11.03.2026
Seyed M. Marandi: Iran lehnt Waffenstillstand ab – fordert neue Realität
auf YouTube (11.03.2026) 47:32
Medienpräsenz
In diesem Video spricht Glenn Diesen mit Seyed M. Marandi, Professor an der Universität Teheran, über die aktuelle Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran, den USA und Israel.
Zeitmarken
Strategische Ziele und Verhandlungen
- Kein Waffenstillstand: Marandi betont, dass der Iran derzeit keinen Waffenstillstand akzeptieren wird [02:25]. Der Krieg werde so lange andauern, bis die iranischen Forderungen erfüllt sind und eine neue Realität in der Region geschaffen wurde, in der die USA den Iran nicht mehr bedrohen können.
- Forderungen: Der Iran fordert Entschädigungen für die Zerstörungen und das Blutvergießen [02:50]. Zudem wird nicht länger geduldet, dass Nachbarstaaten im Persischen Golf als Basis für US-Angriffe dienen.
- Kontrolle der Handelswege: Der Iran beabsichtigt, die Straße von Hormus geschlossen zu halten und künftig Gebühren für die Durchfahrt zu erheben [12:52].
Militärische und infrastrukturelle Lage
- Versagen der US-Verteidigung: Laut Marandi ist es den USA nicht gelungen, iranische Raketen- und Drohnenangriffe zu stoppen oder die unterirdischen Produktionsanlagen zu zerstören [06:41].
- Angriffe auf Zivilinfrastruktur: Er berichtet von massiven Angriffen auf die iranische Infrastruktur, darunter Entsalzungsanlagen und Treibstofflager [05:45]. Letztere haben eine ökologische Katastrophe und gesundheitliche Probleme durch öligen Niederschlag in Teheran verursacht [07:31].
- Eskalationspotenzial: Der Iran habe seine fortschrittlichste Technologie noch nicht eingesetzt [27:16]. Sollte die Infrastruktur des Iran weiter zerstört werden, droht Marandi mit der totalen Zerstörung der Öl- und Gasanlagen in der gesamten Golfregion [19:32].
Wirtschaftliche Auswirkungen
- Ölmarkt: Durch den Ausfall von täglich etwa 20 Millionen Barrel Öl steuert die Welt auf eine schwere Wirtschaftskrise zu [10:57]. Marandi schätzt, dass die Reserven der G7-Staaten nur etwa zwei Monate reichen, um diesen Mangel auszugleichen [10:30].
- Petrodollar: Die Krise schwäche den US-Dollar als globale Leitwährung, da weniger Ölgeschäfte in Dollar abgewickelt werden und Investitionen in die Region (z. B. Emirate oder Israel) massiv zurückgehen [22:43].
Internationale Beziehungen
- Russland und China: Die Zusammenarbeit zwischen dem Iran, Russland und China hat sich durch den Konflikt gefestigt [41:15]. Beide Mächte hätten kein Interesse an einem US-Erfolg in Westasien. Insbesondere für China wäre eine US-Kontrolle über das iranische Öl eine existenzielle Bedrohung [43:05].
- Regionalstaaten: Marandi kritisiert die arabischen Monarchien am Golf als "US-Vermögenswerte" und warnt, dass diese ihre Neutralität verloren haben und den Preis für die Unterstützung der USA zahlen werden [13:19].
- Aserbaidschan und Türkei: Er äußert sich kritisch über die Unterstützung Israels durch die Türkei (Radarstationen) und Aserbaidschan [33:09]. Er warnt das aserbaidschanische Regime vor einem Sturz, sollte es weiterhin gegen den Iran agieren [34:34].
Innenpolitische Lage im Iran
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
47min 32s
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