Wir haben auch heutige BND-Mitarbeiter*innen zum Thema befragt? Die kompletten Interviews dazu hier: đ âą BND Mörder bevorzugt Doku | Bonus-Int...
Der BND hat nicht nur einzelne schwer belastete NS-TÀter beschÀftigt. Die Anwerbung und Einstellung von NS-Mördern und SchreibtischtÀtern hatte System. Gerhard SÀlter, Mitglied der UnabhÀngigen Historikerkommission, kann das bis weit in die 1960er Jahre nachweisen.
Er hat zehn Jahre lang geforscht, dabei zahlreiche Akten und Personalakten des Nachrichtendienstes einsehen können. Sein Fazit eröffnet historisch eine neue Dimension zum frĂŒhen BND. Die Organisation Gehlen, ab 1956 dann der Bundesnachrichtendienst, habe zahlreiche TĂ€ter des Holocaust nicht trotz ihrer Verbrechen rekrutiert sondern wegen ihres nachweislichen Einsatzes fĂŒr das NS-Terrorregime. Ăber 30 Mitarbeiter des Dienstes wurden seinen Erkenntnissen nach sogar aus Mitgliedern und leitenden SS-FĂŒhrern der Einsatzgruppen rekrutiert, die wĂ€hrend des zweiten Weltkrieges den Holocaust in Osteuropa durchfĂŒhrten.
Eine jĂŒdische Ehefrau hingegen konnte ein Einstellungshindernis beim BND sein, das gibt es schwarz auf weiĂ.
Wie konnte der Dienst nach GrĂŒndung der Bundesrepublik immer noch NS-Verbrecher der Strafverfolgung entziehen?
Warum hat Adenauers Kanzleramt als Aufsichtsbehörde dem Entstehen nationalsozialistischer Netzwerke im BND tatenlos zugesehen?
Welche Rolle spielte dabei Kanzleramtschef Hans Maria Globke? Und hatte der BND tatsÀchlich nicht mal Skrupel, mit Alois Brunner zusammenzuarbeiten - Eichmanns Gehilfe bei den Deportationen in die Todeslager?
Der Film zeigt schonungslos neue, erschreckende Erkenntnisse aus der Forschung in den Archiven des Bundesnachrichtendienstes. In keiner anderen bundesdeutschen Organisation oder Behörde wurde in dieser Konsequenz an nationalsozialistischen Vorstellungswelten festgehalten und somit auch der Boden fĂŒr rechtsextremistisches Gedankengut kontinuierlich genĂ€hrt.
Wie stellt sich der BND heute dieser historischen Verantwortung? Die hr-Autorin Christine RĂŒtten geht diesen Fragen in ihrer Dokumentation nach.
0:00 Intro BND-Stand am Tage der offenen TĂŒr im Kanzleramt
0:50 Historiker Gerhard SĂ€lter durfte geheime Akten einsehen
1:00 10-20 Prozent BND-Mitarbeiter mit Blut an den HĂ€nden
2:07 Die Rolle von BND-Chef Reinhard Gehlen
4:42 Der Plan: âEin neues Reichsicherheitshauptamtâ
5:38 BND Mitarbeiter aus der Gestapo Trier
9:13 Sohn eines ehem. Gestapo-Beamten und BND-Mitarbeiters
12:21 Gezielte Rekrutierung von NS-Verbrechern
14:14 An Holocaust und MassenerschieĂungen beteiligt
15:49 Opfer: Joram Bejaranos GroĂeltern Margarethe und Rudolf Loewy
18:54 1956 wird BND Bundesbehörde
21:26 Rolle von Hans Globke im Kanzleramt
24:49 NS-Deportationsspezialist Alois Brunner
27:15 BND-Inlandsspionage und die Opfer
31:12 Antisemitismus
33:35 Ex-SS MĂ€nner als Sicherheitsproblem
36:52 NS-Mörder blieben im Dienst
37:19 BND schĂŒtzte NS-TĂ€ter vor Strafverfolgung
37:48 Opfer: Martin Doerrys GroĂmutter Lilly Jahn
40:58 Parlamentarische Kontrolle des BND heute
42:28 BND-PrÀsident Bruno Kahl
Wir danken folgenden Archiven fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung:
Bundesarchiv
BND-Archiv
GedenkstÀtte Breitenau
GedenkstÀtte SS-Sonderlager KZ Hinzert
Stadtarchiv Trier
Dokumentationszentrum Topographie des Terrors