Zwischen Wahn und Hoffnung. Ein kämpferischer Text über den Zustand der Zeit. Und darüber, wie wir leben wollen.
Wie wollen wir eigentlich leben? Nach zwei Jahren Pandemie, in zermürbten Gesellschaften, verformten Demokratien, polarisierten Debatten, erschöpfen Volkswirtschaften und eingeschränkten Freiheitsrechten, liegt diese Frage mitten auf dem europäischen Tisch! Ulrike Guérot hat ein wütendes Essay für all diejenigen geschrieben, die nicht so leben wollen wie in den letzten zwei Jahren; die einem Virus nicht noch ein demokratischen System hinterher schmeißen, und die ihre Freiheit nicht für eine vermeintliche Sicherheit verspielen wollen.
05.03.2022
Folge 23 - Erosion der Demokratie / Nacktes Niveau
auf YouTube (05.03.2022) 1:02:51
Medienpräsenz
Politologin Ulrike Guérot (Twitter: @UGuerot) und Kommunikationswissenschaftler Michael Meyen (medienblog.hypotheses.org) diskutieren mit Milena Preradovic (t.me/punktpreradovic) und Paul Brandenburg (t.me/paulbrandenburg) über das Kriegsdrama in der Ukraine, Propaganda und die Frage, wie wir nach dem finalen Scheitern der Europäischen Union ein neues Europa bauen.
Zeitmarken
Geopolitik und Ukraine-Krieg
- Rationalität vs. Propaganda: Die Runde hinterfragt das in Leitmedien gezeichnete Bild eines „irrationalen“ Wladimir Putin. Milena Preradovic und Ulrike Guérot argumentieren, dass Putins Handeln im Kern machtpolitisch rational sei, insbesondere in Bezug auf die Ablehnung einer NATO-Osterweiterung [03:36].
- Eurasische Friedensordnung: Ulrike Guérot plädiert für eine neue europäische Sicherheitsarchitektur unter Einbeziehung Russlands und kritisiert die zunehmende Militarisierung sowie das Fehlen diplomatischer Verhandlungsangebote seitens der EU [11:12].
- Rolle der NATO: Es wird kritisch diskutiert, ob die Verknüpfung von EU- und NATO-Mitgliedschaften ein Hindernis für den Frieden darstellt. Guérot schlägt eine Neutralisierung der Ukraine als mögliche Lösung vor [16:34].
Medienkritik und „Propaganda-Matrix“
- Digitale Plattformlogik: Michael Meyen erklärt, dass moderne Medien durch die Logik sozialer Plattformen zur Emotionalisierung und zur Bildung von „In-Groups“ und „Out-Groups“ gezwungen seien. Dies verhindere eine differenzierte Debatte [23:54].
- Trusted News Initiative: Meyen verweist auf globale Kooperationen zwischen Tech-Konzernen und Nachrichtenagenturen, die festlegten, was als „Wahrheit“ gelte, und abweichende Narrative unterdrückten [27:00].
- Homogenisierung der Redaktionen: Es wird kritisiert, dass Redaktionen zunehmend akademisch und sozial homogen besetzt seien, was zu einer einseitigen Berichterstattung und einer „moralischen Überhöhung“ bestimmter Positionen führe [45:00].
Gesellschaftlicher Zustand und Corona
- Erosion der Demokratie: Die Diskutanten sehen eine „autoritäre Schließung“ des politischen Systems. Kritik werde oft pauschal als „rechts“ stigmatisiert, um eine sachliche Auseinandersetzung zu vermeiden [48:41].
- Zusammenhang der Narrative: Es wird die These aufgestellt, dass das Ukraine-Narrativ nahtlos an das Corona-Narrativ anschließe, um weiterhin autoritäre Maßnahmen und eine moralische Gleichschaltung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten [58:03].
- Widerstand: Der wachsende Widerstand gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht, etwa bei Polizei und Feuerwehr, wird als Zeichen eines gesunden Menschenverstands gewertet [54:13].
Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
1h 2min 51s
Videoautoren