Wie ich zum Staatsfeind erklärt wurde
Die "Operation Luxor" und der Kreuzzug gegen den politischen Islam

Mit der Kanzlerschaft des liberal-konservativen Sebastian Kurz (2017–2021) verschärfte sich in Österreich der Feldzug gegen den sogenannten politischen Islam, der in der Etablierung einer eigenen Dokumentationsstelle gipfelte.

Moscheeschließungen und Kopftuchverbote bereiteten den Boden für eine der größten Polizeioperationen der Zweiten Republik, die „Operation Luxor“. Sie wurde von Innenminister Karl Nehammer als “entscheidender Schlag gegen den politischen Islam” vermarktet. Unmittelbar nach den Anschlägen in Wien am 2. November 2020 rückten 930 Beamte aus, um gegen Dutzende angebliche islamistische Terroristen vorzugehen. Ihr Leben wurde auf den Kopf gestellt wurden. Farid Hafez war eine der prominentesten Personen, die als Beschuldigte in diesem Terrorverfahren geführt wurden. Letztlich ergab sich kein Zusammenhang mit den Terroranschlägen. 

ISBN 978-3-85371-529-1 05.03.2024 22,00 € Portofrei Bestellen (Buch)

Die Operation führte zu keiner einzigen Anklage, auch kam keiner der Verdächtigen in Untersuchungshaft. Allerdings wurde zahlreichen Menschen die wirtschaftliche Lebensgrundlage entzogen und eine gesamte Religionsgruppe eingeschüchtert. Farid Hafez weiß aus eigenem Erleben und dem seiner Familie, wie zerstörerisch sich der Kampf gegen den politischen Islam auswirken kann.

Der vorliegende Text erzählt die Geschichte, wie es dazu kam und warum kaum Widerstand gegen diese rassistische Politik in Österreich zu bemerken war. Er behandelt die Operation Luxor auch in Verbindung mit dem "Projekt Ballhausplatz", der FPÖ und dem neuen Stil von Sebastian Kurz. Er geht auf die Rolle von ausländischen Akteuren ein und untersucht das Verhalten von Justiz und den "Islam-Experten".

Als öffentlicher Kritiker der österreichischen Islampolitik gibt Farid Hafez seine Eindrücke in einer Mischung aus Analyse und Erfahrungsbericht wieder und wirft dabei grundsätzliche Fragen über die Auswirkungen der von rechten und liberal-konservativen Kräften betriebenen Islamfeindlichkeit auf

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Inhaltsverzeichnis

Leseprobe bei Google Books

Jahrbuch für Islamophobieforschung

Wikipedia (DE): Jahrbuch für Islamophobieforschung

Rezensionen / Pressestimmen

Das Buch prangert eindrucksvoll die Islamophobie in Österreich und die einschneidenden Folgen für viele muslimische Familien an. Spannend und gut lesbar kann Hafez zeigen, wie ein Wissenschaftler von den Behörden auch wegen seiner Forschungen als »Terrorist« gebrandmarkt wird. Dieter Reinisch, Junge Welt 01.07.2024

Weitere Pressestimmen beim Verlag

Mediathek

#10 Farid Hafez – Wie hat Operation Luxor dein Leben verändert?
Fabian Goldmann YouTube (20.10.2023)

Autoreninfos

Farid Hafez (Jahrgang 1981) ist ein österreichischer Politologe und Islamwissenschaftler, der sich in seiner Forschung insbesondere mit Islamfeindlichkeit, Rassismus, Identitätspolitik und politischen Diskursen in Europa und den USA befasst. Er studierte Politikwissenschaft und Islamwissenschaft in Wien und promovierte in Politikwissenschaft. Hafez war an verschiedenen Universitäten und Forschungseinrichtungen tätig, unter anderem an der Universität Salzburg sowie an internationalen Institutionen. Er ist Mitherausgeber des „European Islamophobia Report“, der Entwicklungen islamfeindlicher Diskurse in Europa dokumentiert. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten analysiert er politische Narrative, mediale Darstellung von Muslimen sowie staatliche und gesellschaftliche Strategien im Umgang mit religiöser Vielfalt. Neben akademischen Publikationen veröffentlicht er auch Beiträge in internationalen Medien und tritt als Kommentator zu Fragen von Islam, Politik und Gesellschaft auf. Seine Tätigkeit umfasst sowohl wissenschaftliche Forschung als auch öffentliche Debattenbeiträge zu migrations- und religionspolitischen Themen.

Wikipedia (DE): Farid Hafez  |  Wikipedia (EN): Farid Hafez

1. Auflage 13.11.2023 , Deutsch

Am 9. November 2020 hat in Österreich die größte rassistische Polizeioperation seit 1945 stattgefunden. Unter dem Namen »Operation Luxor« wurde eine Woche nach einem gewalttätigen Anschlag in der Wiener Innenstadt eine Razzia gegen ca. 70 Personen und Einrichtungen durchgeführt. Die mehr als eineinhalb Jahre geplante Aktion gegen Anhänger_innen des sogenannten »politischen Islam« ist mittlerweile als rechtswidrig eingestuft worden. Die Beiträger_innen des Bandes setzen sich aus unterschiedlichen Perspektiven kritisch mit der Polizeioperation auseinander. Neben wissenschaftlichen Analysen verschiedener Fachbereiche kommen auch Expert_innen aus der Zivilgesellschaft zu Wort.

ISBN 978-3-8376-6382-2 1. Auflage 13.11.2023 39,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover)
ISBN 978-3-8394-6382-6 02.11.2023 Kostenlos Download (PDF) von www.transcript-verlag.de
Autoren

Erstellt: 08.04.2026 - 09:32  |  Geändert: 08.04.2026 - 09:45