Medien im Krieg - Krieg in den Medien

Das Thema Medien und Krieg wird in diesem Buch aus einer vierfachen Perspektive heraus behandelt. Es geht zum einen um die Frage nach der Berichterstattung über Kriege, zum zweiten um die Rolle von Medien im Krieg, drittens geht es darum, welche strukturellen Bedingungen von Krieg und Gesellschaft die Inhalte der Medien wie prägen und viertens um eine friedensstiftende Sicht auf diese Zusammenhänge. Das Fazit: Definitorisch gibt es kaum noch einen Unterschied zwischen medialer Kommunikation und Krieg.

Die zweite Auflage wurde um ein Kapitel über ukrainische Propaganda im Ukraine-Krieg ergänzt.

ISBN 978-3-658-43291-1 2. Auflage 15.12.2023 59,99 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover)
ISBN 978-3-658-07476-0 17.11.2015 vergriffen Mehr Infos (Buch | Softcover) → d-nb.info

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Inhaltsverzeichnis:

Vorwort zur 1. Auflage | 1
Vorwort zur 2. Auflage | 9
1 Einleitung: Medien im Krieg | 13

I. Einzelne Kriege und Krisen
Einleitung | 33
2 Der Medienkrieg um Afghanistan (2001) | 35
3 Die Vermarktung der ex-jugoslawischen Kriege durch US-amerikanische PR-Agenturen (1991–2002) | 69
4 »Europa kann Nein zu Amerika sagen«. Die Berichterstattung über den Irakkrieg in deutschen und türkischen Zeitungen (2003) | 83
5 Die Berichterstattung über die Tibetkrise und die chinesische Olympiade in deutschsprachigen Massenmedien (2008) | 113
6 Der georgisch-russische Medienkrieg (2008–2010) | 125
7 Foto-Ästhetik im südsudanesischen Krieg (2014) | 135
8 Ukrainische Propaganda im Ukrainekrieg (ab 2022) | 141

II. Schockfotos, Folter und Terrorismus
Einleitung | 199
9 Ernst Friedrich und seine Schockfotos aus dem Ersten Weltkrieg: »Krieg dem Kriege« | 201
10 Das Bild der Folter in österreichischen Zeitungen | 217
11 Die Informationsrevolution frisst ihre eigenen Kinder: Internationale Medienpolitik zwischen Terror, Militarisierung und totaler Entgrenzung | 233

III. Moderne Medienkriege
Einleitung | 255
12 Angriffe auf Mediengebäude als Kriegsverbrechen | 257
13 NGOs im Geflecht von Kriegspropaganda | 269
14 Benetton in Bosnien | 285
15 Mirko: Eine kostenlose Jugendzeitschrift der NATO | 291

IV. Gender
Einleitung | 299
16 »Der Bart muss ab!«. Zur Geschlechterlogik in der Afghanistan-Berichterstattung | 301
17 Der Missbrauch von Frauen in der Kriegsbildberichterstattung | 315

V. Vielfalt und Contra-Flow, Prävention und Friede
Einleitung | 331
18 Der weltweite TV-Markt: Ende des US-Medienimperialismus? | 333
19 Der Beitrag der Medien zur Krisenprävention und Konfliktbearbeitung | 347
20 Erzählen als Enttöten: Friedensforschung als Erzählforschung | 385

Anhang
Anmerkungen | 401
Veröffentlichungen von Jörg Becker über Krieg und Medien | 425
Literaturverzeichnis | 431
Verzeichnis der Abbildungen | 473
Verzeichnis der Tabellen | 477
 

Vorträge

Jörg Becker: Wie die Public-Relations-Industrie mitregiert. Die PR-Industrie spielte ab den 30er Jahren in Deutschland für die Legitimation von politischer Herrschaft eine immer größere Rolle. Heute nehmen riesige und mächtige PR-Konzerne Einfluss auf politische Prozesse und konstruieren beauftragte „Wirklichkeiten“. Prof. Dr. Jörg Becker referiert auf der IALANA Medientagung über das Vorgehen der PR-Industrie und wie diese in Deutschland „mitregiert“. Rede gehalten auf dem IALANA Medientagung 26.-28.01.2018 Krieg und Frieden in den Medien → Weltnetz TV 

Krieg der Medien - Medien im Krieg
Prof. Dr. Jörg Becker auf dem bundesweiten Friedensratschlag 17. 01. 2017
Jedes Jahr im Dezember treffen sich Aktivisten, Wissenschaftler und friedenspolitisch Engagierte und zu einem bundesweiten Friedensratschlag in Kassel. Weltnetz.tv war dabei und hat einige Veranstaltungen und workshops mit interessanten Referenten aufgezeichnet.
Jörg Becker ist Hochschullehrer und referiert zumThema Feindbilder, Kriegseintrittslügen, verschwiegene Inhalte und verschwiegene Kriege, ökonomische Mechanismen und die Macht der Presseagenturen, Feindtheorien und Feindstrafrecht, Globalisierung des Holocaust (Der Auschwitz-Vergleich), Delegitimationsstrategie. Er spricht über Kriegerische Aufmerksamkeitsstragie und selektive Wahrnehmung und zeigt den Markt als Motor für Mediengewalt auf. Weitere Schlaglichter sind: Homogenisierung der weltweiten Presseberichterstattung, Propagandakriegsspiralen, Medienrevolutionen, East stratcom Team der EU-Kommission (EU Propaganda gegen Osteuropa ua gegen Russia today) und Rundfunkpolitik. Die gezeigten Folien finden sich in guter Qualität als PDF hier: → www.friedensratschlag.de/userfiles/downloads/2016/2016-12_Becker_Medien-Krieg.pdf

Interviews mit dem Autor

Die Bewusstseins-Industrie Bernays formulierte vor fast einem Jahrhundert: „Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentlichen Regierungen in unserem Land. Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben. Sie beeinflussen unsere Meinungen, unseren Geschmack, unsere Gedanken. Doch das ist nicht überraschend, dieser Zustand ist nur eine logische Folge der Struktur unserer Demokratie.“ Und Hans Magnus Enzensberger sekundierte vor nicht gar so langer Zeit, indem er feststellte, der gesellschaftliche Auftrag der Bewusstseins-Industrie sei „heute überall derselbe: die existierenden Herrschaftsverhältnisse, gleich welcher Art sie sind, zu verewigen. (…) Materielle Ausbeutung muss hinter der immateriellen Deckung suchen und die Zustimmung der Beherrschten mit neuen Mitteln erwirken. (…) Gepfändet wird nicht bloß Arbeitskraft, sondern die Fähigkeit, zu urteilen und sich zu entscheiden.“ Wie aber dürfen wir uns das vorstellen: die tägliche Manipulation, die unser Denken in vorgefertigte Muster zu zwingen versucht? Hierzu sprach Jens Wernicke mit dem Politikwissenschaftler und Propagandaforscher Jörg Becker.→ Nachdenkseiten 02.01.2017

"Unser Rechtsstaat befindet sich in Erosion" Reinhard Jellen 22.01.2016 Jörg Becker über die deutsche Kriegsberichterstattung und den bellizistischen Kurs von Rot-Grün - Teil 2 → Telepolis 22.01.2015

"Die Medien tragen demokratische Verantwortung" Reinhard Jellen 21.01.2016 Jörg Becker über die aktuelle Kriegsberichterstattung und die Ereignisse in Köln. Teil 1 → Telepolis 21.01.2016

Geleaktes CIA-Dokument belegt Kriegspropaganda. "Krieg und Frauen haben sich medial endlich versöhnt!". Der Politikwissenschaftler Jörg Becker über Feminismus und junge Mädchen in der politischen Propaganda zur Erhöhung der Kriegsbereitschaft. Jörg Becker ist seit 1987 Honorarprofessor für Politikwissenschaft an der Universität Marburg. Er war von 1987 bis 2010 Geschäftsführer des KomTech-Instituts für Kommunikations- und Technologieforschung in Solingen und von 1999 bis 2011 Gastprofessor für Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck. Von ihm stammen zahlreiche deutsche und internationale Veröffentlichungen zu den Bereichen Internationale Beziehungen, Friedensforschung und Medienpolitik. Telepolis sprach mit ihm. Von Jens Wernicke → Telepolis vom 22.06.2015

Medien im Krieg. Dass die Medien sehr wohl auch einseitige Propaganda, ja, Lügen verbreiten, ist vielen spätestens seit dem Machtkampf um die Ukraine mehr als bewusst. Ist die Einseitigkeit hierbei jedoch nur Zu- oder eher Regelfall? Und wie kommen sie eigentlich in die Welt – all die Kriegseintritts- und sonstigen Lügen? Zu diesen Fragen sprach Jens Wernicke mit Jörg Becker, der seit Langem hierzu arbeitet und forscht. Nachdenkseiten vom 12.02.2015

Autoreninfos

Jörg Becker (Jahrgang 1946) ist ein deutscher Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt Medien-, Kommunikations- und Informationspolitik. Er arbeitete zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Einrichtung der Friedens- und Konfliktforschung und war anschließend viele Jahre in Forschung und Praxis der Medien- und Informationspolitik tätig. Becker lehrte an verschiedenen Universitäten im deutschsprachigen Raum und war als Gastprofessor im Ausland tätig. Er gründete zudem ein Forschungs- und Beratungsinstitut für Kommunikationstechnologie, das im Bereich Medienanalyse und politische Kommunikation arbeitete. Neben akademischen Studien veröffentlichte er zahlreiche Sachbücher und Beiträge zu Themen wie Medienkontrolle, internationale Informationsordnung und politische Öffentlichkeiten. Darüber hinaus engagierte er sich kommunalpolitisch und war mehrere Jahre Mitglied eines Stadtrats.

Wikipedia (DE): Jörg Becker  | Website: profjoergbecker.de

Erstellt: 13.02.2015 - 09:09  |  Geändert: 11.08.2026 - 19:25