Rasende Zerstörung
Wirtschaftliche, politische und psychosoziale Folgen der Kriegsvorbereitung
Im Zentrum des Bandes steht die Kritik an der „rasenden Zerstörung“ menschlicher Lebensbedingungen in Europa und weltweit. Zunehmend fallen diese den Kriegsvorbereitungen zum Opfer, die mittlerweile alle gesellschaftlichen Bereiche erfasst haben. Das zeigt sich im Gesundheitswesen genauso wie in der Verkehrspolitik und im Schulwesen. Staatliche Belange werden den Bedürfnissen der Kriegswirtschaft untergeordnet.
Rückblickend lassen sich die restriktiven Maßnahmen in Zeiten der Corona-Krise als eine Art Generalprobe interpretieren – für die Anpassung aller Lebensbereiche an autoritär verordnete Vorgaben und die Durchsetzung einer militärischen Logik. Infrastruktur wird auf Kriegstauglichkeit ausgerichtet. Bildung, Medizin und Psychologie sollen sich auf die Vorbereitung und Unterstützung eines Ernstfalls einstellen. Die Bevölkerung stimmt man damit mental und sozial auf ein autoritäres System ein. Selbst wenn es zu keinem großen Krieg in Mitteleuropa kommt, bliebe eine verarmte, verängstigte und autoritätsgläubige Gesellschaft zurück.
Dieses Buch ist ein Plädoyer dafür, Grundrechte und Demokratie nicht als gegeben hinzunehmen, sondern sie jeden Tag neu zu verteidigen.
Die HerausgeberInnen sind Mitglieder der „Neuen Gesellschaft für Psychologie“, die 1991 in Berlin gegründet wurde. Diese setzt sich für eine humane Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens ein.
Mit Texten von Rudolph Bauer, Wolfgang Bittner, Eva Borst, Klaus-Jürgen Bruder, Almuth Bruder-Bezzel, Günther Burbach, Eugen Drewermann, Wolfgang Effenberger, Magda von Garrel, Uli Gellermann, Annette Groth, Hannes Hofbauer, Wolfgang Krieger, Benjamin Lemke, Günter Rexilius, Michael Schneider, Manfred Sohn, Conny Stahmer-Weinandy, Ursula Vogt und Norbert Wohlfahrt.
Programm des NGfP-Kongress 2026: Rasende Zerstörung – Ursachen und ökonomische, politische und psychosoziale Folgen der Kriegsvorbereitung mit Zusammenfassungen der Beiträge. Die Redner sind Autoren dieses Buches. ngfp.de 03.2026
Über den NGfP-Kongress 2026: Von der Depression zur mobilisierenden Aufklärung: Ursprünglich waren kirchliche Räume für den Kongress vereinbart. Aber die evangelische Kirche hatte einen Rückzieher gemacht, weil sie "vermuten müsse, dass von den Vorträgen Gefahr für sie ausginge". Das war insofern der Fall, als dass die Vorträge – im Gegensatz zur Kriegstreiberei, die in der katholischen und evangelischen Kirche zu beobachten ist – durchweg Position bezogen gegen die verschiedenen Formen von Krieg, die uns zurzeit bedrängen. Gleich der erste Vortrag – der des Theologen Eugen Drewermann, dem die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen ist und der Erstunterzeichner des Neuen Krefelder Appells gegen Krieg in all seinen Formen (OmniWar) wie auch der Kampagne für ein neutrales Deutschland ist – war dafür ein hervorragendes Beispiel. Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann Neue Rheinische Zeitung 08.04.2026