25.03.2026
Gilbert Doctorow: Russland & China überdenken US-Beziehungen wegen Iran-Krieg
auf YouTube (25.03.2026) 44:36
Medienpräsenz
Dr. Gilbert Doctorow erörtert, warum Russland und China ihre Beziehungen zueinander und zu den USA nach dem Angriff auf den Iran überdenken müssen.
Zeitmarken
Geopolitische Einordnung und US-Rhetorik
- Zerstörung der Weltordnung: Doctorow bezeichnet das Agieren von Donald Trump als schockierend, da es jeglichen Respekt vor dem Völkerrecht und den Vereinten Nationen zerstöre. Neu sei nicht die Brutalität an sich (er zieht Vergleiche zu Nixon und Kissinger), sondern die völlige Offenheit und Unverblümtheit, mit der die US-Führung das Prinzip „Macht geht vor Recht“ artikuliert [02:52], [03:34].
- Asymmetrische Stärke des Iran: Entgegen den Erwartungen westlicher Militärs und des Kremls hat der Iran bewiesen, dass er massiven Erstschlägen standhalten und seine Kommando- und Kontrollstrukturen sowie Offensivkapazitäten (Raketen- und Drohnenstarts) aufrechterhalten kann [06:34], [07:32].
Reaktionen und Verschiebungen im Osten (Russland/China)
- Kritik am Kreml und Putin: Während Talkmaster im russischen Staatsfernsehen und Intellektuelle wie Alexander Dugin das zögerliche Vorgehen Putins scharf kritisieren, herrscht auf offizieller Kreml-Ebene Schweigen. Doctorow kritisiert Putins Bestreben, als neutraler Vermittler mit allen Seiten (auch Israel) im Gespräch bleiben zu wollen [10:22], [11:22], [16:15].
- Bedeutungsverlust von BRICS und SCO: Doctorow stellt fest, dass Organisationen wie BRICS und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) im Zuge des Konflikts an praktischer Bedeutung verloren haben. Weder China noch Russland liefern dem Iran nennenswerte direkte militärische Unterstützung, was die Allianzen als schwach erscheinen lasse [04:37], [20:20], [33:07].
- Trilaterales Bündnis (Russland, China, Nordkorea): In der russischen Duma wird über ein echtes militärisches Verteidigungsbündnis diskutiert. Nordkorea wird dabei als entscheidender Akteur gewertet, da es im Gegensatz zu Russland und China nicht nur redet, sondern durch Waffen- und Drohnenlieferungen an den Iran faktenbasiert handelt [12:40], [13:34].
Auswirkungen auf Europa und den Ukraine-Krieg
- Wirtschaftliche Erpressbarkeit: Da Europa sich von russischen Energielieferungen abgeschnitten hat, ist es nun vollständig von US-amerikanischem Flüssiggas (LNG) abhängig. Dies gebe Donald Trump massiven politischen Hebel, um der EU unvorteilhafte Handelsabkommen aufzuzwingen [24:26], [24:43].
- Munitionserschöpfung zu Lasten Kiews: Da die USA ihre begrenzte Luftabwehr-Kapazität (wie Patriot- und THAAD-Systeme) massiv in den Nahen Osten verlegen müssen, um Israel zu schützen, erleidet die Ukraine einen direkten, fatalen Ausrüstungs- und Munitionsengpass [05:46], [43:55].
- Militärischer Vorteil für Russland: An der 1.200 km langen Frontlinie in der Ukraine behält Russland den strategischen Vorteil. Doctorow berichtet von Vorbereitungen einer russischen Großoffensive auf Kramatorsk und Slowjansk, bei der erstmals seit fast einem Jahr wieder verstärkt schweres Gerät und Panzerverbände konzentriert werden [39:17], [42:38].
Brüsseler Politik und europäische Stimmen
- Ursula von der Leyen: Angesichts von Energieengpässen und Inflation hält Doctorow die Position der EU-Kommissionspräsidentin, keinerlei russisches Gas zu importieren, für politisch unhaltbar [23:34].
- Bart De Wever: Der belgische Politiker schlägt moderate Töne an und plädiert für eine langfristige Normalisierung der Beziehungen zu Russland nach einem echten Friedensschluss. Doctorow interpretiert dies als geschicktes Positionieren für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten [26:07], [27:10].
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
44min 36s
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