Daniele Ganser (Medienpräsenz)

Dieser Vortrag des Schweizer Historikers und Friedensforschers Dr. Daniele Ganser zeigt, dass sowohl der Angriff von Frankreich 1946 wie auch der Angriff der USA 1964 auf Vietnam illegal waren, weil beide gegen das UNO-Gewaltverbot verstiessen.

Der Vortrag erklärt auch für den Laien verständlich, wie es zu diesen Kriegen gekommen ist und wie die Öffentlichkeit in den USA und Europa durch US-Präsident Lyndon Johnson mit der Tonkin-Lüge getäuscht wurde.

Der Vortrag betont, wie wichtig das UNO-Gewaltverbot für den Weltfrieden ist. Er zeigt am Beispiel von Vietnam, zu welch grossem Leid es kommt, wenn das Prinzip der Menschheitsfamilie verraten wird und sich Menschen entlang von Nation, Hautfarbe oder Religion spalten lassen, dann abwerten und schliesslich sogar töten.

Der Vortrag wurde am 28. Mai 2018 in Hannover gehalten.

Hier das Inhaltsverzeichnis:

  • 00:03:33 1. Vietnam Bevölkerung und Wirtschaft heute
  • 00:10:32 2. UNO-Gewaltverbot 1945
  • 00:20:16 3. Frankreichs Massaker von Haiphong 1946
  • 00:30:58 4. Teilung Südvietnam und Nordvietnam 1954
  • 00:35:16 5. Buddhistischer Mönch verbrennt sich 1963
  • 00:42:55 6. Ermordung von Präsident Diem 1963
  • 00:51:00 7. Kriegslüge Golf von Tonkin 1964
  • 01:08:57 8. Mehr als 3 Millionen Kriegstote
  • 01:19:35 9. Friedensbewegung
  • 01:28:01 10. Brandwaffe Napalm und Chemiewaffe Agent Orange
  • 01:39:26 11. Illegaler Angriff auf Laos 1964
  • 01:41:47 12. Massaker in My Lai 1968
  • 01:52:37 13. Illegaler Angriff auf Kambodscha 1969
  • 01:56:05 14. Kriegspropaganda heute
  • 02:09:13 15. Fazit: Gewaltverbot und Achtsamkeit
     


Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser sprach am 5. Dezember 2016 in Berlin über den NATO-Angriff auf Serbien 1999, den er als illegal einstuft.

Dabei stützt sich Ganser auf das UNO-Gewaltverbot, das klar und deutlich Kriege seit 1945 verbietet und sagt: Alle UNO-Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede Androhung oder Anwendung von Gewalt.

Ganser zeigt in seinem Vortrag, wie durch Framing in der politischen Kommunikation ein gedanklicher Deutungsrahmen erschaffen wird, um die Gedanken und Gefühle der Bevölkerung zu lenken, ohne dass die Bevölkerung dies merkt.

Framing wurde auch in Deutschland eingesetzt: Vor dem Angriff auf Serbien hat der deutsche Verteidigungsminister Rudolf Scharping behauptet, es gebe in Pristina Konzentrationslager. Das war aber nicht wahr. Mit der KZ-Lüge entstand in Deutschland der falsche Eindruck, dieser Krieg sei ein guter Krieg, um den Menschen in Serbien zu helfen.

Die ARD-Journalisten Jo Angerer und Mathias Werth zeigten später mit ihrem wertvollen Dokumentarfilm „Es begann mit einer Lüge“, dass der KZ-Frame falsch war. Scharping hatte eine Gräuelgeschichte erfunden. Auch Oberstleutnant Jochen Scholz bestätigt, dass Rudolf Scharping 1999 eine regelrechte PR-Schlacht geführt hatte. Scharping tat dies mehrfach mit aus der Luft gegriffenen Behauptungen und hatte auch keine Hemmungen, Geschichten wie jene vom Konzentrationslager zu erfinden.

Ganser schliesst seinen Vortrag mit dem Fazit, dass es ehrliche Politiker und Medien brauche. Kriegspropaganda erzeuge stets Leid und Verwirrung. Es sei wichtig, dass der Frame, also der Deutungsrahmen eines Krieges, kritisch hinterfragt werde. Vor allem aber müsse das UNO-Gewaltverbot geachtet werden, denn Angriffskriege sind immer illegal.

Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser sprach am 7. Mai 2017 in Hamburg über den Angriff auf Irak 2003, den er als illegal einstuft.

Dabei stützt sich Ganser auf das UNO-Gewaltverbot, das klar und deutlich Kriege seit 1945 verbietet und sagt: Alle UNO-Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede Androhung oder Anwendung von Gewalt.

Ganser zeigt in seinem Vortrag, dass der Angriff auf Irak ein Erdölkrieg war, gegen den tausende Menschen in Europa und den USA protestierten.

Begründet wurde der Angriff auf den Irak von US-Präsident George Bush und dem britischen Premierminister Tony Blair mit der Behauptung, dass der Irak atomare, chemische und biologische Waffen besitze. Dies war eine Lüge. US-Aussenminister Colin Powell erzählte die ABC-Lüge vor Kriegsausbruch im UNO-Sicherheitsrat in New York. Erst Jahre später räumte er ein, dass dies nicht die Wahrheit war und bezeichnete die Rede als „Schandfleck“ in seiner Karriere.

US-Finanzminister Paul O’Neill enthüllte, dass der Krieg gegen den Irak schon lange vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 geplant war. Schon in der ersten Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates im Januar 2001 sei der Sturz von Hussein das zentrale Thema gewesen.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hat die Bush-Administration behauptet, der irakische Präsident Saddam Hussein habe etwas mit diesen Terroranschlägen zu tun. Aber auch dies war eine Lüge.

In seinem Fazit erklärt Ganser, dass es angesichts der Erdölkriege wichtig sei, auf erneuerbare Energien wie Sonne, Wasser und Wind zu setzen, und Kriegspropaganda in den Medien abzulehnen.

Daniele Ganser:
https://www.danieleganser.ch

In seiner Arbeit untersucht Daniele Ganser die Themen Frieden, Energie, Krieg, Terror und Medien aus geostrategischer Perspektive. In der Überzeugung, dass auch Wissenschaftler helfen können, einen Teil der Lügen und der Brutalität zu überwinden, die unsere Welt noch immer prägen, engagiert sich Daniele Ganser gemeinsam mit tausenden Menschen für eine Welt in Frieden und für erneuerbare Energien. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Internationale Zeitgeschichte seit 1945, Verdeckte Kriegsführung und Geheimdienste, US-Imperialismus und Geostrategie, Energiewende und Ressourcenkriege, Globalisierung und Menschenrechte.

Am 8. September 2017 sprach der Historiker Dr. Daniele Ganser in der Erlöserkirche in Kaiserslautern im Rahmen der Demonstration "Stopp Air Base Ramstein".

In diesem Zusammenschnitt der Rede von 14 Minuten erklärt der Historiker die Grundzüge des US-Imperialismus.

  • 1948 hat die CIA die Wahlen in Italien manipuliert. Das darf man nicht.
  • 1953 haben die USA im Iran die Regierung gestürzt. Das ist illegal und ein Verstoss gegen das UNO-Gewaltverbot.
  • 1954 haben die USA die Regierung in Guatemala gestürzt. Das ist illegal und ein Verstoss gegen das UNO-Gewaltverbot.
  • 1961 haben die USA mit der Invasion in der Schweinebucht versucht, die Regierung von Fidel Castro in Kuba zu stürzen, was illegal war.
  • 1964 haben die USA Vietnam angegriffen und das Land während 11 Jahren bombardiert. Das war illegal und ein Verstoss gegen das UNO-Gewaltverbot.
  • 1973 haben die USA in Chile die Regierung von Salvador Allende gestürzt. Das war illegal und ein Verstoss gegen das UNO-Gewaltverbot.
  • 1979 haben die USA in einem verdeckten Krieg in Afghanistan radikale Muslime, darunter Osama Bin Laden, bewaffnet. Diese Mudschaheddin kämpften gegen die Sowjetunion, die in Afghanistan einmarschiert war, was auch illegal war.
  • 1979 haben die USA im Irak Saddam Hussein an die Macht verholfen und ihn 1980 beim Angriff auf den Iran unterstützt.
  • 1986 wird im Rahmen der Iran Contra Affäre bekannt, dass die USA auch Waffen an den Iran liefern, und damit beide Kriegsparteien bewaffnen.
  • 1986 bombardieren die USA Libyen. Das ist illegal.
  • 1990 fällt der irakische Diktator Saddam Hussein in Kuwait ein. Kurz zuvor hatte die US-Botschafterin April Glaspie ihm zugesichert, er könne seine Grenzstreitigkeiten so lösen wie er das für richtig halte.
  • 1999 nimmt die Bundeswehr erstmals wieder an einem Angriffskrieg teil und bombardiert zusammen mit den USA Serbien, was illegal und ein Verstoss gegen das UNO-Gewaltverbot war.
  • 2001 beginnen die USA nach den Terroranschlägen vom 11. September den so genannte „Krieg gegen den Terror“. Obschon diese Anschläge und der Einsturz von WTC7 bis heute nicht geklärt sind, zieht die Bundeswehr zusammen mit den USA in den Krieg gegen Afghanistan.
  • 2003 greifen die USA den Irak an. Das war illegal. Der Krieg fordert mehr als 1 Million Tote.
  • 2011 greifen die USA, Frankreich und die Briten Libyen an. Die NATO ist ein Angriffsbündnis und eine Gefahr für den Weltfrieden.
  • 2011 fängt der Syrienkrieg an. Die CIA bewaffnet im Rahmen der Operation Timber Sycamore alle Gegner des syrischen Präsidenten Assad, der aber nicht gestürzt werden kann, weil Russland und Iran ihn schützen.
  • 2014 führen die USA einen illegalen Putsch in der Ukraine durch, um das Land in die NATO zu ziehen.

In seinem Schlusswort erklärt Daniele Ganser, dass der US-Imperialismus eine Gefahr für den Weltfrieden ist. Die Friedensbewegung, die in allen Ländern existiert, dürfe sich nicht spalten lassen, sondern müsse ihre Stimme gegen diese vielen Kriege erheben. Durch Geburt gehöre jeder zur Menschheitsfamilie und das Leben sei heilig.
 

Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser sprach am 21. August 2018 in Leipzig über die NATO-Osterweiterung, die er als Wortbruch einstuft.

Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 und der Wiedervereinigung wurde Deutschland Mitglied in der NATO. Die Sowjetunion zog all ihre Soldaten friedlich aus Deutschland ab.

Die Nato werde ihren Einflussbereich nicht nach Osten ausdehnen, hatte US-Aussenminister James Baker am 9. Februar 1990 in Moskau gegenüber Mikhail Gorbatschov versprochen.

Der Historiker Ganser zeigt das Wortprotokolll des Gesprächs. Dieses beweist, dass Baker versprochen hatte, die NATO werde sich «nicht einen Zentimeter weiter nach Osten ausdehnen». Doch dieses Versprechen wurde durch die USA gebrochen.

1999 traten Polen, die Tschechei und Ungarn der NATO bei, 2004 folgte der Beitritt von Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, der Slowakei und Slowenien, 2009 traten Albanien und Kroatien der NATO bei. Die Russen empfinden diese Ausdehnung der NATO als Provokation. Die NATO hat sich ausgedehnt, «obwohl uns bei der Wiedervereinigung Deutschlands versprochen wurde, keine Erweiterung der NATO zu betreiben», protestierte der russische Präsident Vladimir Putin.

Die USA zogen im Unterschied zu den Russen ihre Soldaten nicht aus Deutschland ab. 2017 waren noch immer 34‘000 US-Soldaten in Deutschland stationiert. Nach Japan und Südkorea zählt Deutschland daher zu den am stärksten durch US-Truppen besetzten Länder der Welt, erklärt Ganser im Vortrag.

Ganser leg dar, dass die USA am 20. Februar 2014 in der Ukraine die Regierung gestürzt haben, mit dem Ziel auch dieses Land in die NATO zu ziehen. Dies sei gefährlich, so Ganser, weil dadurch die Spannungen mit Russland weiter zunehmen.

Kurz nach dem Putsch stimmte am 16. März 2014 die Bevölkerung der Krim für den Austritt aus der Ukraine und den Anschluss an Russland. Dabei handle es sich um eine Sezession, und nicht um eine Annexion, so Ganser.

In seinem Fazit betont der Historiker, dass es wichtig sei das UNO-Gewaltverbot zu achten. Vor allem sei es zentral, dass die Menschheitsfamilie nicht entlang von nationalen Grenzen gespalten werde, weil dies in der Vergangenheit wiederholt zu Krieg und Leid geführt habe.

Daniele Ganser:
https://www.danieleganser.ch