Was bedeutet es, wenn die Welt nicht mehr vom Westen dominiert wird – ohne dass der Westen deshalb einfach verschwindet? In dieser Folge von Über den Tag hinaus spricht Imme Scholz mit dem Politikwissenschaftler Daniel Marwecki über sein Buch Die Welt nach dem Westen und über die Neuordnung der Macht im 21. Jahrhundert.
Ausgehend von seinen Erfahrungen in Hongkong geht es um den rasanten Wandel in Asien, um Chinas Zukunftserzählung, um Europas Verlust an Selbstgewissheit und um die Frage, warum der Westen seinen relativen Abstieg endlich realistischer begreifen muss. Daniel Marwecki plädiert dafür, diesen Wandel weder nostalgisch noch panisch zu deuten, sondern politisch produktiv zu machen: nicht als Untergangserzählung, sondern als Aufforderung, neue Formen von Kooperation, Wohlstand und demokratischer Selbstbehauptung zu entwickeln.
Außerdem geht es um Trump, Rubio und die imperiale Versuchung des Westens, um die Bedeutung der Vereinten Nationen, um neue Handlungsspielräume des globalen Südens und um die Frage, wie Europa in einer unübersichtlichen Welt handlungsfähig bleiben kann – nicht durch Rückzug, sondern durch klügere Partnerschaften, Dekarbonisierung, institutionelle Reformen und ein glaubwürdiges eigenes Zukunftsprogramm.