13.03.2026
Der US-Israel-Krieg gegen Iran stoppt Amerikas Niedergang nicht – Wolff erklärt, warum
auf YouTube (13.03.2026) 1:08:32
Medienpräsenz
In diesem Interview analysiert der renommierte marxistische Ökonom Richard D. Wolff die geopolitischen und wirtschaftlichen Folgen des anhaltenden US-Israel-Konflikts mit dem Iran.
Zeitmarken
- Niedergang des US-Imperiums: Wolff vergleicht die aktuelle Situation der USA mit dem Zusammenbruch des Britischen Weltreichs im 20. Jahrhundert [01:21]. Er betrachtet den Konflikt mit dem Iran, den Niedergang des US-Dollars und bröckelnde internationale Allianzen als Symptome eines unumkehrbaren Prozesses [02:11].
- Wirtschaftlicher Vergleich: Ein Hauptgrund für diesen Niedergang ist laut Wolff das deutlich stärkere Wirtschaftswachstum von Ländern wie China und Indien im Vergleich zum Westen [03:02]. Während die US-Wirtschaft 2025 um etwa 2 % wuchs, verzeichnete China rund 5 % Wachstum [03:20].
- Die „Verleugnungsstrategie“: Die US-Führung reagiert laut Wolff auf diesen Niedergang mit Verleugnung. Weder Biden noch Trump hätten das Thema im Wahlkampf angesprochen [05:41]. Stattdessen versuche Trump, durch eine aggressive Expansionspolitik (z. B. Drohungen gegen Panama, Grönland oder Kanada) Stärke zu simulieren [06:05].
- Militärische Überdehnung: Der Iran-Konflikt könnte das „letzte Kapitel“ sein, in dem sich das Imperium übernimmt [06:45]. Wolff weist darauf hin, dass die USA trotz technologischer Überlegenheit Schwierigkeiten haben, gegen asymmetrische Kriegsführung (Drohnen, Raketen in bergigem Gelände) vorzugehen [14:26].
- Zustand der US-Binnenwirtschaft: Wolff beschreibt die Lage der Arbeiterklasse als katastrophal [11:02]. Da industrielle Kapazitäten ins Ausland verlagert wurden, führen staatliche Geldspritzen für den Krieg nicht zu neuen Arbeitsplätzen, sondern fließen primär in den Aktienmarkt, was nur den reichsten 10 % der Bevölkerung zugutekommt [27:28].
- Vision eines Mikro-Sozialismus: Als Lösung für die Arbeiterklasse schlägt Wolff einen Sozialismus vor, der auf der Mikroebene ansetzt. Er plädiert für Arbeiterkooperativen und die demokratische Umgestaltung von Betrieben, anstatt nur auf staatliche Lösungen zu setzen [50:34].
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 8min 32s
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