Das verordnete Schweigen
Zensur von Fall zu Fall
Von Sokrates bis Solidarnosc, von Galilei bis zu Trumps Twitter-Konto, vom Verbot der »Lady Chatterly« und von Monika Maron bis zum Sensitivity Reading. Nicht zuletzt angesichts von Cancel Culture, Filterblasen, Fake News und Hate Speech ist Zensur ein virulentes Thema, um nicht zu sagen: ein Dauerbrenner.
Eine Zeitreise von Fall zu Fall führt durch Jahrhunderte und über Kontinente und zeigt, was unternommen wurde, um die Menschen vor vermeintlich oder tatsächlich »verderblichen« Einflüssen zu bewahren - aus moralischen, politischen oder religiösen Gründen.
Bücher wie Menschen landeten auf dem Scheiterhaufen, Künstler, Wissenschaftler und politische Dissidenten mussten ins Ausland fliehen oder im Untergrund leben. Andere erhoben die Zensur ihrer Werke zum Qualitätsmerkmal, machten die Repression öffentlich oder unterliefen sie mit List und taktischem Geschick. Zensiert wurden und werden nicht nur Texte, sondern auch Bilder, Skulpuren, Songs und Fotos.
Die legitime Debatte darüber, wo die Grenzen der Meinungs- und Pressefreiheit verlaufen, hat jüngst wieder Fahrt aufgenommen. Heute stiftet die digitale Kommunikation eine neue Form von Öffentlichkeit, in der private Player die Frage der Zensur ganz neu stellen. In mehr als zwanzig dramatischen Falldarstellungen beleuchten Autorinnen und Autoren die Motive, Funktion und Auswirkungen von Zensur, aber auch kreative Widerstände gegen sie.
Rezensionen
Der Zensor fürchtet die Wahrheit: (...) Ein Buch genau zur richtigen Zeit. Der Band versammelt 25 Beiträge von 20 Autorinnen und Autoren, und jeder Fall verhandelt auf seine Art einen spezifischen Fall von Zensur. Über die Jahrhunderte hinweg wird so ein breites Spektrum vielfältigster Varianten des Zensierens ausgebreitet – von Südafrika über Iran, Algerien, China, die USA, England, Ungarn bis zu den beiden Deutschlands. Von Christian Schüle Deutschlandfunk Kultur 18.01.2025
„Das verordnete Schweigen: Zensur von Fall zu Fall“ bietet eine fundierte und tiefgehende Untersuchung des Themas Zensur und beleuchtet, wie Meinungsfreiheit in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten beschränkt wurde und wird. Herausgegeben von Barbara Sichtermann, Simon Brückner und Jens Johler, ist dieses Buch nicht nur ein Spiegel vergangener und gegenwärtiger Zensurpraktiken, sondern auch ein Kommentar zur Rolle von Autorität und Macht in der Gestaltung öffentlicher Diskurse. Die Herausgeber versammeln verschiedene Autoren, die historische und aktuelle Fälle von Zensur dokumentieren und analysieren. Es ist ein Werk, das zur Reflektion und zum Diskurs einlädt und aktuelle Entwicklungen mit einem breiten historischen Wissen verknüpft. mediennerd.de 10.2024