Hermann Kant (* 14. Juni 1926 in Hamburg; † 14. August 2016 in Neustrelitz) war ein deutscher Schriftsteller...Kant hatte eine Reihe von Funktionen in der DDR inne: von 1981 bis 1990 war er Abgeordneter der Volkskammer der DDR und von 1986 bis 1989 Mitglied des ZK der SED. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und erzielten in der DDR hohe Auflagen. Als sein Hauptwerk gilt das Buch Die Aula.

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Ein bisschen Südsee. Nachdenken über Hermann Kant. Erinnerungen anlässlich des 100. Geburtstages des DDR-Schriftstellers.»Die intensive schwierige Wirklichkeit vieler Lebensläufe droht zu verblassen, die Erinnerung an sie ausgelöscht zu werden. Die Unruhe, die Glut, die sie besessen haben, werden nicht mehr wahrgenommen; sie selbst haben geduldet, dass sie zugeschüttet wurden. Und doch: was wäre das Jahrhundert ohne sie?« (Christa Wolf über Anna Seghers) Von Peter Michael Junge Welt 13.06.2026

Hermann Kants Abspann (Horst Schäfer) Die knarrige Stimme im Hamburger Akzent und in Kantscher Intonation war wieder auf dem Anrufbeantworter gelandet. »Hier is‘ der Herrrmann – wollt‘ nuuur mal quatschen über den Traaamp in JuEsÄh ... Meld‘ mich dann wieder.« ossietzky 17/2016

Ein Schriftsteller stirbt (Harald Kretzschmar) Der selbst für gegenwärtige Verhältnisse mit neunzig Jahren als hinlänglich betagt geltende prominente Autor verabschiedet sich von seinem Lesepublikum ins allmählich wohlverdiente Grab. Anteilnahme ist das schöne deutsche Wort für das, was eine offizielle Öffentlichkeit nun für ihn als milde Abschiedsgabe bereithält. Nur muss man eben Hermann Kant heißen, damit das zu einem Fest der nachgerufenen Gemeinheiten ausufern kann. Es gibt offenbar den Zwang, im Wettbewerb um das große »Zugegeben ja, aber schließlich ...« die goldene Palme für die drastischste einschränkende Vokabel zu erringen. ossietzky 17/2016

Gremlizas Gespräche (II) Hermann Kant, geboren 1926 in Hamburg, lernt Elektriker, gerät in sowjetische, dann polnische Gefangenschaft, geht nach seiner Freilassung in die DDR, tritt der SED bei, veröffentlicht 1965 den Roman Die Aula, wird 1978 als Nachfolger von Anna Seghers Präsident des Schriftstellerverbandes der DDR, 1981 Abgeordneter der Volkskammer, 1986 Mitglied des Zentralkomitees der SED. Nach dem Ende der DDR schreibt Kant die Romane Kormoran, Okarina und Kino. In vierzig Beiträgen, Interviews und Gesprächen ist er seit 1978 in konkret zu Wort gekommen. Am 14. August ist Hermann Kant gestorben. Mit Hermann L. Gremliza sprach er in konkret 7/06 über die real existierende DDR und den deutschen Literaturbetrieb. weiter..

1. Auflage 01.06.1997 , Deutsch

Paul-Martin Kormoran, ehemals Kritiker, wird sechsundsechzig. Grund genug zurückzublicken, aber auch Anlaß für die Gäste, die zeittypischen Reizthemen der Nachwendezeit durchzuhecheln.

Nach seinem streitbaren wie umstrittenen Erinnerungsbuch „Abspann“ hat Hermann Kant mit diesem Buch den aktuellen Roman geschrieben, der von ihm erwartet wurde, amüsant, bissig, zeitkritisch und selbstironisch, einen Roman „von allerlei Leben und allerlei Sterben“. „Ein heiter verfaßter Nekrolog, der das Amüsement des Lesers erhalten wissen will. Bis zur letzten Zeile.“ Günther Rücker

ISBN 978-3-7466-1192-1 1. Auflage 01.06.1997 7,95 € Portofrei Bestellen (Buch: Taschenbuch)
1. Auflage 21.02.2007 , Deutsch

Voller Zeitkolorit und Witz

An einem verregneten Oktobertag sitzt einer, der es nicht nötig hätte, im Schlafsack auf einem Hamburger Boulevard. "Es ist Kunst!" erklärt er die Aktion den Vorübergehenden. Gerade aus dieser ungewöhnlichen Position gewinnt der Mann, der sich vorkommt wie in einem Kinostück, überraschende, amüsante und geistvolle Einsichten über zeitgenössische Befindlichkeiten.

ISBN 978-3-7466-1197-6 1. Auflage 21.02.2007 7,95 € Portofrei Bestellen (Buch: Taschenbuch)
1. Auflage 01.03.2010 , Deutsch

"Nichts ist schlimmer, als nicht mehr den Überblick über Freund und Feind zu haben." - Hermann Kants brisanter Roman ist ein zur Groteske getriebenes Spiel um Einfluss, Beschränktheit und Arroganz eines Machtapparats. Das Beispiel der jungen DDR dient als Folie für die Ambivalenz des Verhältnisses zwischen Machthabern und Künstlern.

Linus Cord gilt als „aufstrebender Kritiker“, sein Ehrgeiz ist es jedoch, ein „beträchtlicher Essayist“ zu werden. Der Aufsatz, an dem er jetzt, im Frühjahr 1961, schreibt, soll ihm die erhoffte Anerkennung bringen.

ISBN 978-3-351-03301-9 1. Auflage 01.03.2010 19,95 € Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover)
1. Auflage 15.03.2011 , Deutsch

Die urkomische Geschichte »Der dritte Nagel«, unlängst auch mit großem Erfolg in Frankreich erschienen, erzählt von einem Mann, der vom besten Brötchenbäcker der Stadt versorgt werden will. Gerade vertrackte Alltagssituationen verführen Kant zu nichtalltäglicher Spottlust und Sprachartistik. Da ist die alte Halsabschneiderin Frau Persokeit, die die Leute allein dadurch das Fürchten lehrt, dass sie sie grüßen lässt. Oder Herr Farßmann, ein Buchhalter wie du und ich. Ironie, Satire und tiefere Bedeutung – in Kants Erzählungen gehen sie besonders erstaunliche, stets vergnügliche und verblüffende Allianzen ein. 

ISBN 978-3-351-03344-6 1. Auflage 15.03.2011 18,95 € Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover)

Aus dem Aufenthalt kennt man diesen Niebuhr, der in polnischer Gefangenschaft erfuhr, was die Nazis und die Wehrmacht angerichtet hatten. Die "polnische Abteilung seines Lebens" behält ihr Gewicht auch für den Erzähler dieses Romans, zumal seinerzeit Merkwürdiges geschah: Stalin habe ihn in den Kreml holen lassen, zu seinem "Ideengefäß" ernannt und auf einer Okarina gespielt - Flötentöne, die ihn lange besetzt halten. Und seitdem ihm damals - eine ebenso mythische Angelegenheit - Norma-Marilyn begegnet sei, durchziehen Liebesgeschichten sein Leben. Zunächst wird er Lehrer an einer Parteischule, dann Setzer und Drucker, schließlich Redakteur einer Zeitschrift für Kommunikation, OKARINA benannt. Mit Behagen verweilt der Erzähler bei angenehmen Momenten seines Lebens, erzählt von Liebe, vom Tischbeißen und vom Klassenkampf, wobei er sich - wie man das bei Kant kennt - keinen Wortwitz und keine Anspielung entgehen läßt.

ISBN 978-3-7466-1194-5 9,95 € Portofrei Bestellen

"Ich will aber nicht Minister werden." David Groth hat allen Grund, stolz auf den Aufstieg vom Laufburschen zum Chefredakteur zu sein. Aber wieso sollte einer wie er Minister werden? Plötzlich fällt ihm vieles ein: seine Einblicke in die Kunst des Überlebens während des Krieges, eine maßlose Wette und die Chancen, die ihm der junge Staat bot. Erzählt "Die Aula" vom Aufbruch einer Generation in der frühen DDR, wird im "Impressum" eine ebenso bemerkenswerte und vergnügliche erste Bilanz gezogen.

ISBN 978-3-7466-1195-2 9,95 € Portofrei Bestellen
5. Auflage 12.11.2012 , Deutsch

Als "großen epischen Spaß" haben Leser und Kritik "Die Aula" gefeiert. Robert Iswall, der plötzlich eine Abschiedsrede halten soll, weil die Arbeiter- und Bauernfakultät geschlossen wird, kramt in Erinnerungen. Hinter den Anekdoten aus der Studentenzeit in den fünfziger Jahren machen sich bald beunruhigende Fragen bemerkbar. Unversehens werden seine persönlichen Reminiszenzen zur Geschichte einer ganzen Generation, die kritisch zurückblicken muß, wenn sie weiterkommen will. Der Humor und die Ironie, mit denen die "Lebenserinnerungen eines jungen Mannes" erzählt werden, haben den Roman zu seinem großen anhaltenden Erfolg geführt.

ISBN 978-3-7466-2889-9 5. Auflage 12.11.2012 17,00 € Portofrei Bestellen (Buch: Taschenbuch)

Schuld und Unschuld in Zeiten des Krieges Im Herbst 1945 glaubt eine Polin unter Kriegsgefangenen den SS-Mann zu erkennen, der ihre Tochter erschossen hat. Der 19jährige wird in ein Gefängnis gebracht und immer wieder verhört, ohne daß er versteht warum. Hermann Kant schildert nuanciert das widerwillige Umdenken des Soldaten, der zwar an der Ermordung der Polin unschuldig ist, sich aber zögernd seine Mitschuld am 'Verbrechen' Krieg eingestehen muß. 'Ein Buch ganz und gar unpathetischer Menschlichkeit.' NDR-Bücherjournal

ISBN 978-3-7466-1196-9 14,99 € Portofrei Bestellen