re:publica (Medienpräsenz)

26:54

Der Westen hat Angst vor seinem Abstieg. Diese Angst ist nicht neu, aber sie ist berechtigt. Denn die Welt, die Europa im 19. Jahrhundert geschaffen hat, ist zu einer Welt geworden, die der Westen nicht mehr allein zu beherrschen vermag. Der Abstieg des Westens geht einher mit dem Aufstieg der Anderen.

Wer sind die Anderen? Es sind diejenigen, die in den Ländern leben, die man früher zur "Dritten Welt" gezählt hat, eine Welt, die man heute den "Globalen Süden" nennt. Der eine Begriff ist dabei so verallgemeinernd wie der andere, ist der Nicht-Westen doch die Mehrheit. Seine Beschreibung als Kollektiv versucht die Vereinheitlichung dessen, was eigentlich nichts miteinander gemein hat, außer zu einem gewissen Zeitpunkt der eigenen Geschichte von Europa überwältigt worden zu sein.

Als die zweite Großmacht nach den USA lässt sich China seine Politik von niemandem mehr diktieren. Das neue Selbstbewusstsein des Globalen Südens findet sich aber nicht nur in dem zu alter Größe zurückkehrenden Reich der Mitte. Indien, Südafrika, Brasilien, Indonesien, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate; diese und andere Staaten sind längst nicht mehr bereit, sich in einer von anderen gemachten Weltordnung auf den hinteren Plätzen einzureihen.

Die Welt sortiert sich also neu. Dabei kommt ausgerechnet dem U.S. Präsidenten die Rolle zu, den Übergang in die Welt nach dem Westen zu gestalten. Donald Trump wurde schon auf viele Weisen beschrieben, aber vielleicht versteht man ihn am besten so: Als idiosynkratischen Abstiegsmanager der westlichen Vormacht. Wie wird die “multipolare” Welt aussehen? Welche Rolle sollte Deutschland, sollte Europa darin spielen? Und wie steigt man eigentlich würdevoll ab?

58:11

Moral ist zum Reizwort geworden. Wer sich auf sie beruft, steht schnell im Verdacht, moralisierend oder weltfremd zu argumentieren. In ihrem Essay „Das M-Wort. Gegen die Verachtung der Moral“ hält Anne Rabe dagegen: Moral ist kein sentimentaler Zusatz, sondern das Fundament demokratischer Gesellschaften.

Im Gespräch mit Yasmine M’Barek geht es um die Frage, welche Moraldefinition ihrem Buch zugrunde liegt – die Gleichwertigkeit aller Menschen – und was daraus politisch folgt. Anhand von Debatten um Armut, Migration, Klimapolitik sowie Rechts- und Radikalisierungstendenzen diskutieren sie, wie moralische Bezugspunkte im öffentlichen Diskurs zurückgedrängt werden und welche Folgen das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hat.

Wie ideologiefrei kann eine Debatte überhaupt sein? Wie finden wir jenseits von Lagerdenken gemeinsame Lösungen? Und was bedeutet es im Sinne des Mottos „Never Gonna Give You Up“, moralische Überzeugungen auch in harten, polarisierenden Zeiten nicht aufzugeben?

29:29

Unsichtbare Ordnung? Was Klasse heute bedeutet

Ob mit Millionenvermögen oder Gehalt am Existenzminimum, die meisten Menschen in Deutschland begreifen sich als Teil der Mitte. Dabei sind die Startbedingungen noch immer nicht gleich. Trotz gesellschaftlichen Wandels bestimmt die Herkunft nach wie vor die Aufstiegschancen und Klassenunterschiede erweisen sich über Generationen hinweg als erstaunlich stabil. Dies betrifft insbesondere die Verteilung von Vermögen, während sich das Ringen um Status und Anerkennung in den weitaus subtileren Formen kultureller Distinktion äußert.

Im von Geraldine de Bastion moderierten Gespräch diskutieren der Philosoph und die Journalistin, wie sich heute noch über Klasse sprechen lässt. Über harte Lebensrealitäten, die feinen Unterschiede und welche Schlussfolgerungen wir als Gesellschaft daraus ziehen können. Halten wir an der Hoffnung auf Veränderung fest oder haben wir uns schon längst mit der Beständigkeit von Ungleichheit arrangiert?

24:37

Die Zukunft gehört denen, die ihre Hirnleistung mit Medizin und Technik boosten. Welcome to the world of selfcraft …

56:47

Language is never innocent. ~ Roland Barthes //    Im Januar 2017 zog Donald Trump nach einer donnernden Wahlkampagne ins Weiße Haus ein. Die Welt hatte bis zuletzt Hillary Clinton für überlegen gehalten – „Faktencheck“ hieß die Zauberformel, die am Ende keine war. Bis heute klammern sich viele an die Hoffnung des rationalen Wählers.

24:33

Privat statt Staat. Wie die nächste Generation das Gemeinwohl finanzieren wird. Partner: Senate Department for Economics, Energy and Public Enterprises Die größte Vermögensverschiebung der Geschichte läuft – aber das Geld ist gefangen in Strukturen aus dem Mittelalter. In seinem Talk über das Neue Geben zeigt Felix Oldenburg, wo die Milliarden liegen, mit denen wir die Welt verbessern können. 

Speaker: Felix Oldenburg - https://re-publica.com/de/user/13633

24:38

Die Anti-Dystopie als Widerstand gegen negative Zukünfte Unsere krisenhafte Zeit ist von Dystopien in der (Pop-)Kultur geprägt. Doch die Anti-Dystopie stellt sich gegen diese düsteren Zukunftsvisionen. In meinem Talk zeige ich, wie Menschen in anti-dystopischen Geschichten trotz Katastrophen für Gerechtigkeit kämpfen und reale Veränderungen anstoßen.

20:26

Gegen die Gleichgültigkeit – warum wir alle politisch wirksam sein können

In einer Welt, die von multiplen Krisen geprägt ist, wächst das Gefühl der Ohnmacht. Was können wir überhaupt noch tun?

Speaker: Cesy Leonard

1:02:53

Früher war es nicht so gut, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Gehe nicht zum Fürst, wenn du nicht gerufen wirst.Man wollte bestimmt nicht auffällig werden, weil Normabweichungen zu Nachteilen führten. Heute hat derjenige Erfolg, der Aufmerksamkeit auf sich zieht, attraktiv oder visible ist, also weithin auffällig wirkt und als besonders gilt. Die Aufmerksamkeit mausert sich seit Jahren zu einer Ersatzwährung.