»Nichts wird so fest geglaubt, wie das, was wir am wenigsten wissen«, meinte Montaigne vor fünfhundert Jahren. Dieses Prinzip machten sich durch die Jahrhunderte Geheimdienste zu eigen. Sie verbreiteten zielgerichtet Gerüchte und Lügen über Personen, die sie öffentlich bloßstellen oder ausschalten, denunzieren und an den Pranger stellen wollten. Auf diese Weise wurden und werden vornehmlich Oppositions- und Widerstandsgruppen zerschlagen. Die Methode heißt »Zersetzung«. Wolfgang Schmidt, einst selbst Mitarbeiter eines Geheimdienstes, hat untersucht, wie diese Methode in der Vergangenheit und Gegenwart eingesetzt wurde und wird.
Former "Stasi" lieutenant Wolfgang Schmidt on fascists and skinheads in the GDR
auf YouTube (16.12.2025) 7:24
Wolfgang Schmidt (*1939), ehemaliger Oberstleutnant im Ministerium für Staatssicherheit („Stasi“), arbeitete von 1959 bis 1990 in der Spionageabwehr im Staatsapparat und der Überwachung von Kirchen, dem Kulturbereich und geheimen politischen Gruppen.
Über IF DDR:
Mit seinen Studien möchte das IF DDR einen Beitrag zu aktuellen Debatten über soziale Kämpfe leisten und dabei auf die Bedingungen und Erfahrungen des DDR-Sozialismus zurückgreifen. Zu diesem Zweck erstellen wir zugängliches historisches und zeitgenössisches Zeugenmaterial. „Studies On The DDR“ soll zunächst die Grundlage für einen internationalen Austausch über die #DDR schaffen, indem es anhand ausgewählter Aspekte aus dem Alltag die Struktur dieses sozialistischen Staates und seine Lebenswirklichkeiten nachzeichnet.