Spaltungslinien
Europas Parteiensysteme und die Dekonsolidierung des Nationalstaats

Entlang welcher Linien sortieren sich die politischen Konflikte unserer Zeit? Unsere hergebrachten Ordnungsbegriffe scheinen mittlerweile keine sichere Orientierung mehr zu bieten. Denn heute steht häufig ein linkes Bürgertum gegen eine rechte Arbeiterschaft – und "progressiver Neoliberalismus" und kulturell rechte, aber zunehmend verteilungspolitisch linke populistische Parteien markieren die Pole einer neuen Hauptachse des politischen Konflikts. In Spaltungslinien interpretiert der Politikwissenschaftler Philip Manow diese neue Lage als Resultat der Transformation europäischer Parteiensysteme. Diese Transformation selbst, so die zentrale These des Essays, ist eine Reaktion auf die Infragestellung des Nationalstaats als jener Ebene, auf die hin sich bislang gesellschaftliche Interessen organisiert hatten. 

ISBN 978-3-406-84621-2 1. Auflage 18.05.2026 18,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover)

Wenn diese Diagnose zutrifft, ist die Krise der Gegenwart nicht mit dem Aufkommen einer neuen, kulturellen Spaltungslinie zu erklären – etwa als Gegnerschaft von Kosmopoliten und Kommunitaristen, von "Anywheres" und "Somewheres". Sie führt vielmehr zur Erosion bisheriger Formen politischer Interessenvermittlung, so dass unser gewohnter Fokus auf Parteien und ihre relative Stärke uns über die politische Entwicklung gar nicht mehr hinreichend aufzuklären vermag. Sie führt weiterhin zur Ausbildung einer neuen Hauptkonfliktachse zwischen gesellschafts- und verteilungspolitischem Liberalismus einerseits und gesellschafts- und verteilungspolitischem Illiberalismus andererseits.

«Es gibt gegenwärtig keine durchdachteren Texte zur Situation der modernen Demokratien als die Philip Manows.» Jürgen Kaube, Quelle: VLB-TiX 20.05.2026

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Europas Spaltungslinien: Wo sie verlaufen und was sie für die Demokratie bedeuten mit Philip Manow
Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst (Deutschland), 15.09.2025 | Hanse - Wissenschaftskolleg HWK (15.09.2025)

Autoreninfos

Politikwissenschaftler Philip Manow hatte ab 2009  die Professur für Moderne Politische Theorie am Institut für Politische Wissenschaft der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg inne. Seit 2010 war er Professor für Vergleichende Politische Ökonomie an der Universität Bremen und dort Sprecher des Forschungszentrums Ungleichheit und Sozialpolitik (SOCIUM), ehe er 2024 auf die Professur für Internationale Politische Ökonomie an die Universität Siegen berufen wurde.

Wikipedia (DE): Philip Manow 

Autoren

Erstellt: 20.05.2026 - 16:02  |  Geändert: 20.05.2026 - 16:42