Die Verschwundenen von Londres 38
Über Pinochet in England und einen Nazi in Patagonien
Ein SS-Offizier in Chile – der Diktator und sein Folterknecht.
Der bekannte Menschenrechtsanwalt Philippe Sands erzählt die atemberaubende Geschichte des einstigen SS-Offiziers Walter Rauff, der 1949 nach Chile flüchtete. Dort steht er bald im Dienst der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet. Im Keller des Hauses Londres 38 ist er an brutalen Verhören und Morden des Geheimdienstes beteiligt. Viele Jahre später, 1998, wird der frühere Diktator Pinochet in London verhaftet. Auf Seiten der Anklage wohnt Philippe Sands dem historischen Gerichtsverfahren bei.
In einer einzigartigen Mischung aus Detektivgeschichte und Gerichtsdrama erzählt er von seiner Recherche über die Verbrechen der Junta und die Rolle Walter Rauffs. Dabei entsteht das Psychogramm zweier Männer, die vor Folter und Mord nicht zurückschrecken, und zugleich ein spannender Bericht über eines der wichtigsten internationalen Strafverfahren seit Nürnberg und dessen weitreichende Folgen.
Rezensionen
Chile vor der Rückkehr der Mumien? Alarmstimmung unter chilenischen Demokrat:innen: Bei den kommenden Präsidentschaftswahlen droht ein Sieg unverbesserlicher Verehrer Augusto Pinochets. Zwei neue Bücher beleuchten das Verhältnis seines 1990 beendeten Gewaltregimes zu den nach 1945 ins Land gekommenen Nazi-Kriegsverbrechern und werfen Fragen auf, über die im aktuellen Wahlkampf heftig polemisiert wird. Von Erhard Stackl lateinamerika-anders.org 10.11.2025
Eine Spur der Menschenverachtung und der Gewalt zieht sich von Nazideutschland in die Welt. In seinem 2020 erschienenen Buch „Die Rattenlinie“ beschreibt Philippe Sands am Beispiel des Nazis und Kriegsverbrechers Otto Wächter die Organisation der Flucht vieler Nazis. Viel zu viele dieser Massenmörder konnten entkommen und mussten sich niemals für ihre Taten verantworten. Von Andreas LiteraturBlog 23.04.2025
Autoreninfos
Die Übersetzer
Thomas Bertram, geboren 1954 in Gelsenkirchen, lebt nach Jahren in der schwäbischen Diaspora seit 1996 als freier Lektor, Übersetzer, Autor und Herausgeber wieder in seiner Heimatstadt. Wie fast jeder im Ruhrgebiet kam er schon als Fußballfan auf die Welt. Die Bundesliga betrachtet er natürlich am liebsten durch die Brille »seines« Klubs Schalke 04, erkennt aber an, dass es noch andere Vereine geben muss.
Henning Dedekind, geboren 1968, studierte Amerikanistik, Soziologie und Rechtswissenschaften in Tübingen, Erlangen und Bayreuth. Er übersetzt seit über 15 Jahren Sachbücher aus dem Englischen, u. a. Masha Gessen, David Graeber, David Grann, Katja Hoyer, Henry Kissinger, Frank Trentmann und Bob Woodward.
Erstellt: 01.05.2025 - 10:19 | Geändert: 12.01.2026 - 10:46