Zeit Zu Reden (Medienpräsenz)

2:15:13

22. Oktober 2024

Mit Jan-Christoph Kitzler, Alena Jabarine, Daniel Bax und Kai Hafez auf dem Panel. Moderiert von Kristin Helberg

Seit mehr als einem Jahr erscheint der öffentliche Diskurs in Deutschland abgekoppelt von den Ereignissen in Nahost und der internationalen Berichterstattung darüber. Dies hat auch mit der mangelnden Bereitschaft deutscher Medien zu tun, das Kriegsgeschehen professionell und unabhängig abzubilden und dabei die nötige Distanz zu Informationsquellen und politischen Akteuren zu wahren.

Vor allem in den ersten Monaten haben sich viele Redaktionen von der deutschen Staatsräson leiten lassen, die als uneingeschränkte Solidarität mit Israel und bedingungslose Unterstützung der israelischen Regierung verstanden wurde. Nicht nur in der Politik, auch in den Medien herrschen mit Blick auf Israel und Palästina doppelte Standards. So hat sich eine Kluft zwischen der Kriegserzählung in Deutschland und der Wahrnehmung in anderen demokratischen Staaten aufgebaut, die nur schwer zu überbrücken scheint – mit weitreichenden Folgen für Kultur und Wissenschaft.

Was sind die Gründe für dieses journalistische Versagen? Fehlendes Hintergrundwissen und Personalmangel oder eher politischer Druck und Einflussnahme von außen? Welche Rolle spielt bei Journalist*innen und potenziellen Interviewpartner*innen die Angst, als antisemitisch diffamiert zu werden, womöglich seinen Job, weitere Aufträge oder öffentliche Gelder zu verlieren? Und haben wir es bei falscher oder einseitiger Berichterstattung mit einer Häufung bedauerlicher Einzelfälle zu tun oder gibt es – etwa im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – ein strukturelles Problem?

Umfragen zufolge hat fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung wenig oder gar kein Vertrauen in die Berichterstattung deutscher Medien zu Gaza und Israel. Wie wirkt sich das auf die Pressefreiheit, auf Debatten in der Kunst- und Kulturszene und auf die Demokratie insgesamt aus? Und wie ließe sich Vertrauen zurückgewinnen?

2:39:45

STAATSMACHT UND POLIZEIGEWALT

Eine kritische Diskussion über deutsche Staatsgewalt, und ihre Mechanismen und Funktionen in Krisenzeiten

24. Januar 19 – 22 Uhr

Seit dem 7. Oktober 2023 – dem Hamas-Angriff auf Israel und der israelischen Militäroffensive in Gaza – verschärft sich parallel zu den Ereignissen im Nahen Osten auch die Lage in Deutschland. Die palästinasolidarische Protestbewegung ist mit vielfältigen repressiven Maßnahmen konfrontiert – Demonstrationen werden verboten oder mit wechselnden Auflagen erschwert, Veranstaltungen werden abgesagt oder aufgelöst, es kommt zu Platzverweisen, Betätigungsverboten, vorübergehenden Festnahmen, Hausdurchsuchungen und dem massiven Einsatz von Gewalt seitens der Polizei.

Wie sinnvoll und notwendig sind die verschiedenen staatlichen und polizeilichen Maßnahmen? Welche Rolle spielen Rassismus und stereotype Wahrnehmungen? Und wie lässt sich ein Weg finden, der es den Menschen in Deutschland ermöglicht, sicher zu protestieren und gleichzeitig ihr Vertrauen in Polizei, Verwaltung und Justiz wiederherzustellen?

Teilnehmer*innen der Diskussion sind: Kristin Helberg (Moderatorin), Jara Nassar, Alexander Gorski, Prof. Dr. Tobias Singelnstein und Heiko Teggatz