Hrsg. Barbara Sichtermann, Simon Brückner und Jens Johler

Das verordnete Schweigen
Zensur von Fall zu Fall

Von Sokrates bis Solidarnosc, von Galilei bis zu Trumps Twitter-Konto, vom Verbot der »Lady Chatterly« und von Monika Maron bis zum Sensitivity Reading. Nicht zuletzt angesichts von Cancel Culture, Filterblasen, Fake News und Hate Speech ist Zensur ein virulentes Thema, um nicht zu sagen: ein Dauerbrenner.

Eine Zeitreise von Fall zu Fall führt durch Jahrhunderte und über Kontinente und zeigt, was unternommen wurde, um die Menschen vor vermeintlich oder tatsächlich »verderblichen« Einflüssen zu bewahren - aus moralischen, politischen oder religiösen Gründen. 

ISBN 978-3-95510-359-0 1. Auflage 28.10.2024 26,00 € Portofrei Bestellen (Buch | Hardcover)

Bücher wie Menschen landeten auf dem Scheiterhaufen, Künstler, Wissenschaftler und politische Dissidenten mussten ins Ausland fliehen oder im Untergrund leben. Andere erhoben die Zensur ihrer Werke zum Qualitätsmerkmal, machten die Repression öffentlich oder unterliefen sie mit List und taktischem Geschick. Zensiert wurden und werden nicht nur Texte, sondern auch Bilder, Skulpuren, Songs und Fotos.

Die legitime Debatte darüber, wo die Grenzen der Meinungs- und Pressefreiheit verlaufen, hat jüngst wieder Fahrt aufgenommen. Heute stiftet die digitale Kommunikation eine neue Form von Öffentlichkeit, in der private Player die Frage der Zensur ganz neu stellen. In mehr als zwanzig dramatischen Falldarstellungen beleuchten Autorinnen und Autoren die Motive, Funktion und Auswirkungen von Zensur, aber auch kreative Widerstände gegen sie.

Mehr Infos

Inhaltsverzeichnis

Rezensionen

Der Zensor fürchtet die Wahrheit: (...) Ein Buch genau zur richtigen Zeit. Der Band versammelt 25 Beiträge von 20 Autorinnen und Autoren, und jeder Fall verhandelt auf seine Art einen spezifischen Fall von Zensur. Über die Jahrhunderte hinweg wird so ein breites Spektrum vielfältigster Varianten des Zensierens ausgebreitet – von Südafrika über Iran, Algerien, China, die USA, England, Ungarn bis zu den beiden Deutschlands. Von Christian Schüle Deutschlandfunk Kultur 18.01.2025

„Das verordnete Schweigen: Zensur von Fall zu Fall“ bietet eine fundierte und tiefgehende Untersuchung des Themas Zensur und beleuchtet, wie Meinungsfreiheit in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten beschränkt wurde und wird. Herausgegeben von Barbara Sichtermann, Simon Brückner und Jens Johler, ist dieses Buch nicht nur ein Spiegel vergangener und gegenwärtiger Zensurpraktiken, sondern auch ein Kommentar zur Rolle von Autorität und Macht in der Gestaltung öffentlicher Diskurse. Die Herausgeber versammeln verschiedene Autoren, die historische und aktuelle Fälle von Zensur dokumentieren und analysieren. Es ist ein Werk, das zur Reflektion und zum Diskurs einlädt und aktuelle Entwicklungen mit einem breiten historischen Wissen verknüpft. mediennerd.de 10.2024

Die herausgebenden Autoren

Barbara Sichtermann (* 1943), Journalistin und Schriftstellerin, wuchs auf in Kiel und studierte Sozialwissenschaften und Volkswirtschaft in Berlin. Seit 1978 arbeitet sie als freie Autorin. Sie schrieb über dreißig Bücher. Ihre Themen: Leben mit Kindern, Frauenpolitik und -biografik, Medien. 2015 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis für ihr Lebenswerk.

Wikipedia (DE): Barbara Sichtermann

Simon Brückner studierte Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und schloss mit einer Arbeit zur Apokalyptik bei Hartmut Böhme ab. Er schrieb Sendungen für die Feature- und Hörfunkredaktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und fungierte als Story-Editor bei Romanprojekten. Seine Dokumentarfilme wurden weltweit präsentiert und ausgezeichnet.

Jens Johler (* 1944) wuchs in Hamburg auf, besuchte in München die Schauspielschule, spielte in Dortmund Theater, studierte an der FU Berlin und arbeitete dort als Wissenschaftlicher Assistent. Er schrieb Theaterstücke, Rundfunkfeatures sowie u.a. den Wissenschaftsthriller Kritik der mörderischen Vernunft und den Bach-Roman Die Stimmung der Welt.

Wikipedia (DE): Jens Johler

Weitere Autoren

Ingo Rose, 1963 geboren, lebt seit vierzig Jahren als Dozent für Erwachsenenbildung in Berlin und schreibt seit zwanzig Jahren mit seiner Lebensgefährtin Barbara Sichtermann Essays und Romanbiografien.

Prof. Dr. Ulrike Ackermann ist Politikwissenschaftlerin und Soziologin. 2009 gründete sie das John Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung, das sie seitdem leitet. 2008 wurde sie als Professorin berufen und lehrte bis 2014 Politische Wissenschaften mit dem Schwerpunkt »Freiheitsforschung und Freiheitslehre« in Heidelberg. 2002 gründete und leitete sie das Europäische Forum an der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Darüber hinaus arbeitet sie seit vielen Jahren als freie Autorin für Funk und Print.

Wikipedia (DE): Ulrike Ackermann

Patrick Bahners (* 10. Februar 1967 in Paderborn) ist ein deutscher Journalist und Autor. 

Wikipedia (DE): Patrick Bahner

und weitere Autoren Inhaltsverzeichnis

Erstellt: 02.03.2026 - 08:13  |  Geändert: 02.03.2026 - 08:46