Hrsg. Verein zur Förderung unabhängiger journalistischer Berichterstattung e.V.

Free21 Magazin Juni 2026
DIGITALE IDENTITÄT… - „… sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.“ J.R.R. Tolkien, Ringgedicht, Herr der Ringe

Schöne neue Überwachungs-Welt

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das Ringgedicht aus J.R.R. Tolkiens Herr der Ringe auf dem Cover, ist die perfekte Beschreibung dessen, was uns erwartet, sobald digitale Identitäten für alle eingeführt werden. Dies ist leider keine allzu ferne Zukunft mehr. Die EU hat alles längst beschlossen und mit Übungen, Rechtsakten und Behördenaufbau, die Infrastruktur zur totalen Kontrolle des gläsernen Bürgers bereits aufgebaut. 2027 soll es beginnen.

Editorial

Das Ringgedicht, Lieblingsgedicht von Palantir-Gründer Peter Thiel, beschreibt genau worum es geht: Unterwerfung und vollständige Kontrolle („sie alle zu knechten“). Erst werden alle Dissidenten, alle mit der falschen Meinung, aufgespürt („sie alle zu finden“). Dies geschieht quasi auf übernatürliche Weise, unsichtbar, mit Hilfe von KI und Palantir-Software zur Massendatenanalyse. Digitale Identitäten erleichtern das Ganze ungemein.

Die Menschen sollen „ins Dunkel“ getrieben werden, was die Auslöschung der Freiheit und Erinnerung symbolisiert (die Auslöschung des Lichtes selbst). Einmal im Dunkel angelangt, wird man „ewig“ gebunden. Das ist die Auslöschung des Geistes und des freien Willens auf alle Ewigkeit.

Klingt wie ein Fiebertraum größenwahnsinniger Potentaten, ist aber worum es letztlich geht: Die totale Kontrolle über alle Menschen. Dies ist unabdingbar, willman weiter Krieg spielen.

Es sind nicht nur Verordnungen, die bereits beschlossen sind, sondern es geht auch um die Infrastruktur aus KI-Datencentern, Satellitennetzen, Mobilfunk und Polizeidatenbanken und wem diese Daten gehören. In Deutschland und der EU wird immer gerne von Souveränität geredet, während die besagte Infrastruktur und Datenanalyse-Tools in den Händen einer techno-feudalen Oligarchen-Clique liegt.

Die EU baut also ein System, um uns „zu knechten“, wird dabei aber von den Feudalherren unserer Zeit aus den USA überwacht, die Zugriff auf alle Daten haben. Es wird schon von den United States of Palantir gesprochen.

Verbindet man digitale Identitäten mit digitalem Zentralbankgeld, dem digitalen Euro, und mit der 4. industriellen Revolution, die Technologien verschmelzen und die Grenzen zwischen digitaler, biologischer und physikalischer Sphäre verwischen soll, können wir der Total-Überwachung beim Wildwuchs zuschauen. Dies wird unsere Gesellschaft in ein Paradies für die Panoptikum-Wärter machen und den Menschen versklaven.

Das Best-of totalitärer Systeme. Dasfaschistische Manifest von Palantir-CEO Alex Karp macht deutlich wohin die Reise geht. Der autoritäre Hightech-Komplex übernimmt immer mehr hoheitliche Aufgaben und verschmilzt langsam mit der politischen Macht. Es überrascht also nicht, wenn Peter Thiel davon spricht, dass „Freiheit und Demokratie nicht mehr vereinbar sind“.

Denken wir Sicherheit neu. Freiheit stirbt mit immer mehr Sicherheit und somit auch die Demokratie. Sicherheit für Menschen bedeutet nicht Total-Überwachung, sondern müsste von den Menschen für Menschen gemeinsam ausgehandelt werden. Niemand will in irgendwelchen Kriegen sterben, für Interessen der Ein Prozent oder irgendwelcher selbsternannter Hüter der Freiheit. Dafür müssen diese Eliten tatsächlich ein totales Überwachungssystem schaffen, damit die normalen Menschen wie Du und Ich sich nicht dagegen auflehnen, was zur Folge hätte, vom normalen Leben ausgeschlossen zu werden.

Diese Angst vor UNS sollte Ansporn sein, den Mächtigen dieser Welt, öfter auf die Finger zu hauen und zu sagen: NEIN, nicht mit uns!

Ihr Tobias Augenbraun, Chefredakteur Free21

Inhalt der Ausgabe

GESCHICHTE & GESELLSCHAFT

4 Unsichtbare digitale Ketten
Regularien für die totale Überwachung der Gesellschaft in allen Lebensbereichen sind verabschiedet. Digitale Identitäten werden 2027 eingeführt. In Verbindung mit dem digitalen Euro, entsteht eine dystopische Überwachungswelt. Von Tobias Augenbraun

15 Menschheit am Scheideweg: Kurzeinführung in die Technokratie
Was ist eigentlich Technokratie? Politische Systeme werden durch technokratische ersetzt, die destruktiv sind und auf die gezielte Zerstörung der etablierten Ordnung setzen. Zeit sich damit zu beschäftigen. Von Axel B.C. Krauss

21 Das explizite Manifest des digitalen Faschismus
Alex Karp, der CEO von Palantir hat ein Buch geschrieben aus dem 22 Thesen von Palantir veröffentlicht wurden. Dieses Manifest ist zutiefst politisch und offenbart einen faschistischen Charakter. Die aggressive Verschmelzung des Monopolkapitals mit der nationalen politischen Macht. Eine Analyse von Rezgar Akrawi

28 „Digitale Versklavung“ ist eine subtile Waffe der sozialen Unterwerfung und globalen Kontrolle
Die Digitalisierung wird von WEF und Weltgesundheitsorganisation auch im Gesundheitsbereich verfolgt. Ein Programm zur digitalen Kontrolle und Versklavung der Menschen, schreibt Peter Koenig

31 Digitale Ausbeutung und die neue Logik der Unterentwicklung
Afrika war schon immer Ziel kolonialer Ausbeutung. Diese Ausbeutungslogik des Kapitalismus wurde nie beendet, sondern verlagert sich ins Digitale. Der digitale Kapitalismus soll die Unterentwicklung Afrikas als Herrschaftsinstrument zementieren. Von Prince Ifoh

34 Entkernen, Umfunktionieren und (feindlich) Übernehmen
Warum die heutige Bundesrepublik Deutschland (so gut wie) nichts mehr mit der ‚Bonner Republik‘ zu tun hat und nur noch Fassaden der alten Republik stehen. Von Leo Ensel

37 Die Bilanz des kollektiven Westens in Bezug auf Menschenrechte und Völkerrecht
Der Westen verteidigt nicht das Völkerrecht, sondern setzt Menschenrechte als aggressive geopolitische Waffe ein, um Interessen durchzusetzen. So werden die Grundsätze der UN und alle Friedensbemühungen untergraben. Die Bilanz ist verheerend. Von Alfred de Zayas

KRIEG UND FRIEDEN

47 (Un)Sicherheit neu denken
Die Militarisierung der europäischen Gesellschaften nimmt unvorstellbare Dimensionen an. Zeit um Sicherheit aus Perspektive der Menschen, statt
Staaten, zu betrachten. Ein Vorschlag von Alexandra Uibariu

Autoreninfos

Leo Ensel (Jahrgang 1958) ist ein deutscher Konfliktforscher, interkultureller Trainer und Publizist. Er studierte Germanistik, Ethnologie und Philosophie und promovierte über interkulturelle Kommunikation und Konfliktforschung. Seit den 1980er-Jahren beschäftigt er sich mit Fragen der Friedens- und Konfliktbearbeitung, insbesondere im Spannungsfeld zwischen Russland, Osteuropa und dem Westen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf psychologischen und kulturellen Missverständnissen in internationalen Beziehungen sowie auf der Analyse von Feindbildern, Eskalationsdynamiken und Kommunikationsblockaden. (leo-ensel.com)

Ensel arbeitete über viele Jahre als interkultureller Trainer für Unternehmen, Bildungseinrichtungen und internationale Projekte. Dabei konzentrierte er sich vor allem auf deutsch-russische Beziehungen und auf Formen der Verständigung zwischen unterschiedlichen politischen und kulturellen Erfahrungswelten. Neben seiner praktischen Tätigkeit veröffentlichte er zahlreiche Essays, Interviews und Kommentare zu Friedenspolitik, NATO-Russland-Beziehungen, Erinnerungskultur und medialer Konfliktdarstellung. Seine Texte erscheinen unter anderem in alternativen Medien, Fachpublikationen und friedenspolitischen Kontexten. (leo-ensel.com)

Öffentlich bekannt wurde Ensel insbesondere durch seine Analysen des Ukraine-Konflikts und der zunehmenden politischen Konfrontation zwischen Russland und westlichen Staaten. In Vorträgen und Interviews plädiert er regelmäßig für Deeskalation, Dialogformate und eine stärkere Berücksichtigung historischer und kultureller Wahrnehmungsmuster in der Außenpolitik. Seine Arbeit verbindet Elemente der Konfliktpsychologie, politischen Analyse und interkulturellen Kommunikation. (de.wikipedia.org)

Wikipedia (DE): Leo Ensel  |  Website: Leo Ensel

Alfred-Maurice de Zayas (* 31. Mai 1947 in Havanna, Kuba) ist ein US-amerikanischer Völkerrechtler, Historiker, Sachbuchautor und ehemaliger UN-Beamter. Von Mai 2012 bis April 2018 war er Unabhängiger Experte des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen für die Förderung einer demokratischen und gerechten internationalen Ordnung.

Wikipedia (DE): Alfred de Zayas

Erstellt: 20.07.2026 - 17:51  |  Geändert: 20.07.2026 - 18:16