Forschen für den Wirtschaftskrieg
Das Kieler Institut für Weltwirtschaft im Nationalsozialismus

Die Beiträge von Ökonomen zur praktischen und propagandistischen Vorbereitung und Begleitung der nationalsozialistischen Kriegsführung sind bisher nur wenig beachtet worden. Am Beispiel des ältesten Wirtschaftsforschungsinstituts untersucht Gunnar Take, woran die Wissenschaftler im „Dritten Reich“ arbeiteten, wie sie dem NS-Regime bei der Durchführung seiner wirtschaftspolitischen und militärischen Vorhaben halfen und welche Motivationen sie dabei verfolgten.

ISBN 978-3-11-065457-8 1. Auflage 08.10.2019 149,95 € Portofrei Bestellen (Buch | Softcover)

In der Rekonstruktion der individuellen Entscheidungen und der vom Institut verfolgten Strategien vor und nach den Zäsuren 1933, 1939 und 1945 liegt der Fokus auf den Prägungen und Handlungsspielräumen der Direktoren, Abteilungsleiter und Assistenten. In den drei Hauptkapiteln werden die Forschungen zu einem Themenbereich (empirische Raumforschung 1935-45), für einen Auftraggeber (Wehrwirtschaftsamt der Wehrmacht 1938-1945) sowie die vielseitigen Aufträge und die Arbeitsweise einer Forschungsgruppe (Gruppe August Lösch 1940-45) analysiert. Damit liefert die Studie neue Erkenntnisse zur Wissenschaftsgeschichte, zur Geschichte der wirtschaftspolitischen Beratung des NS-Regimes sowie zur Rolle akademischer Wirtschaftsexperten in der Führung des Zweiten Weltkriegs.

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Inhaltsverzeichnis

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Pressestimme

"Das reichhaltige Buch lässt sich in einer kurzen Rezension nicht hinreichend würdigen. Die mit großem persönlichen Engagement geschriebene Arbeit dürfte zum Standardwerk über die Teilhabe der deutschen Wirtschaftswissenschaft an dem verbrecherischen NS-Regime werden." Rainer Fremdling in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 1/2021, 118–119.

Autoreninfos

Gunnar Take war bis 2021 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Gegenwärtig arbeitet er in der Abteilung Unternehmensgeschichte der Universität Stuttgart. Seit 2022 forscht er zum Geldwesen im Sozialismus, vor allem am Beispiel der Sparkassen in der SBZ/DDR. Seine vorherigen Projekte befassten sich mit der Geschichte der Wirtschaftswissenschaften im „Dritten Reich“ sowie mit dem Personal und der Personalpolitik des Bundeskanzleramts in der jungen Bundesrepublik. Soziopolis (13.07.2026)

Autoren

Erstellt: 13.07.2026 - 07:06  |  Geändert: 13.07.2026 - 07:26