Sie machen deutlich, dass es nicht nur um die Erhaltung eines Theaters geht, sondern behandeln die grundsätzliche Frage: Wie geht der Westen mit dem Osten um, was lief in den vergangenen 35 Jahren schief? In Adlershof ging es weniger um Vergangenheit, sondern um Gegenwart und Zukunft in diesem Lande.
Mit Beiträgen von: Daniela Dahn, Lars Düsterhöft, Tino Eisbrenner, Peter Fellenberg, Holger Friedrich, Gregor Gysi, Sonja Hilberger, Frank Jahnel, Christian Lorenz, Christa Luft, Carmen Orlet, Alejandro Quintana, Kathrin Schülein, Frank Schumann, Jörg Stempel, Maritta Tkalec, Hans-Eckardt Wenzel
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Interview
„Diesmal lassen wir uns nicht enteignen“: Das Theater Ost wehrt sich gegen Verdrängung: Kathrin Schülein über das Theater Ost, den westdeutschen Blick auf ostdeutsche Kultur – und den Kampf um ein Stück Erinnerung in Berlin-Adlershof. [hinter der Bezahlschranke] Mit Tomasz Kurianowicz Berliner Zeitung 02.10.2025
Autoreninfos
Die Autorin
Daniela Dahn, geboren in Berlin, studierte Journalistik in Leipzig und war Fernsehjournalistin. 1981 kündigte sie und arbeitet seitdem als freie Schriftstellerin und Publizistin. Sie war Gründungsmitglied des «Demokratischen Aufbruchs» und hatte mehrere Gastdozenturen in den USA und Großbritannien. Sie ist Mitglied des PEN sowie Trägerin unter anderem des Fontane-Preises, des Kurt-Tucholsky-Preises für literarische Publizistik, der Luise-Schroeder-Medaille der Stadt Berlin und des Ludwig-Börne-Preises. Bei Rowohlt sind bislang vierzehn Essay- und Sachbücher erschienen, zuletzt «Im Krieg verlieren auch die Sieger» (2022).
Wikipedia (DE): Daniela Dahn auf Wikipedia | Website: Daniela Dahn
Lars Düsterhöft (Jahrgang 1981) ist ein deutscher Politiker und seit 2016 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Er studierte Politikwissenschaft an der Universität Potsdam. Er wirkt in verschiedenen sozial- und gesundheitspolitischen Ausschüssen mit. Insbesondere setzt er sich für Themen aus den Bereichen Arbeit, Soziales, Gesundheit und Pflege ein.
Wikipedia (DE): Lars Düsterhöft | Website: Lars Düsterhöft
Gregor Gysi, geboren 1948, Rechtsanwalt und Politiker. Sohn des DDR-Kulturministers Klaus Gysi und Neffe der Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing. 1967 Eintritt in die SED. Vertrat als Rechtsanwalt u. a. Robert Havemann, Rudolf Bahro und andere Regimekritiker. 1989–1993 Parteivorsitzender der PDS. 1990–2002 und 2005–2016 MdB und Fraktionsvorsitzender der PDS und der Partei Die Linke. Seit Dezember 2016 ist er Präsident der Europäischen Linken.
Wikipedia (DE): Gregor Gysi | Homepage: dr-gregor-gysi/
Sonja Hilberger (Jahrgang 1968) ist eine deutsche Schauspielerin, Regisseurin und Hochschulprofessorin. Sie wurde in West-Berlin geboren und absolvierte ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Im Verlauf ihrer Karriere war sie an renommierten Bühnen wie dem Volkstheater Rostock und den Uckermärkische Bühnen Schwedt engagiert und wirkte zudem in mehreren Film- und Fernsehproduktionen mit. Seit den 2000er Jahren übernahm sie auch Regie- und Lehrtätigkeiten, u. a. an der Berliner Schule für Schauspiel, der Hochschule für Musik und Theater Rostock und seit 2022 als Professorin am Max‑Reinhardt‑Seminar in Wien.
Wikipedia (DE): Sonja Hilberger | Website: Sonja Hilberger
Frank Jahnel ist Vorsitzender des Vereins Friedrich‑Wolf‑Gesellschaft e. V. mit Sitz in Lehnitz/Oranienburg.
Christa Luft (* 22. Februar 1938 als Christa Hecht in Krakow am See) ist eine deutsche Ökonomin und Politikerin (SED/PDS). Sie war während der friedlichen Revolution stellvertretende Vorsitzende des Ministerrates und Wirtschaftsministerin der DDR in der Modrow-Regierung und von 1994 bis 2002 durch Direktmandat in Berlin Mitglied des Deutschen Bundestages für die PDS. Sie publizierte zahlreiche Veröffentlichungen zu wirtschaftlich-ökonomischen Hintergründen und gesellschaftlichen Analysen.
Wikipedia (DE): Christa Luft
Alejandro Quintana (Jahrgang 1951) studierte Schauspiel in Santiago de Chile und emigrierte 1973 in die DDR. Von 1974 bis 1981 war er Schauspieler und Regisseur am Volkstheater Rostock und Lehrbeauftragter an der Schauspielschule der Stadt. Anschließend wirkte er als Regisseur u. a. am Berliner Ensemble, am Staatstheater Cottbus sowie in Chemnitz, Rudolstadt, Schwerin und Rostock; er war Oberspielleiter beziehungsweise Schauspieldirektor. Er erhielt Auszeichnungen wie den Regiepreis der Berliner Kritiker (1985) und den Kulturpreis der DDR (1986). Neben seiner Theaterarbeit inszenierte er auch für das Fernsehen.
Wikipedia (DE): Alejandro Quintana
Kathrin Schülein (Jahrgang 1965) ist künstlerische Leiterin, Choreografin und Regisseurin des Theater OST in Berlin-Adlershof. Sie absolvierte ihre Ausbildung an der Palucca‑Schule Dresden im Bereich Ballett und Tanz und war in dieser Funktion mehrere Jahre als Tänzerin an diversen Theatern tätig. 2006 gründete sie die Ballett-Compagnie „art changé“. Parallel dazu besuchte sie als Dauergasthörerin Lehrveranstaltungen an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in den Bereichen Regiemethodik und angewandte Dramaturgie. Seit 2015 leitet sie das Theater OST, das in einem ehemaligen Fernsehstudio der DDR untergebracht ist, und dort setzt sie sich für ein integratives Kulturverständnis ein.
Die Herausgeber
Kathrin Schülein, aufgewachsen in der DDR, entdeckt schon früh ihre Liebe zum Tanz. Sie erfährt eine hervorragende Förderung ihrer Tanzleidenschaft und erhält eine kostenlose Ausbildung bei der jüdischen Tänzerin und Tanzpädagogin Gret Palucca in Dresden. Mit dem Ende der DDR beginnt ihre »Odyssee«. Sie erlebt den Niedergang der Gesellschaft, in der sie aufgewachsen ist. Kunst und Kultur werden zur Ware. Wie kann man sich in dem neuen, fremden System eine Zukunft aufbauen oder einfach nur überleben?