Hanse - Wissenschaftskolleg HWK (Medienpräsenz)

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Es heißt, unsere gegenwärtigen Konflikte sortierten sich entlang einer neuen Spaltungslinie, die durch die Pole 'Demarkation' vs. 'Integration' markiert ist, zwischen Kommunitarismus und Kosmopolitismus, zwischen Anywheres and Somewheres oder aber zwischen GAL (grün, alternativ, libertär) und TAN (traditionell, autoritär, nationalistisch) aufgespannt ist. Der Vortrag diskutiert und kritisiert diesen in den Sozialwissenschaften sehr prominenten Erklärungsansatz und entwickelt eine alternative Erklärung für unsere intensiven Konflikte: dass mit dem Nationalstaat überhaupt der Referenzpunkt der Artikulation politischer Interessen und Überzeugungen momentan in Frage steht.

Der Redner

Prof. Philip Manow ist Politikwissenschaftler. Er hat in Marburg und an der ‪@FreieUniversitaetBerlin‬ studiert und sich an der ‪@UniversitaetKonstanz‬ habilitert. Verschiedene Professuren führten ihn nach Konstanz, Heidelberg, Bremen und Siegen. Seit 2018 ist er Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Philip Manow stand mit seinen Büchern 2024 auf der Shortlist des Tractatus-Preises und 2019 auf der Longlist des wbg-Wissen!Preises. Im ‪@SuhrkampVerlag‬ erschien zuletzt sein Buch "Unter Beobachtung: Die Bestimmung der liberalen Demokratie und ihrer Freunde".

Abendvortrag am Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst mit Prof. Rudolf Hickel.

Der #Inflationsschock mit dem Jahresspitzenwert von knapp 7 Prozent 2022 und nochmals knapp 6 Prozent im Folgejahr sitzt tief. Wie wird es mit dem Verlust an Geldwert, der die sozial schwachen Haushalte besonders stark trifft, weitergehen? Die meisten Prognosen aus der #Wirtschaftswissenschaft sagen eine Rückkehr zu einer Inflationsrate unterhalb derjenigen, die die Europäische Zentralbank mit 2% anstrebt, voraus.

Im Zentrum steht die Frage, wodurch wird diese Entwicklung der Geldentwertung maßgeblich angetrieben. Der explosionsartige Anstieg und der danach folgende enorme Rückgang zeigen, wichtigste Triebkraft waren vor allem die importierten Energiepreise. Die bange Frage lautet derzeit: Ist der Störfaktor #Inflation besiegt und die durch die Europäische Zentralbank tolerierte Marke von maximal 2 Prozent Geldentwertung in den kommenden Jahren realistisch?

Bei der Antwort auf diese Fragen stehen die alten und neuen Ursachen der Inflation im Mittelpunkt. Es gibt handfeste Hinweise darauf, dass sich im längerfristigen Trend die Inflationsrate im Durchschnitt eher über die Zwei- Prozentlinie bewegen wird. Dafür sprechen geostrategische Veränderungen, wachsender Protektionismus, die Krise der Globalisierung, aber auch die Machtpreispolitik durch Monopole sowie über viele Jahre die gewollten Preissteigerungen durch die ökologische Transformation (etwa Anstieg des CO2- Preises). Dagegen einzuwenden sind künftig preissenkende Einflüsse etwa durch die Digitali- sierung, aber auch infolge des gelingenden Ausstiegs aus der fossilen Energie, der die Klimakosten senkt. Was bedeutet diese mögliche Entwicklung für die privaten Haushalte, die Unternehmen und den Staat? Was sind die Herausforderungen unter dem Regime der Geldwertentwicklung an die Geld- aber auch Finanzpolitik?