Nullpunkt – mit Hanno Hauenstein (Medienpräsenz)

1:27:38

In dieser Folge von Nullpunkt rede ich mit dem Völkermordforscher und Historiker Dirk Moses (City College of New York) über Adornos berühmten Aufsatz „Erziehung nach Auschwitz“ – und was er nach Gaza verlangt. Wir schauen uns an, wie sich die Erinnerung an den Holocaust in Deutschland in den letzten Jahrzehnten verändert hat und wie das immer mehr an Unis, in der Politik und in den deutschen Medien zu sehen ist.

Moses meint, dass sich die Erinnerungskultur in Deutschland von einer Basisbewegung zu einer staatlichen Ideologie gewandelt hat, und fragt, wie kritische Theorie aussieht, wenn sie zur Handlangerin der Macht wird.


In this episode of Nullpunkt, I speak with genocide scholar and historian Dirk Moses (City College of New York) about Adorno’s famous essay “Education after Auschwitz” – and what it demands after Gaza. We unpack how Holocaust remembrance in Germany has changed over the past decades and how this is increasingly visible in universities, politics, and German media. Moses argues that Germany’s memory culture has shifted from grassroots critique to state ideology, and asks what critical theory looks like when it becomes a handmaiden of power.

Timestamps

00:00 Introduction 

02:55 Education after Auschwitz after Gaza

06:40 The German “catechism” 

12:30 Achille Mbembe & Michael Rothberg 

18:10 Germany's Crisis of Illiberalism 

24:40 Gaza & Staatsräson 

31:20 Silencing Dissent 

38:45 What Adorno Tells Us Today 

46:10 Bourgeois Coldness 

54:30 Memory Culture and the State 

1:03:00 On Universalism and International Law 

1:11:45 Anne Frank & Hind Rajab 

1:20:50 Germany & Geopolitics 

1:29:40 What Is Education After Gaza 

1:37:30 Final thoughts

Kapitel

34:16

In dieser Folge von Nullpunkt redet der bekannte Historiker und Völkermordforscher Omer Bartov mit Hanno Hauenstein über Israels Angriff auf Gaza, die Instrumentalisierung der Erinnerung an den Holocaust und wie Deutschland seine historische Verantwortung verdreht. Bartov, einer der weltweit führenden Experten zum Holocaust, meint, dass Deutschland sich durch Waffenlieferungen und politische Unterstützung mitschuldig am Völkermord in Gaza gemacht hat.


In this episode of Nullpunkt, renowned historian and genocide scholar Omer Bartov joins Hanno Hauenstein to discuss Israel’s assault on Gaza, the weaponization of Holocaust memory, and Germany’s distortion of historical responsibility. Bartov, one of the world’s foremost experts on the Holocaust, argues that by supplying weapons and political cover, Germany has made itself complicit in the Gaza genocide.

Zeitmarken

0:00 – Introduction 
1:00 – Omer Bartov on his time in Berlin 
3:37 – Is there a scholarly consensus on genocide? 
5:33 – Why the hesitation to name genocide? 
7:20 – Could the assessment have come earlier? 
10:28 – What established the pattern of genocide? 
14:10 – How Gaza ties into German memory culture 
18:08 – How Holocaust memory has been weaponized 
21:11 – How could a reckoning look like? 
22:33 – Germany’s complicity in the genocide 
24:50 – How Bartov sees himself vis-a-vis Israeli society 
26:50 – On denial – in Israel and beyond 
29:10 – On the fragile ceasefire and the Trump plan 
31:00 – Has the genocide assessment helped move toward a ceasefire?

1:04:29

In diesem Gespräch mit Hanno Hauenstein erklärt Rosa Burç, warum Kurdistan kein Randthema ist, sondern eine der zentralen politischen Bruchlinien unserer Gegenwart. Sie zeigt, wie kurdische Identität systematisch unsichtbar gemacht wird, spricht über die feministische Tradition der kurdischen Bewegung und die symbolische Entwaffnung der PKK – und ordnet all das in koloniale Kontinuitäten ein, die bis heute nachwirken.

Zeitstempel

0:00 – Intro 
1:45 – Zugang zu Kurdistan 
3:20 – Warum Kurdistan oft unsichtbar bleibt 
7:30 – Warum die PKK sich entwaffnet hat 
14:00 – Die Rolle Syriens 
17:30 – Kurdische Selbstverwaltung 
19:30 – „Die erste Kolonie ist die Frau“ 
32:30 – Alternative Gesellschaftsmodelle 
45:20 – Koloniale Geschichte anerkennen 
49:00 – Hierarchien der Solidarität 
54:00 – Palästina, Israel, Kurdistan 
1:02:00 – Die Zukunft Kurdistans

1:23:16

In  dieser Folge von Nullpunkt sprechen wir mit der Soziologin Teresa Koloma Beck über die Militarisierung der deutschen Gesellschaft.

Warum wird in Deutschland gerade mit so viel Enthusiasmus über Krieg gesprochen? Warum kippt auch in linksliberalen Milieus etwas, das lange als Konsens galt? Und was macht es mit einer Gesellschaft, wenn militärische Gewalt als "notwendig" oder alternativlos erzählt wird?

1:05:11

Verliert der Westen seine globale Macht? In dieser Folge von Nullpunkt spricht der Politikwissenschaftler und Historiker Daniel Marwecki über den relativen Abstieg westlicher Dominanz und die Entstehung einer neuen, postwestlichen Weltordnung. Ausgangspunkt ist sein neues Buch „Die Welt nach dem Westen“. Im Gespräch geht es um den Westen als historische Eroberungsgemeinschaft, um die Doppelmoral liberaler Ordnungsvorstellungen. Marwecki erklärt, warum westliche Dominanz an moralischer Autorität verliert. 

  • 0:00 – Intro 
  • 1:40 – Warum NACH dem Westen? 
  • 4:40 – Deutsche Doppelmoral
  •  5:55 – Was ist „der Westen“? 
  • 9:00 – Die Idee postwestlicher Ordnung 
  • 10:15 – Woher kommt der Machtverlust? 
  • 13:10 – Ist der Westen tatsächlich am Ende? 
  • 14:40 – Trump, Machtpolitik, Entschleierung 
  • 16:20 – Liberalismus & Kolonialismus 
  • 23:35 – Das „Geheimnis“ westlicher Dominanz 
  • 27:15 – Deutschland: nie wieder reich, sicher, gut? 
  • 29:40 – Rüstungspanik und militärisch-publizistischer Komplex 
  • 32:40 – Warum Marwecki nicht in die Politik will 
  • 34:00 – Abstieg: Tragödie oder Chance? 
  • 36:20 – „Der“ Postkolonialismus
  • 41:40 – Karl May & Kongo-Müller 
  • 49:00 – Warum Studis in Hongkong Deutschland nicht verstehen 
  • 1:00:20 – Was rettenswert ist 
  • 1:03:25 – Den Abstieg begreifbar machen