encyclopedia of Philosophy: Rawls  |  Encyclopædia Britannica: John Rawls

24.07.2023 , Deutsch

Gerechtigkeit sollte die Grundlage allen politischen Handelns sein.

Doch was, wenn staatliche Maßnahmen und Gesetze diesem Anspruch nicht genügen? Können dann auch in Demokratien Akte des zivilen Ungehorsams gerechtfertigt sein? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Dieser Band versammelt erstmals die zentralen Positionen einer Debatte, die von Thoreau über Gandhi und Martin Luther King, John Rawls, Hannah Arendt und Jürgen Habermas bis zu den Klimaprotesten am Beginn der 2020er Jahre führt. Auch kritische Stimmen kommen zu Wort, denen ziviler Ungehorsam mal zu viel, mal zu wenig Widerstand bedeutet.

ISBN 978-3-15-014457-2 24.07.2023 14,80 € Portofrei Bestellen (Buch: Taschenbuch) Durchges. und erg. Ausgabe 2023

John Rawls, der vielleicht wichtigste politische Philosoph des 20. Jahrhunderts, galt zeitlebens als »religiös unmusikalisch«, doch nach seinem Tod wurden zwei Texte entdeckt, die zu einer gründlichen Revision dieses Bildes zwingen. Seine »Senior Thesis« aus dem Jahr 1942 zeigt einen brillanten Studenten, der Politik, Ethik und Theologie dadurch gekennzeichnet sieht, dass sie versuchen, mit der Sünde - dem Bösen - in der Welt fertig zu werden. Im zweiten, fast 50 Jahre später entstandenen, sehr persönlichen Text gewährt uns Rawls einen bewegenden Einblick in »seine Religion« und schildert auf eindringliche Weise, wie er als Soldat im Zweiten Weltkrieg den Glauben seiner Jugend verlor.

ISBN 978-3-518-29933-3 20,00 € Portofrei Bestellen

"Das Vermächtnis des amerikanischen Philosophen Rawls." Die Zeit

Politische Gerechtigkeit muß fair sein. Dies war die Kernaussage von John Rawls' Versuch einer Erneuerung der Theorie vom Gesellschaftsvertrag aus dem Jahre 1971. Binnen weniger Monate avancierte sein Werk zu den meistdiskutierten moral- und staatsphilosophischen Programmen der neueren Zeit. Rawls' Gerechtigkeitspostulate und der Aspekt ihrer Durchführbarkeit in bezug auf Institutionen wie auch die Ansprüche an den einzelnen sind als Entwurf einer Gesellschaft, in der das Rechte zugleich als das Gute anerkannt wird, noch immer in der Diskussion.

ISBN 978-3-518-29404-8 18,00 € Portofrei Bestellen
25. Auflage 01.03.1979 , Deutsch

Unter Rückgriff auf die klassische Vertragstheorie von Locke, Rousseau, vor allem aber Kant, und mit Hilfe eines in den modernen Wissenschaften zunehmend bedeutsamen Denk- und Sprachrahmens, dem der Entscheidungs- und Spieltheorie, entwickelt Rawls zwei Prinzipien der Gerechtigkeit und wendet sie dann auf die Grundinstitutionen moderner Gesellschaften an. Dabei geht es (u.a. auch) um das politisch aktuelle Problem, ob und unter welchen Bedingungen man auch einer demokratisch gewählten Regierung Widerstand leisten dürfe.

ISBN 978-3-518-27871-0 25. Auflage 01.03.1979 28,00 € Portofrei Bestellen (Buch: Taschenbuch)