Eine sehr kurze Geschichte des Israelisch-Palästinensischen Konflikts
"Ausgehend von der Ankunft der ersten jüdischen Siedler im historischen Palästina bis in die Gegenwart möchte ich die wichtigsten Ereignisse, Persönlichkeiten und Prozesse beleuchten, um zu erklären, warum dieser Konflikt so hartnäckig geworden ist." Ilan Pappé
Das Buch bietet einen kompakten Überblick (ca. 188 Seiten) über die historische Entwicklung der Region von den Anfängen der modernen Einwanderung bis in die unmittelbare Gegenwart.
Ilan Pappé ist ein bekannter israelischer Historiker, der zu den sogenannten „Neuen israelischen Historikern“ gezählt wird. Diese Gruppe zeichnet sich dadurch aus, dass sie traditionelle zionistische Narrative der Staatsgründung Israels kritisch hinterfragt und verstärkt auch palästinensische Quellen und Perspektiven in ihre Arbeit einbezieht.
Inhaltsverzeichnis und Leseprobe
Kerninhalte des Werks
Pappé versucht in diesem Buch zu erklären, warum der Konflikt eine so tiefe Hartnäckigkeit besitzt. Er gliedert die historische Aufarbeitung im Wesentlichen entlang folgender Phasen und Kernpunkte:
1. Die Anfänge und das späte osmanische Palästina
- Die Ausgangslage: Untersuchung der Region Palästina gegen Ende des 19. Jahrhunderts unter osmanischer Herrschaft. Pappé beschreibt die dortige arabische Gesellschaft vor dem Einsetzen der organisierten europäischen Einwanderung.
- Der frühe Zionismus: Die Ankunft der ersten jüdischen Siedlerwellen (Aliyot) aus Europa. Der Autor beleuchtet das Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Ambitionen: dem Wunsch der jüdischen Einwanderer nach einer nationalen Heimstätte und dem Erwachen eines lokalen arabisch-palästinensischen Nationalbewusstseins.
2. Die britische Mandatszeit (1917–1948)
- Die Balfour-Deklaration: Die Rolle Großbritanniens und dessen Zusage, die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk zu unterstützen.
- Zunehmende Spannungen: Die Eskalation der Gewalt in den 1920er und 1930er Jahren (u. a. der arabische Aufstand 1936–1939) sowie die britischen Versuche, den Konflikt durch Teilungspläne zu lösen.
3. Das Jahr 1948: Staatsgründung und „Nakba“
- Der UN-Teilungsplan (1947): Die Annahme durch die jüdische Führung und die Ablehnung durch die arabische Seite.
- Krieg und Vertreibung: Die Proklamation des Staates Israel 1948 und der darauffolgende arabisch-israelische Krieg. Pappé legt hierbei – wie in seinen anderen Werken auch – einen starken Fokus auf das Schicksal der palästinensischen Bevölkerung, die Flucht und Vertreibung von Hunderttausenden Palästinensern (bezeichnet als Nakba / Katastrophe) und die Zerstörung palästinensischer Dörfer.
4. Der Sechstagekrieg (1967) und die Besatzung
- Die territoriale Veränderung: Die Besetzung des Westjordanlands, des Gazastreifens, Ost-Jerusalems und der Golanhöhen durch Israel im Jahr 1967.
- Das Besatzungsregime: Der Beginn des israelischen Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten und dessen Auswirkungen auf den Alltag der palästinensischen Bevölkerung.
5. Friedensprozesse und Eskalationen der Moderne
- Die Intifadas: Die Volksaufstände der Palästinenser (Erste Intifada ab 1987, Zweite Intifada ab 2000) gegen die Besatzung.
- Das Scheitern von Oslo: Warum die Friedensverträge der 1990er Jahre keinen dauerhaften Frieden brachten und wie sich die politische Landschaft auf beiden Seiten veränderte (Erstarken der politischen Rechten in Israel, Aufstieg der Hamas auf palästinensischer Seite).
- Der Gaza-Streifen: Die Abriegelung und die wiederkehrenden militärischen Konfrontationen.
Quelle: KI Gemini, Google
Interview
Historiker Ilan Pappe: „Israel war schon immer der Ansicht, dass es die arabische Welt beherrschen muss“ - Im Gespräch über sein neues Buch zeigt Pappe auf eindrucksvolle Weise die ideologische Kontinuität zwischen den Anfängen des Zionismus und der aktuellen Politik der Regierung Netanjahu im Gazastreifen, im Westjordanland und im gesamten Nahen Osten auf. Von Gwenaëlle Lenoir NachDenkSeiten 28.05.2026
