Eine Theorie der Gerechtigkeit

25. Auflage 01.03.1979 , Deutsch

Unter Rückgriff auf die klassische Vertragstheorie von Locke, Rousseau, vor allem aber Kant, und mit Hilfe eines in den modernen Wissenschaften zunehmend bedeutsamen Denk- und Sprachrahmens, dem der Entscheidungs- und Spieltheorie, entwickelt Rawls zwei Prinzipien der Gerechtigkeit und wendet sie dann auf die Grundinstitutionen moderner Gesellschaften an. Dabei geht es (u.a. auch) um das politisch aktuelle Problem, ob und unter welchen Bedingungen man auch einer demokratisch gewählten Regierung Widerstand leisten dürfe.

ISBN 978-3-518-27871-0 25. Auflage 01.03.1979 28,00 € Portofrei Bestellen (Buch: Taschenbuch)

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Inhaltsverzeichnis

Idealer Kapitalismus. Vor 100 Jahren wurde der Sozialphilosoph John Rawls geboren, vor 50 Jahren erschien sein Hauptwerk »Eine Theorie der Gerechtigkeit« – der vielleicht letzte originelle Entwurf zur Verteidigung der bürgerlichen Ordnung Von Alfred J. Noll → junge Welt 20.02.2021

Das Gedankenexperiment des Urzustands

  • Die Situation: Menschen versetzen sich in einen fiktiven „Urzustand“.
  • Die Unwissenheit: Niemand weiß, ob er reich oder arm, gesund oder krank, mann oder frau, klug oder weniger begabt sein wird.
  • Das Ziel: Unter diesen Bedingungen einigen sich alle auf gerechte Grundregeln für das Zusammenleben. [1, 2, 3, 4]

Warum das Konzept fair ist

  • Keine Bevorzugung: Weil niemand weiß, welche Position er in der echten Welt einnehmen wird, kann sich niemand einen unfairen Vorteil verschaffen. [1, 2]
  • Schutz der Schwachen: Aus Angst, am Ende selbst zu den Benachteiligten zu gehören, wählen die Menschen Regeln, die auch den Schwächsten in der Gesellschaft ein gutes Leben sichern. [1]

Die zwei Gerechtigkeitsprinzipien nach Rawls

  • Gleiche Grundfreiheiten: Jede Person hat ein Recht auf das gleiche und größtmögliche System an Grundfreiheiten.
  • Chancengleichheit und Differenzprinzip: Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten sind nur dann erlaubt, wenn sie allen – besonders den am schlechtesten Gestellten – den größtmöglichen Vorteil

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Gedankenexperiment: John Rawls Schleier des Nichtwissens
Dr. Cornelia Mooslechner-Brüll (18.10.2022)

Autoreninfos

John Rawls (1921–2002) war ein US-amerikanischer Philosoph und einer der einflussreichsten politischen Denker des 20. Jahrhunderts. Nach einem Studium an der Princeton University, das durch seinen Militärdienst im Zweiten Weltkrieg unterbrochen wurde, promovierte er dort 1950 und lehrte anschließend unter anderem an der Cornell University, dem Massachusetts Institute of Technology und ab 1962 an der Harvard University. Rawls gilt als Begründer der modernen liberalen Gerechtigkeitstheorie. Sein Hauptwerk A Theory of Justice (1971) erneuerte die politische Philosophie grundlegend und entwickelte mit dem Gedankenexperiment des „Urzustands“ (original position) und des „Schleiers des Nichtwissens“ (veil of ignorance) ein Verfahren zur Begründung gerechter gesellschaftlicher Institutionen. Daraus leitete er zwei Gerechtigkeitsprinzipien ab: gleiche Grundfreiheiten für alle sowie die Zulässigkeit sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheiten nur dann, wenn sie den am schlechtesten Gestellten den größtmöglichen Vorteil bringen (Differenzprinzip) und allen faire Chancengleichheit offensteht. Zu seinen weiteren Hauptwerken zählen Political Liberalism (1993), The Law of Peoples (1999) und Justice as Fairness: A Restatement (2001). Rawls' Werk prägte die zeitgenössische politische Philosophie nachhaltig und bildet bis heute einen zentralen Bezugspunkt der Debatten über Gerechtigkeit, Demokratie, Menschenrechte und den Sozialstaat.

Wikipedia (DE): John Rawls  |  Wikipedia (EN): John Rawls  |   Stanford Encyclopedia of Philosophy: Rawls  |  Encyclopædia Britannica: John Rawls

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Erstellt: 14.11.2019 - 05:58  |  Geändert: 29.07.2026 - 13:19