Ein neuer Begriff macht die Runde: Identitätspolitik. Kritiker:innen werfen dieser vor, mehr als Antidiskriminierungspolitik zu sein. Sie rücke Sonderinteressen in den Vordergrund und arbeite dabei mit starker und oft moralisch unterfütterter Selbstinszenierung. Gesellschaftlicher »Gemeinschaftssinn« ginge flöten, das »Normale« und die »Mehrheiten« fänden keine Beachtung mehr, klagen konservative Beobachter:innen. Mittlerweile wird »Linkssein« in der Wahrnehmung der Mehrheitsgesellschaft mit einer Vielzahl von Identitätspolitiken gleichgesetzt : mit dem Post-Feminismus der Queer Politics oder dem Antirassismus der People of Colour, mit einer Politik von und für sexuelle oder ethnische Minderheiten.
Gerhard Hanloser (Jahrgang 1965) ist ein deutscher Soziologe, Historiker und Germanist. Er studierte Soziologie, Geschichte und Germanistik und promovierte im Bereich der Sozialwissenschaften. Wissenschaftlich arbeitet er insbesondere zur Geschichte und Theorie des Kommunismus, zu Faschismustheorien sowie zur Entwicklung politischer Ideologien im 20. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf der Analyse des Antikommunismus und dessen Rolle in politischen und gesellschaftlichen Diskursen.
Er veröffentlichte mehrere Monografien und Sammelbände, darunter Arbeiten zur Geschichte der KPD, zur kommunistischen Bewegung in Deutschland sowie zur Kritik antikommunistischer Ideologie. Zu seinen bekannten Publikationen zählen unter anderem Studien zu Georg Lukács, zur Theoriegeschichte des Marxismus sowie zur politischen Kultur der Bundesrepublik im Kontext des Kalten Krieges. Darüber hinaus edierte er Werke und veröffentlichte Beiträge in wissenschaftlichen Sammelbänden und politischen Fachzeitschriften. Seine Arbeiten sind durch eine quellengestützte historische Analyse geprägt und bewegen sich im Schnittfeld von Ideengeschichte, Sozialgeschichte und politischer Theorie.
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