»Linker Antisemitismus«
Zur Kritik eines Kampfbegriffs

Die bereits lange vorher aufgestellte Behauptung, die Linke sei in ihrer Israelkritik antisemitisch, erfuhr seit dem 7. Oktober eine drastische Verschärfung. Was bislang noch ein Diskurs war, der mit Unterstellungen und Lügen operierte, wurde verpolizeilicht. Über den Antisemitismusvorwurf gegen antiimperialistische, antikolonial oder menschenrechtlich eingestellte Linke, sollten mittels moralischer Verdammung die Meinungsfreiheit eingeschränkt und Stimmen gegen Krieg und Genozid zum Schweigen gebracht werden. 

ISBN 978-3-99136-525-9 1. Auflage 03.2026 18,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover)

Wer von Apartheid, Besatzung oder Völkermord sprach, wurde gecancelt. Besonders problematisch ist, dass die Anschuldigungen oft jüdischen Linken galten, die vom Staatsräson-Diskurs abwichen. Die nach wie vor höchst notwendige linke Kritik des Antisemitismus hat sich aus der Komplizenschaft mit den Herrschenden zu lösen.

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Inhaltsverzeichnis und Leseprobe des Verlags

Gelenkte Sicht. Etliche Filme der DEFA über den Faschismus und die deutsche Vergangenheit widmeten sich auch der jüdischen Erfahrung und Geschichte. Heutige Interpreten haben damit ihre liebe Mühe. Von Gerhard Hanloser→ junge Welt 09.09.2023

Autoreninfos

Gerhard Hanloser (Jahrgang 1965) ist ein deutscher Soziologe, Historiker und Germanist. Er studierte Soziologie, Geschichte und Germanistik und promovierte im Bereich der Sozialwissenschaften. Wissenschaftlich arbeitet er insbesondere zur Geschichte und Theorie des Kommunismus, zu Faschismustheorien sowie zur Entwicklung politischer Ideologien im 20. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf der Analyse des Antikommunismus und dessen Rolle in politischen und gesellschaftlichen Diskursen.

Er veröffentlichte mehrere Monografien und Sammelbände, darunter Arbeiten zur Geschichte der KPD, zur kommunistischen Bewegung in Deutschland sowie zur Kritik antikommunistischer Ideologie. Zu seinen bekannten Publikationen zählen unter anderem Studien zu Georg Lukács, zur Theoriegeschichte des Marxismus sowie zur politischen Kultur der Bundesrepublik im Kontext des Kalten Krieges. Darüber hinaus edierte er Werke und veröffentlichte Beiträge in wissenschaftlichen Sammelbänden und politischen Fachzeitschriften. Seine Arbeiten sind durch eine quellengestützte historische Analyse geprägt und bewegen sich im Schnittfeld von Ideengeschichte, Sozialgeschichte und politischer Theorie.

Wikipedia (DE): Gerhard Hanloser  |  Website: Gerhard Hanloser

Erstellt: 27.01.2022 - 09:04  |  Geändert: 17.05.2026 - 10:56