Hrsg. Michaela Christ, Bernd Sommer und Klara Stumpf

Transformationsgesellschaften
Zum Wandel gesellschaftlicher Naturverhältnisse

Unstrittig ist, dass sich in den modernen Gegenwartsgesellschaften eine Transformation vollziehen wird. Es fragt sich allerdings, ob sie stärker von den Verhältnissen erzwungen wird oder im Rahmen gewisser zivilisatorischer Standards gestaltbar ist. Kurz, ob diese Transformation "by design or by disaster" erfolgt. Doch ist es möglich, moderne Gesellschaften gezielt zu transformieren? Fest steht: Ein solch umfassender Wandlungsprozess erfordert weit mehr als technologische Veränderungen. Auch ökonomisch, institutionell und kulturell müssen sich Gesellschaften wandeln. Allein: Es gibt für die Wege in eine zukunftsfähige, nachhaltige Gesellschaft keine Masterpläne. Wie Postwachstumsgesellschaften, etwa eine "reduktive Moderne", konkret und auf die unterschiedlichen Lebensbereiche bezogen aussehen könnten, ist ungewiss. Auch Überlegungen dazu, wie genau die Entwicklungen gestaltet werden müssen, die ein "gutes Leben" für alle Menschen in Freiheit und Sicherheit gewährleisten und gleichzeitig substantiell weniger Natur- und Umweltverbrauch zur Folge haben, sind noch vage. Der Sammelband "Transformationsgesellschaften" will genau dies diskutieren.

ISBN 978-3-7316-1356-5 1. Auflage 07.2019 29,80 € Portofrei Bestellen (Buch)

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Inhaltsverzeichnis

- F. Mauelshagen: Der Diskurs um das Anthropozän 
- G.K. Bhambra: Die Krise des postkolonialen Europa 
- S. Lessenich: Die Externalisierungsgesellschaft und ihre politischen Implikationen 
- M. Christ: Sozial-ökologische Krisen und Gewalt - Historische Rekonstruktionen 
- G. Fischer: Globale Beschleunigung und regionale Neuordnungen. Das Doce-Tal in Brasilien, 1880-1980 
- T. Flörkemeier: Die Energiewende von Holz zur Steinkohle im deutschsprachigen Raum im 18./19. Jh. 
- T. Kopp, J. Eicker, M. Becker, S. Caspari, K. van Treeck, A. Shah: Zur Genese der Imperialen Lebensweise 
- M. Schmelzer: Zur Genese des Wachstumsparadigmas 
- L. Tremel: Die Abschaffung der Sklaverei im atlantischen Raum und die Dynamik der Transformation - Der Blick nach vorn 
- J. von Mende: "Trampelpfade" für die Umgestaltung des globalen Metabolismus 
- D. Rodenhäuser: Arbeiten in einer Postwachstumsgesellschaft
- B. Muraca: Degrowth als Projekt der Transformation 
- M. Göpel: Paradigmenwechsel in der Ökonomie als Treiber von Transformation 
- J. Gebauer: Postwachstum und Unternehmen 
- H. Welzer: Zukunftsbilder der Nachhaltigkeit

Autoreninfos 

Michaela Christ ist eine deutsche Soziologin. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Pädagogik in Göttingen und Hannover und promovierte 2011 mit der Arbeit Die Dynamik des Tötens. Die Ermordung der jüdischen Bevölkerung von Berditschew. Ukraine 1941–44, die im Fischer Taschenbuch Verlag erschien. Von 2005 bis 2012 war sie am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen tätig, zuletzt im Forschungsprojekt Referenzrahmen von Tätern, gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung. Seit 2013 war sie am Norbert Elias Center for Transformation Design and Research (NEC) der Europa-Universität Flensburg tätig, wo sie den Forschungsbereich Diachrone Transformationsforschung leitete und gemeinsam mit Bernd Sommer den Masterstudiengang Transformationsstudien aufbaute. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Kultursoziologie, Gewaltsoziologie, Soziologie des sozialen Wandels sowie gesellschaftliche Naturverhältnisse. Sie ist Mitherausgeberin des Sammelbands Transformationsgesellschaften (Metropolis-Verlag) und Fachredakteurin des Online-Magazins Medaon – Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung. Derzeit ist sie als Teamleiterin im Forschungsbereich Mobilität am Deutschen Institut für Urbanistik (difu) tätig.

Bernd Sommer (Jahrgang 1976) ist ein deutscher Soziologe und Kulturwissenschaftler. Er studierte Sozialwissenschaften in Hannover und an der London School of Economics and Political Science und promovierte 2009 an der Leibniz Universität Hannover im Fach Soziologie mit einer Arbeit zu sozialer Unsicherheit und rechtsextremen Einstellungen in Deutschland. Die Promotion wurde durch ein Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung gefördert. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag sowie Referent der SPD-Bundestagsfraktion. Von 2009 bis 2012 war er am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen tätig und zugleich Referent beim Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU). Ab 2012 leitete er den Forschungsbereich Klima, Kultur und Nachhaltigkeit am Norbert Elias Center for Transformation Design and Research (NEC) der Europa-Universität Flensburg, wo er gemeinsam mit Michaela Christ den Masterstudiengang Transformationsstudien aufbaute und leitete. 2018 habilitierte er sich an der Europa-Universität Flensburg. Seit 2022 ist er Professor für Umweltsoziologie mit dem Schwerpunkt Transformationsforschung an der Technischen Universität Dortmund. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen gesellschaftliche Dimensionen des Klimawandels, sozial-ökologische Transformation, Postwachstum, Rechtspopulismus sowie die Prozess- und Figurationssoziologie nach Norbert Elias. Er ist Mitherausgeber mehrerer Buchreihen und Zeitschriften, darunter der Reihe Transformationen im oekom-Verlag und der Zeitschrift Soziologie und Nachhaltigkeit.

Klara Helene Stumpf ist eine deutsche Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaftlerin. Sie studierte Umweltwissenschaften mit den Schwerpunkten Umweltpolitik, Umweltökonomie, Ökologie und Naturschutz an der Leuphana Universität Lüneburg und wurde dort 2014 am Lehrstuhl für Nachhaltigkeitsökonomie mit einer Arbeit über Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit promoviert. Anschließend war sie am Norbert Elias Center for Transformation Design and Research (NEC) der Europa-Universität Flensburg tätig, zunächst als Koordinatorin eines Projekts zur Gemeinwohlökonomie im Rahmen des BMBF-geförderten Verbundvorhabens GIVUN, später als Leiterin des Forschungsbereichs Klima, Kultur und Nachhaltigkeit. Gemeinsam mit Michaela Christ und Bernd Sommer gab sie 2019 den Sammelband Transformationsgesellschaften. Zum Wandel gesellschaftlicher Naturverhältnisse im Metropolis-Verlag heraus. Seit August 2019 ist sie bei der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. in Hamburg tätig, wo sie die Programmbereiche Zukunftsgerechte Landnutzung und Wissenschaft leitet.

Erstellt: 09.05.2019 - 06:18  |  Geändert: 12.03.2026 - 15:35