Ein prominenter Toter in einer Genfer Badewanne, eine schwierige Ermittlung und deren aktive Verhinderung – das lange verbotene Buch des seinerzeit im Fall Barschel ermittelnden Staatsanwalts Heinrich Wille ist auch Bericht über die Grenzen des Rechtsstaates.
Heinrich Wille (Jahrgang 1945) ist ein deutscher Jurist, ehemaliger Leitender Oberstaatsanwalt und Autor. Bundesweite Bekanntheit erlangte er als Chefermittler im Fall des 1987 verstorbenen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel. Ab den frühen 1990er Jahren leitete Wille bei der Staatsanwaltschaft Lübeck umfangreiche Ermittlungen zu den Todesumständen Barschels und vertrat öffentlich die Auffassung, dass ein Mordverdacht weiter geprüft werden müsse. Im Verlauf seiner Tätigkeit geriet er wiederholt in Konflikt mit vorgesetzten Justizbehörden über die Bewertung des Falls und den Fortgang der Ermittlungen. Nach seiner Pensionierung veröffentlichte er das Buch „Ein Mord, der keiner sein durfte. Der Fall Uwe Barschel und die Grenzen des Rechtsstaates“, in dem er seine Sicht auf die Ermittlungen und institutionelle Hindernisse darlegt. Neben seiner Tätigkeit als Staatsanwalt arbeitete Wille zeitweise als Rechtsanwalt und hielt Vorträge sowie Lesungen zum Fall Barschel.
Website: https://rechtsanwalt-h-wille.de