25.08.2026

Jeffrey Sachs: Der Krieg gegen Russland und Iran zerstört den Westen

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Überblick

Einführung: Kriege als wirtschaftliche Sackgasse (00:11) Jeffrey Sachs erklärt, dass die Kriege mit Russland und dem Iran in eine wirtschaftliche Sackgasse führen. Die USA und Europa leiden bereits unter geschwächten Volkswirtschaften, verstehen jedoch nicht, worauf sie sich einlassen. Der Grund für diese Kriege liegt im krampfhaften Versuch des Westens, seine historischen hegemonialen Vorrechte um jeden Preis zu bewahren.

Die Illusion der westlichen Vorherrschaft (03:04) Die westliche Führung agiert nach der veralteten und realitätsfernen Denkweise, dass sie die Welt faktisch regiert und bestimmt, wer mit wem Handel treiben darf. Diese imperiale Haltung zeigt sich in der Ukraine, beim Völkermord in Gaza, im Krieg gegen den Iran und auch bei der Entführung von Nicolás Maduro sowie der Beschlagnahmung der venezolanischen Öleinnahmen. All diese Bestrebungen und das Kappen wirtschaftlicher Verbindungen führen den Westen langfristig in eine schwere Wirtschaftskrise und einen absoluten Niedergang.

Europas Selbstaufgabe und die Unterwürfigkeit (07:03) Europa begeht laut Sachs die größten strategischen Fehler, weil man dort naiv glaubt, dass die USA am Ende wieder zur Vernunft kommen, man gemeinsam als globaler Hegemon auftritt und in den Sonnenuntergang reitet. Dabei wird völlig ignoriert, dass Russland eine europäische Macht ist und eine natürliche Nähe zu Europa besitzt. Die europäische Führung ist schwach und unzusammenhängend; alles dreht sich nur noch um die NATO und die USA.

Die Rückkehr zum Militarismus und die US-Einflussnahme (09:13) Während das deutsche Kernland zum Militarismus zurückgekehrt ist, befindet sich Frankreich unter der schwächsten Führung seiner jüngeren Geschichte. Versucht ein mutiger europäischer Politiker wie Pedro Sánchez aus Spanien, einen unabhängigen Kurs einzuschlagen, zieht der US-Geheimdienstapparat sofort die Daumenschrauben an. Sachs erklärt, dass die CIA und der „Tiefe Staat“ in solchen Fällen verdeckte politische Spiele treiben und gezielt Korruptionsermittlungen gegen die Ehefrau des Politikers oder dessen Berater inszenieren, sobald jemand aus der Reihe tanzt.

Die historische Wahrheit und das Tabu der Diplomatie (13:23) Noch im Jahr 2008 verstanden europäische Staats- und Regierungschefs die Realität und warnten davor, dass der NATO-Kurs der USA in einen verheerenden Krieg führen würde. Sogar der spätere US-Geheimdienstchef William Burns hielt dies schriftlich fest. Heute wird jeder, der diese Fakten oder den gesunden Menschenverstand anspricht, sofort als „Putin-Versteher“ abgestempelt. Frühere Bundeskanzler wie Kohl, Schröder und anfangs auch Merkel hielten noch eine eigene europäische Linie, während heute die europäische Führung inkohärent ist und sich fast bewusst in einen offenen Krieg und damit den Selbstmord hineinredet.

Das Einknicken vor "Daddy" und der Iran-Konflikt (16:28) Die Heuchelei der europäischen Führung zeigt sich auch im Umgang mit dem Iran: Früher wussten die Europäer, dass man mit dem Iran friedlich verhandeln kann, und drängten auf das JCPOA-Abkommen. Als die USA das Abkommen jedoch 2018 einseitig zerrissen, schwiegen die Europäer feige und verbeugten sich vor dem US-Präsidenten, den Mark Rutte einprägsam als "Daddy" bezeichnete.

Wie in Washington mit Europa umgegangen wird (21:16) Sachs berichtet von einem Gespräch mit dem Premierminister eines großen europäischen Landes im Jahr 2023. Auf die Frage, warum er in Washington nicht offen anspreche, dass der Ukraine-Krieg in einer Sackgasse steckt, antwortete dieser resigniert: „In Washington behandeln sie uns wie Kinder“. Bei einer UN-Sicherheitsratssitzung nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran wurde Sachs sogar als Redner für unzulässig erklärt, während jeder europäische Botschafter im Saal den Iran attackierte, anstatt den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu verurteilen.

Drei geopolitische Szenarien für die Zukunft (25:01) Für den Wandel der globalen Ordnung sieht Sachs drei mögliche Pfade :

  • Die vollständige Katastrophe (3. Weltkrieg), begünstigt durch die psychologisch instabilste US-Führung der Geschichte.
  • Ein plötzliches Aufwachen europäischer Führer (unter Ursula von der Leyen, Friedrich Merz und Emmanuel Macron extrem unwahrscheinlich).
  • Das wahrscheinlichste Szenario: Der Westen blockiert sich selbst und schlittert in Stagnation und Niedergang, während die restlichen 85 % der Weltbevölkerung (BRICS-Staaten, Afrikanische Union, China, Indien, Russland, Brasilien) friedlich und technologisch fortschreiten.

Finanzminister Scott Bessent als „Gangster“ (29:08) Sachs kritisiert den US-Finanzminister Scott Bessent scharf als völlig inkompetenten Hedgefonds-Manager, der eine 30-Billionen-Dollar-Wirtschaft wie ein Gangster in einer Gangsterregierung lenkt. Seine Behauptung, man könne sich einfach „aus den Schulden herauswachsen“, ist angesichts einer Rekordverschuldung von über 40 Billionen Dollar und historisch hohen Zinsen absolut lächerlich.

Die gespaltene US-Wirtschaft und die KI-Finanzblase (32:37) Die US-Wirtschaft ist tief gespalten: Einem modernen Tech-Sektor steht eine marode Infrastruktur gegenüber; die Autoindustrie überlebt nur durch reinen Protektionismus. Die massive Aktienmarktbewertung von KI-Unternehmen ist eine gigantische Finanzblase, die dem Platzen der Dotcom-Blase ähnelt. China zieht technologisch in fast allen Bereichen (auch durch offene, kostenlose KI-Modelle) mit den USA gleich oder überholt sie bereits.

Die Illusion des Dollar-Standards (38:30) Bessents Behauptung, Venezuela, Russland und der Iran würden ihr Öl nach den Kriegen wieder in Dollar verkaufen, bezeichnet Sachs als Währungsökonom als „hanebüchen“ und „absurd“. Es gibt keinen Grund mehr, der die Welt an den Dollar bindet, zumal die USA durch ihre Sanktionen die Entwicklung und den Erfolg alternativer Zahlungssysteme (wie das chinesische CIPS) und die globale Entdollarisierung massiv beschleunigen

Sprache (Ton)
Deutsch
Laufzeit
40min 10s
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Erstellt: 28.08.2026 - 07:29  |  Geändert: 28.08.2026 - 07:43

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